Der Mutterpass: Angaben zu vorangegangenen Schwangerschaften

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (23. August 2017)

Um Risiken für die aktuelle Schwangerschaft rechtzeitig zu erkennen und einschätzen zu können, tragen Arzt oder Hebamme hier alle relevanten Daten vorangegangener Schwangerschaften ein. Je nach Verlauf von Schwangerschaft und Geburt können das sein:

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Angaben zu vorangegangenen Schwangerschaften / Beratung


Anamnese und allgemeine Befunde, Erstuntersuchung

Wenn Ihr Frauenarzt feststellt oder bestätigt, dass Sie schwanger sind, wird er die Erstuntersuchung bei Ihnen durchführen. Wird die Schwangerschaft sehr früh festgestellt, kann es vorkommen, dass Sie einen späteren Termin für die Erstuntersuchung bekommen und auch dann erst den Mutterpass erhalten.

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Anamnese und allgemeine Befunde / Erstuntersuchung

Im Rahmen der Erstuntersuchung erfragt Ihr Arzt Ihre Krankheitsgeschichte (Anamnese), ob also zum Beispiel

  • Familienmitglieder unter Diabetes, Bluthochdruck oder anderen Erkrankungen leiden,
  • Sie selber eine chronische Erkrankung oder Allergien haben,
  • Sie bereits schwanger waren,
  • Sie rauchen, Alkohol trinken oder Drogen nehmen usw.

Der Arzt hakt die entsprechenden Antworten im Mutterpass ab. Außerdem notiert er Ihr Alter und Ihr Gewicht zum Zeitpunkt der Erstuntersuchung. Unter "Gravida" (= Schwangerschaft) hält er fest, wie häufig Sie insgesamt schwanger waren. "Para" bezeichnet die bisherige Anzahl der Geburten.

Wer also beispielsweise zum zweiten Mal schwanger ist und nach der ersten Schwangerschaft ein Kind entbunden hat (also keine Fehlgeburt oder einen Abbruch hatte), kann hier lesen: Gravida II, Para I. Wenn Sie zum ersten Mal schwanger sind, steht dort: Gravida I, Para 0.

Im Rahmen der Erstuntersuchung klärt der Frauenarzt Sie über bestimmte Aspekte und Verhaltensweisen im Verlauf der Schwangerschaft auf. Diese vermerkt er unter "Beratung der Schwangeren" und hakt sie ab, sobald die Aufklärung erfolgte:

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Besondere Befunde im Schwangerschaftsverlauf

Unter "B. Besondere Befunde im Schwangerschaftsverlauf" werden Daten erfasst, die sich im Verlauf der Schwangerschaft ergeben, etwa ob die aktuelle Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt endete, ob Sie Zwillinge erwarten oder Sie einen Schwangerschaftsdiabetes entwickelt haben.

Im Feld "Terminbestimmung" notiert Ihr Frauenarzt die Angaben, die Sie ihm zu Ihrer Zykluslänge, dem ersten Tag Ihrer letzten Periode oder, wenn bekannt, dem Empfängnistermin machen. Anhand dessen bestimmt er den voraussichtlichen Geburtstermin Ihres Kindes, der nachfolgend aber noch angepasst werden kann.

Wenn Ihnen einzelne Punkte der Anamnese unklar sind oder Ihnen die Beratung über das Verhalten in der Schwangerschaft nicht ausreicht, fragen Sie unbedingt nach. Für Ihren Arzt ist die Beratung von Schwangeren Alltag, aber für Sie ist es möglicherweise die erste Schwangerschaft und Sie stehen vor einer ganzen Reihe unbeantworteter Fragen.

Cardiotokographische Befunde

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Besonderheiten zu den Katalogen A. und B.

Unter "Besonderheiten zu den Katalogen A. und B." wird Ihr Arzt nur dann etwas eintragen, wenn sich im Verlauf der Schwangerschaft Komplikationen ergeben, Sie stationär im Krankenhaus behandelt wurden oder wenn ein CTG (Cardiotokographie: Erfassen von potenziellen Wehen und ggf. den Herztönen) durchgeführt wurde.

Die Cardiotokographie setzen viele Frauenärzte etwa ab der 28. Schwangerschaftswoche standardmäßig bei den Vorsorgeuntersuchungen ein – oft werden Sie vor der eigentlichen Untersuchung zunächst zum CTG gebeten.

In den Mutterschaftsrichtlinien wird die Cardiotokographie aber nur dann empfohlen, wenn es sich um eine Risikoschwangerschaft handelt oder eine Frühgeburt oder vorzeitige Wehen drohen.

Erfragen Sie daher am besten bei Ihrem Frauenarzt, ob beziehungsweise wann und warum er bei Ihnen eine Cardiotokographie (CTG) schreiben möchte.