Medikamente in der Schwangerschaft

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (21. September 2017)

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Keine Medikamente in der Schwangerschaft! Oder doch? Die meisten Wirkstoffe gelangen über die Nabelschnur auch in den Organismus des ungeborenen Babys. Viele Schwangere sind daher unsicher, was in der Schwangerschaft möglich ist und wovon sie lieber die Finger lassen sollten.

Generell sollte für die Schwangerschaft gelten: Medikamente sind nur dann nötig, wenn die Gesundheit der werdenden Mutter oder des ungeborenen Kindes gefährdet ist. Alle weiteren Beschwerden in der Schwangerschaft, die unangenehm aber ungefährlich sind, sollten mit anderen Mitteln behandelt werden. Jede Medikamenteneinnahme sollte außerdem mit dem Frauenarzt abgesprochen werden.

Der Frauenarzt ist in der Schwangerschaft Ihr Ansprechpartner Nummer eins für alle Beschwerden, da er den Verlauf Ihrer Schwangerschaft kennt. Bei Bedarf wird er Sie an die entsprechenden Fachärzte überweisen.

Dennoch gibt es einige Medikamente, die auch in der Schwangerschaft, besonders nach der kritischen Phase der ersten zwölf Wochen (1. Trimester), in Maßen eingenommen werden können. Hierzu gehören das Schmerzmittel Paracetamol sowie verschiedene Antibiotika. Möglicherweise sind auch viele Medikamente, deren Packungsbeilage anderes aussagt, unbedenklich. Es gibt es in der Regel aber nur unzureichende Studien, denn Tests an Schwangeren sind ethisch nicht vertretbar. Darum dient die Aussage "nicht in Schwangerschaft & Stillzeit" zunächst der Absicherung der Hersteller.

Besprechen Sie sich grundsätzlich mit Ihrem Frauenarzt und nehmen Sie keine Medikamente in Eigenregie ein.

Bei den meisten Schwangerschaftsbeschwerden und leichten Erkrankungen in der Schwangerschaft ist es sinnvoll, es zunächst ohne Medikamente zu versuchen. Viele Beschwerden lassen sich durch häufigere Ruhepausen, viel Flüssigkeit, eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung an der frischen Luft beseitigen. Reicht das nicht aus, gibt es noch verschiedene Tipps und Hausmittel, die gerade bei leichteren Erkrankungen häufig schon ausreichen oder eine medikamentöse Behandlung unterstützen können.

Krankheiten vorbeugen

Vielen Erkrankungen können Sie in der Schwangerschaft mit einfachen Mitteln vorbeugen. So können Sie Infektionen – auch gefährliche Infektionen wie Listeriose oder Toxoplasmose – weitgehend vermeiden, indem Sie besonders auf Hygiene achten:

    • Waschen Sie die Hände
      • nach jedem Toilettengang,
      • nachdem Sie die Katzentoilette gereinigt haben und
      • nach dem Umgang mit rohen Lebensmitteln, besonders mit rohem Fleisch und Obst und Gemüse aus dem Garten.
    • Tragen Sie bei der Gartenarbeit Handschuhe, um Kontakt zu Tierkot auszuschließen.

Mit einigen weiteren Maßnahmen können Sie vielen Beschwerden in der Schwangerschaft vorbeugen:

  • Bewegen Sie sich viel an der frischen Luft.
  • Trinken Sie mindestens zwei Liter am Tag (stilles Wasser und Kräuter- und Früchtetees).
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung.
  • Überanstrengen Sie sich nicht! Gönnen Sie sich häufiger eine Auszeit, legen Sie die Beine hoch, nehmen Sie ein Bad oder hören Sie entspannende Musik.
  • Achten Sie darauf, dass Sie genügend Schlaf bekommen.

Medikamente bei Allergien/Asthma in der Schwangerschaft

Bei bestehenden Allergien sollten Sie zunächst versuchen, die auslösenden Substanzen (Allergene) zu meiden. Das ist natürlich nur begrenzt möglich. Daher ist es häufig nötig, bei Allergien auch in der Schwangerschaft Medikamente einzunehmen. Besonders Heuschnupfen jetztnoch zunehmen, da die Nasenschleimhaut in der Schwangerschaft anschwillt und die Nase häufiger verstopft ist.

