Impfungen in der Schwangerschaft: Passive Immunisierung

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (18. Februar 2015)

Wenn jemand eine Krankheit wie beispielsweise Windpocken durchgemacht hat, so hat der Körper entsprechende Antikörper gebildet, die auch Immunglobuline genannt werden. Diese Immunglobuline können zur sogenannten passiven Immunisierung oder Passivimpfung genutzt werden, indem die Antikörper über eine Injektion auf den Empfänger übertragen werden. Das kann nötig sein, wenn eine normale Impfung nicht möglich ist – wie in der Schwangerschaft oder weil es zu lange dauern würde, bis der Impfschutz greift. Immunglobuline für die passive Immunisierung werden gewöhnlich aus dem Blutplasma von Blutspendern gewonnen.

Die passive Immunisierung ist nicht von Dauer, sondern hält höchstens wenige Wochen an. Sie bietet Schwangeren aber die Möglichkeit, sich und das ungeborene Baby zu schützen, wenn sie in Kontakt mit einer Krankheit gekommen sind, gegen die sie nicht immun sind, beispielsweise mit Tollwut.

Aber auch, wenn eine Impfung möglich ist und durchgeführt wird, wird in der Schwangerschaft häufig zusätzlich eine passive Immunisierung vorgenommen, um sicherzustellen, dass die Krankheit nicht ausbricht – das ist etwa der Fall, wenn die Schwangere sich beispielsweise mit Tollwut infiziert hat. Eine Impfung gegen diese Krankheit ist in der Schwangerschaft nicht empfohlen (kontraindiziert) und die passive Immunisierung eine sinnvolle Alternative.

Wichtig ist in allen Fällen, dass die passive Immunisierung möglichst zeitnah nach dem Kontakt mit dem Erreger erfolgt. Allerdings ist nicht in allen Fällen eine Passivimpfung möglich – für Röteln beispielsweise sind keine Immunglobuline auf dem deutschen Markt.