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Impfungen in der Schwangerschaft: Unbedenkliche und riskante Impfungen

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (18. Februar 2015)

In den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft (1. Trimester) sollte grundsätzlich nicht geimpft werden. Einzige Ausnahme ist die Impfung gegen Grippe, wenn ein besonderes gesundheitliches Risiko besteht.

Mit Beginn des zweiten Schwangerschaftsdrittels, also ab dem vierten Monat, sind Impfungen mit Totimpfstoffen grundsätzlich erlaubt, wie beispielsweise Tetanus, Grippe, Kinderlähmung (Poliomyelitis) und Hepatitis A und B. Impfungen mit Lebendimpfstoffen, wie Masern, Mumps oder Röteln sind für das ungeborene Baby gefährlich, da es sich mit dem Impfvirus infizieren kann – daher gilt: Lebendimpfstoffe dürfen in der Schwangerschaft nicht verwendet werden.

Wenn die Schwangere keine Antikörper gegen Hepatitis A, Hepatitis B, FSME, Windpocken, Mumps oder Röteln hat, aber in Kontakt mit infizierten Personen kommt, wird der Arzt umgehend mit Immunglobulin-Präparaten eine sogenannte passive Immunisierung vornehmen, die prophylaktisch wirkt.

Wird die Schwangerschaft erst nach einer Impfung bekannt, ist das kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch. In diesem Fall sollten Sie gemeinsam mit dem Frauenarzt das Impfrisiko abwägen und weitere Möglichkeiten besprechen.

Lebendimpfstoffe versus Totimpfstoffe

Grundsätzlich gilt in der Schwangerschaft: Wenn überhaupt eine Impfung, dann mit Totimpfstoffen, da bei letzteren die Impfrisiken für die Schwangere als auch für das Kind deutlich niedriger sind.

Lebendimpfstoffe enthalten geringe Mengen des vermehrungsfähigen Krankheitserregers, der allerdings durch spezielle Verfahren abgeschwächt wurde (Attenuierung).

Die echte Krankheit wird mithilfe der Impfung mit einem Lebendimpfstoff sozusagen im Kleinen durchgespielt, was zu einer lang anhaltenden Immunität führt. Der Nachteil von Lebendimpfstoffen ist, dass in seltenen Fällen schwerwiegende Nebenwirkungen auftreten können.

Totimpfstoffe hingegen enthalten den abgetöteten oder nicht vermehrungsfähigen Krankheitserreger oder nur Teile des Krankheitserregers. Trotzdem sorgen auch Totimpfstoffe für eine ausreichende Immunisierung. Der Vorteil von Totimpfstoffen liegt darin, dass es keine so schwerwiegenden Nebenwirkungen geben kann wie bei Lebendimpfstoffen. Es ist also möglich, trotz einer bestehenden Schwangerschaft bestimmte Impfungen vorzunehmen – allerdings ist die Immunisierung nicht so lange gewährleistet wie bei Lebendimpfstoffen.

Die Immunisierung sowohl mit Lebend- als auch mit Totimpfstoffen nennt man übrigens aktive Immunisierung.

Übersicht über kritische und unbedenkliche Impfungen in der Schwangerschaft

Impfung gegen ...bedenklich / unbedenklichArt des Impfstoffs
Grippe ++ Totimpfstoff
Kinderlähmung (Polio) + Totimpfstoff
Tetanus + Totimpfstoff
Hepatitis A / Hepatitis B (+) Totimpfstoff
FSME (durch Zecken übertragen) (+) Totimpfstoff
Keuchhusten (+) Totimpfstoff
Diphtherie (+) Totimpfstoff
Meningokokken (+) Totimpfstoff
Pneumokokken (+) Totimpfstoff
Tollwut (+) Lebendimpfstoff
Masern - Lebendimpfstoff
Mumps - Lebendimpfstoff
Röteln - Lebendimpfstoff
Windpocken - Lebendimpfstoff

Legende: ++ = empfohlen, + = erlaubt, (+) = Impfung bei gefährdeten Personen vorzuziehen, - = kritisch


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