Bei Allergien in der Schwangerschaft können Sie folgende Medikamente anwenden:

Bei Asthma können die gängigen Standardmedikamente verwendet werden.

Sowohl bestehende Allergien als auch Asthma sollten in der Schwangerschaft ärztlich eng überwacht werden.

Eine Hyposensibilisierung kann auch während der Schwangerschaft fortgesetzt werden.

Abschwellende Nasentropfen sollten nur eingesetzt werden, wenn sie wirklich nötig sind, und auch dann nur über acht bis zehn Tage. Wirkstoffe können sein:

Medikamente bei Infektionen in der Schwangerschaft

Bakterielle Infektionen

Bakterielle Infektionen, besonders Infektionen der Harnwege, kommen in der Schwangerschaft häufig vor. Vor allem Harnwegsinfektionen sollten medikamentös (meist mit Antibiotika) behandelt werden, da die Bakterien aufsteigen und das ungeborene Kind gefährden können. Außerdem begünstigen Sie Fehlgeburten und Frühgeburten.

Tipps & Hausmittel

Sie können die medikamentöse Behandlung unterstützen, indem Sie viel trinken, besonders Kräuter- und Früchtetees und stille Wasser.

Cranberrysaft soll angeblich Bakterien aus der Blase ausschwemmen beziehungsweise verhindern, dass ein Harnwegsinfekt entsteht. Es gibt aber keinen Nachweis für diese Vermutung. Schaden kann der Saft nicht. Allerdings sollten Frauen, die zu Nierensteinen neigen, darauf verzichten.

Gegen Fieber haben sich Wadenwickel bewährt. Aber Achtung: Die Wickel sollten mit lauwarmem Wasser getränkt sein. Wenn Sie Schüttelfrost haben, verzichten Sie auf die Wadenwickel.

Medikamente

Bakterielle Infektionen, besonders Harnwegsinfektionen, sollten mit Antibiotika behandelt werden, um Mutter und Kind nicht zu gefährden. Viele Antibiotika dürfen in der Schwangerschaft nicht verwendet werden, es gibt aber eine Reihe unbedenklicher Wirkstoffe. Dazu zählen:

Sie müssen sich also keine Sorgen machen, wenn Ihr Frauenarzt Ihnen bei einer bakteriellen Infektion, zum Beispiel bei einer in der Schwangerschaft häufigen Blasenentzündung, ein Antibiotikum verschreibt. Sollten Sie bei einem anderen Arzt als Ihrem Frauenarzt behandelt werden, erwähnen Sie aber unbedingt, dass Sie schwanger sind, damit keine ungeeigneten Antibiotika eingesetzt werden.

Fieber sollte in der Schwangerschaft nicht zu lange zu hoch sein. Darum empfehlen Ärzte häufig Paracetamol gegen Fieber. Bis zur 28. Schwangerschaftswoche kann, wenn nötig, auch Ibuprofen verwendet werden.

Pilzinfektionen

Während der Schwangerschaft sind vaginale Pilzinfektionen (Candidosen) nicht selten. Häufigster Erreger ist Candida albicans. Candidosen stellen keine akute Gefahr für Mutter und Kind dar, sollten aber medikamentös behandelt werden, denn:

  • Die Infektion kann bei der Geburt auf das Kind übertragen werden.
  • Eine Pilzinfektion ist meistens äußerst unangenehm für die Schwangere.
  • Pilzinfektionen können das Scheidenmilieu verändern, sodass andere Keime sich besser ansiedeln können.

Tipps & Hausmittel

Sie können die Behandlung einer Pilzinfektion unterstützen, indem Sie auf Zucker und Weißmehl verzichten und stattdessen viel Obst, Gemüse und eiweißhaltige Nahrungsmittel essen.

