Frauenarzt oder Hebamme?: Hebamme

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (30. April 2015)

Die Hebamme stellt für die werdende Mutter häufig eine der wichtigsten Bezugs- und Vertrauenspersonen rund um die Geburt dar.

Wenn Sie zusätzlich zu Ihrem Frauenarzt eine Unterstützung während der Schwangerschaft suchen, können Sie sich an eine freiberufliche Hebamme (Beleghebamme) wenden. Diese begleitet Sie durch Ihre gesamte Schwangerschaft und kann Ihnen wertvolle Tipps geben. Die Hebamme spielt nicht nur bei der Vorbereitung auf die Geburt eine wichtige Rolle, sondern auch bei der Geburt selbst und für die Nachbetreuung zu Hause.

Nach der Geburt besucht Sie die Hebamme während des Wochenbetts

  • bis zum zehnten Lebenstag Ihres Kindes täglich,
  • anschließend bis zur achten Woche noch bis zu 16 Mal.

Darüber hinaus können Sie die Hebamme noch bis zu achtmal in Anspruch nehmen, wenn Sie Probleme mit dem Stillen oder der Ernährung des Säuglings haben. Weitere Leistungen können individuell vom Arzt verschrieben werden.

Die richtige Hebamme finden

Meist werden gute Hebammen durch Mund-zu-Mund-Propaganda von Frau zu Frau weiterempfohlen. Sie erhalten aber auch beim Deutschen Hebammenverband e.V., bei Ihrem Frauenarzt oder bei Gesundheitsämtern Adressen von Hebammen in Ihrer Umgebung. Wenn Sie eine Beleghebamme suchen, also eine Hebamme, die nicht nur die Vor- und Nachsorge betreut, sondern auf Abruf auch die Geburt begleitet, achten Sie darauf, dass die von Ihnen gewählte Hebamme nicht zu weit weg wohnt, damit sie bei Beginn der Geburt rechtzeitig bei Ihnen sein kann. Sollten Sie sich bei einer Hebamme nicht gut aufgehoben fühlen, dann scheuen Sie nicht davor, diese zu wechseln. Ein vertrauensvolles Verhältnis ist genauso wie die fachliche Kompetenz ein wichtiger Punkt für die richtige Wahl.

Tipp: Kümmern Sie sich schon früh in der Schwangerschaft um eine Hebamme, damit Sie ausreichend Zeit haben, die richtige zu finden. Viele Hebammen sind außerdem schon früh ausgebucht.

Leistungen der Hebamme

Die Kosten für die Schwangerschaftsbetreuung durch eine Hebamme übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen. So können Sie ohne Einschränkung ihre Hilfe in Anspruch nehmen und bei ihr auch einen großen Teil der Vorsorgeuntersuchungen vornehmen lassen. Zur Ultraschalluntersuchung müssen Sie allerdings Ihren Frauenarzt aufsuchen.

Außerdem bieten viele freiberufliche Hebammen Kurse zur Geburtsvorbereitung an. Daher sollten Sie, auch wenn Sie die gesamte Schwangerschaftsvorsorge bei einem Arzt durchführen lassen, gegen Ende des zweiten Schwangerschaftsdrittels eine Hebamme aufsuchen, bei der Sie einen Geburtsvorbereitungskurs besuchen können.

Während der Geburt steht Ihnen die Beleghebamme zur Seite und kann Sie und Ihr Baby auf einer guten Vertrauensbasis fachkundig unterstützen. Auch bei einer Klinikgeburt ist der Arzt häufig nur bei Komplikationen und in der Endphase der Geburt anwesend. Allerdings sollten Sie vorher klären, ob Ihre Hebamme die Geburt in Ihrer Wunschklinik begleiten kann, weil in den meisten Kliniken fest angestellte Hebammen tätig sind. Nach der Geburt sorgt die Hebamme schließlich für Abhilfe bei Stillproblemen und gibt Rat zur richtigen Ernährung und Pflege des Neugeborenen.

Zusatzleistungen

Die Kosten für manche Zusatzleistungen von Hebammen müssen Schwangere selbst übernehmen – sie werden aber von einigen Krankenkassen auf Anfrage zurückerstattet oder anteilig übernommen.

Hierzu gehört beispielsweise die Rufbereitschaft, die gewährleistet, dass Sie Ihre Hebamme rund um die Uhr erreichen können.

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Hebamme, welche Leistungen unter die Zusatzleistungen fallen und fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, was Ihnen möglicherweise zurückerstattet werden kann.