Impfungen in der Schwangerschaft: Impfungen für Fernreisen

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (18. Februar 2015)

Wer eine Reise in die Tropen oder zu anderen exotischen Zielen plant, sollte sich grundsätzlich im Voraus über mögliche Infektionskrankheiten und die entsprechenden Impfempfehlungen informieren. Allerdings wird von solchen Reisen in der Schwangerschaft generell abgeraten.

Wer dennoch nicht darauf verzichten möchte, sollte sich klarmachen, dass vor allem Impfungen gegen Gelbfieber, Cholera, Pocken, Tuberkulose und Typhus in der Schwangerschaft nicht ungefährlich sind. Ist das Risiko für eine Ansteckung nur gering oder die Krankheit kein Risiko für das ungeborene Kind, kann in Absprache mit einem Tropeninstitut oder dem Gesundheitsamt auf eine Impfung verzichtet werden.

Am sichersten ist es, sich wenn möglich bereits vor einer Schwangerschaft gegen entsprechende Krankheiten impfen zu lassen, wenn in näherer Zukunft eine geplante Fernreise ansteht.

Sind bei der Einreise ins Urlaubsland nur routinemäßig bestimmte Impfungen (z.B. Pockenimpfung) vorgeschrieben, kann das Gesundheitsamt ein Impfbefreiungszeugnis ausstellen. Dafür muss aber vorher nachgewiesen werden, dass die Schwangere nicht unter der entsprechenden Krankheit leidet oder Träger des Erregers ist.

Übersicht über Impfungen bei Fernreisen

ImpfstoffImpfung gegen ...bedenklich / unbedenklich
Totimpfstoff Typhus (oral) (+)
Totimpfstoff Cholera (+)
Totimpfstoff Hepatitis A / Hepatitis B (+)
Lebendimpfstoffe Gelbfieber (+)
Lebendimpfstoffe Tuberkulose -
Lebendimpfstoffe Pocken -

Legende: (+) = Impfung nur bei Reisen in Endemiegebiete oder nach Kontakt, – = kritisch

Malaria

Gegen Malaria gibt es keine Impfung, trotzdem kann man Malaria vorbeugen (Malariaprophylaxe). Malaria verläuft bei Schwangeren oft wesentlich gefährlicher als bei nicht-schwangeren Frauen. Keines der vorbeugenden Medikamente ist aber in der Schwangerschaft völlig risikofrei. Nach genauer Abwägung durch den Arzt können die Mittel Proguanil und Chloroquin verabreicht werden. Mefloquin darf während der ersten drei Monate (1. Trimester) einer Schwangerschaft und während der Stillzeit nicht eingenommen werden. Doxycyclin ist in der gesamten Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert. Für weitere mögliche Medikamente liegen nicht genügend Daten vor.