Medikamente

Pilzinfektionen werden mit Antimykotika in Form von Scheidenzäpfchen behandelt. Die bevorzugten Wirkstoffe sind

Sogenannte topische Antimykotika sind in der Schwangerschaft weitgehend unbedenklich. Topisch bedeutet, dass das Medikament direkt da angewendet wird, wo es benötigt wird, in diesem Fall als Scheidenzäpfchen oder Creme in der Vagina.

Systemische Antimykotika, also Präparate, die in den Blutkreislauf injiziert werden, sollten in der Schwangerschaft jedoch nicht verwendet werden.

Medikamente bei Blutungen in der Schwangerschaft

Viele Schwangere haben, besonders in den ersten Schwangerschaftsmonaten, leichte Blutungen. Blutungen in der Schwangerschaft sollten immer ärztlich abgeklärt werden, haben aber selten eine ernste Ursache.

Tipps & Hausmittel

Sorgen Sie dafür, dass Sie häufigere Ruhepausen einlegen können und schonen Sie sich. Mehr können Sie gegen leichte Blutungen nicht tun und mehr ist häufig auch nicht nötig.

Medikamente

Wenn die Blutungen dauerhaft auftreten, stärker werden oder von starken Schmerzen begleitet werden, wird eine medizinische Behandlung erforderlich. Häufig umfasst diese einen stationären Aufenthalt im Krankenhaus und eine intensive Überwachung von Mutter und Kind. Ob und welche Medikamente oder Therapien nötig sind, wird dort individuell entschieden.

Medikamente bei Erkältung in der Schwangerschaft

Erkältungen sind in der Schwangerschaft in der Regel ungefährlich für Mutter und Kind, daher können Sie weitgehend auf Medikamente verzichten.

Tipps & Hausmittel

Vielen Schwangeren macht eine verstopfte Nase zu schaffen, da

  • hormonell bedingt der Nasen-Rachenraum anschwellen kann (Rhinopathia gravidarum) und
  • die werdende Mutter anfälliger für Infektionen ist und somit häufiger unter Schnupfen leidet.

Sie können die Nase mit einer Meersalzlösung spülen (alternativ können Sie ein Meersalz-Nasenspray verwenden) oder einen Aufguss mit Kamille oder Meersalz zubereiten und zehn Minuten inhalieren.

Bei Husten sollten Sie möglichst viel trinken. Außerdem kann es helfen, ätherische Öle zu inhalieren.

Besprechen Sie sich aber mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme, bevor Sie ätherische Öle verwenden – die Aromastoffe im Öl können über die Plazenta in den Blutkreislauf des Kindes übergehen.

Medikamente

Wenn Sie eine Erkältung haben und ein Meersalz-Nasenspray gegen die verstopfte Nase nicht ausreicht, können Sie auf Nasentropfen für Säuglinge zurückgreifen.

Verzichten Sie auf Kombipräparate und Nasensprays für Erwachsene beziehungsweise verwenden Sie diese nur nach Absprache mit Ihrem Frauenarzt.

Bei Husten und verstopften Nebenhöhlen können Sie auch in der Schwangerschaft schleimlösende Medikamente einnehmen. Besprechen Sie sich aber auch hier vorher mit Ihrem Frauenarzt.

Wenn der Infekt länger als eine Woche anhält, kann Ihr Arzt Ihnen Antibiotika verschreiben.

Bei Schmerzen und leichtem Fieber sollten Sie in der Schwangerschaft ausschließlich auf Paracetamol zurückgreifen, aber auch hier nur möglichst selten und in niedrieger Dosierung. Bei Fieber über 38,5° Celsius muss mit dem Arzt eine andere Behandlung besprochen werden. Paracetamol hat keine nachgewiesenen negativen Auswirkungen auf Mutter und Kind.

In den ersten zwei Schwangerschaftsdritteln kann in Ausnahmefällen auch Ibuprofen als Schmerzmittel verwendet werden. Auch das sollte aber im Vorfeld ärztlich abgesegnet werden. Ab der 28. SSW wird von Ibuprofen abgeraten, da es die Geburt verzögern und verlängern kann und die Blutungsneigung beim Neugeborenen erhöht.

Eine Grippe kann – im Gegensatz zur Erkältung (grippaler Infekt) – in der Schwangerschaft schwerwiegende Folgen für Mutter und Kind haben. Besonders im letzten Schwangerschaftsdrittel besteht ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Daher wird für Schwangere eine Grippeimpfung im zweiten oder letzten Schwangerschaftsdrittel empfohlen. Bei erhöhter Gesundheitsgefahr oder aufgrund einer anderen Grunderkrankung wird auch eine Impfung im ersten Trimester empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt und lassen Sie sich darüber informieren, ob die letzten beiden Trimester Ihrer Schwangerschaft in der kritischen Grippezeit liegen.

Medikamente bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Kopfschmerzen in der Schwangerschaft sind aufgrund ungewohnter Schlafpositionen und hormoneller Umstellungen nicht selten.

Tipps & Hausmittel

  • Bei leichten Kopfschmerzen können Sie die Schläfen mit wenigen Tropfen Pfefferminzöl einreiben. Das Öl kühlt und entspannt und reicht häufig aus, die Kopfschmerzen zu lindern.
  • Trinken Sie außerdem viel (mindestens 2,5 Liter pro Tag).
  • Gönnen Sie sich hin und wieder eine Massage – die können Sie sich bei anhaltenden Verspannungen auch von Ihrem Arzt verschreiben lassen.
  • Auch Spaziergänge an der frischen Luft, häufigere Ruhepausen und ein warmes Dinkel- oder Kirschkernkissen für den Nacken können Wunder wirken.

Medikamente

Bei schweren Kopfschmerzen können Sie Paracetamol in niedriger Dosierung einnehmen. Besprechen Sie sich aber vor einer häufigeren Einnahme mit Ihrem Frauenarzt.

Medikamente bei Magen-Darm-Problemen/Übelkeit in der Schwangerschaft

Viele Schwangere leiden, besonders in der Frühschwangerschaft, unter Verstopfung und Blähungen. Gewöhnlich hat das mit der hormonellen Umstellung zu tun und lässt im zweiten Schwangerschaftsdrittel wieder nach. Gleiches gilt für die typische Schwangerschaftsübelkeit.

Magen-Darm-Infekte/Durchfall

Magen-Darm-Probleme wie Infekte oder Durchfall stellen zunächst keine Gefahr für Mutter und Kind dar – halten die Beschwerden aber länger als zwei Tage an oder nehmen noch zu, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Tipps & Hausmittel

  • Bei Magen-Darm-Infekten und besonders bei Durchfall sollten Sie möglichst viel trinken.
  • Essen Sie außerdem Zwieback und Salzstangen. So sorgen Sie dafür, dass Ihr Elektrolythaushalt im Gleichgewicht bleibt.

Verstopfung/Blähungen

Verstopfung und Blähungen sind häufiger Begleiter einer Schwangerschaft, in der Regel aber unbedenklich und erfordern daher keine Behandlung mit Medikamenten.

Tipps & Hausmittel

So beugen Sie einer Verstopfung vor:

  • ballaststoffreiche Ernährung
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • viel Bewegung

Um Blähungen zu vermeiden, verzichten Sie auf blähende Lebensmittel. Um welche es sich dabei handelt, müssen Sie individuell an sich beobachten. Viele Schwangere vertragen keinen Kohl und keine stark gewürzten Speisen.

Medikamente

Verzichten Sie unbedingt auf Abführmittel oder Einläufe! Besprechen Sie in schweren Fällen mit Ihrem Frauenarzt, ob eine Behandlung mit Medikamenten sinnvoll und möglich ist.

Übelkeit/Erbrechen

Medikamente sind bei der klassischen Morgenübelkeit, auch wenn Sie regelmäßig erbrechen, in der Regel unnötig. Wenn Sie aber stündlich erbrechen müssen und die Übelkeit über den dritten Monat hinaus anhält, sollten Sie sich mit Ihrem Frauenarzt besprechen. In besonders schweren Fällen ist ein stationärer Aufenthalt im Krankenhaus nötig.

Tipps & Hausmittel

Um die Morgenübelkeit einzudämmen, sollten Sie auf die großen Mahlzeiten verzichten und besser mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen. Häufig hilft es auch, schon vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit zu essen, die Sie vorher neben dem Bett deponiert haben. Gönnen Sie sich außerdem regelmäßige Ruhepausen.

Medikamente bei Nährstoffmangel in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann es durch den erhöhten Bedarf an Nährstoffen zu einer Unterversorgung mit diesen Stoffen kommen. Häufige Mangelerscheinungen sind Magnesium- und Eisenmangel.

Magnesium- und Eisenpräparate werden in der Schwangerschaft häufig von Frauenärzten verschrieben und sind weitgehend unbedenklich.

Oft ist es jedoch nicht nötig, bei einem leichten Eisenmangel ein Präparat einzunehmen. Durch das erhöhte Blutvolumen in der Schwangerschaft und die Verdünnung des Blutes sinkt der Eisenspiegel naturgemäß etwas ab. Erst bei einem Hämoglobinwert (Hb-Wert) unter zwölf Gramm pro Deziliter (12 g/dl) spricht man von einem Eisenmangel, unter zehn Gramm pro Deziliter (10 g/dl) von einer Eisenmangelanämie (Blutarmut).

Magnesiumpräparate helfen gegen die in der Schwangerschaft häufigen Wadenkrämpfe und gegen vorzeitige leichte Wehen. Gegen Ende der Schwangerschaft sollten Sie jedoch darauf verzichten, da zu viel Magnesium die Geburt verzögern kann.

Wenn Sie sich gesund ernähren, können Sie bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft darauf verzichten, zusätzlich Vitamine in Form von Tabletten oder Kapseln einzunehmen.

Nährstoffpräparate sind in Form von Nahrungsergänzungsmitteln frei in Drogerien und Apotheken erhältlich. Dennoch sollten Sie sich vor ihrer Einnahme bezüglich Notwendigkeit und Dosierung mit Ihrem Frauenarzt besprechen.

Medikamente bei Schilddrüsenfehlfunktionen in der Schwangerschaft

Schilddrüsenfehlfunktionen müssen auch in der Schwangerschaft medikamentös behandelt werden, da sie sich sonst negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken können. Unbehandelt oder falsch behandelt erhöhen sie beispielsweise das Risiko für Fehlgeburten, Frühgeburten und Totgeburten.

Eine ungenügend behandelte Schilddrüsenunterfunktion kann die geistige Entwicklung des Kindes beeinträchtigen. Eine Überfunktion der Schilddrüse erhöht das Risiko für eine Präeklampsie.

Da in der Schwangerschaft die Hormonwerte stark schwanken können, sollten bei Schilddrüsenfehlfunktionen regelmäßig die Blutwerte überprüft werden, um gegebenenfalls die Dosis der Medikamente schnell anpassen zu können.

Medikamente bei Schwangerschaftsdiabetes

Bei einigen werdenden Müttern kommt es im Verlauf der Schwangerschaft zu einem sogenannten Schwangerschaftsdiabetes. Schwangerschaftsdiabetes muss nicht zwingend mit Medikamenten behandelt werden. Meist reicht es aus, weitgehend auf Kohlenhydrate zu verzichten und die Ernährung in der Schwangerschaft zu überdenken. Ein Schwangerschaftsdiabetes muss aber ärztlich überwacht werden.

Medikamente

Wenn ein Schwangerschaftsdiabetes sich nicht über die Ernährung in Schach halten lässt, muss die Schwangere bis zur Geburt Insulin spritzen, das für das ungeborene Kind jedoch unbedenklich ist.

Weitere Informationen

Quellen:

Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.familienplanung.de (Abrufdatum: 21.9.2017)

Online-Informationen des Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie: www.embryotox.de (Stand: 20.6.2017)

Online-Informationen des Gemeinsamen Bundesausschusses: www.g-ba.de (Stand: 20.7.2016)

Weyerstahl, T., Stauber, M.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

Aktualisiert am: 21. September 2017