Frauenarzt oder Hebamme?: Frauenarzt

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (30. April 2015)

Da Ihr Frauenarzt (Gynäkologe) Sie durch die gesamte Schwangerschaft begleitet, sollten Sie bewusst auswählen, welchem Frauenarzt Sie sich und Ihr Kind anvertrauen möchten. Dass Sie während der Schwangerschaft besonders viele Fragen an Ihren Frauenarzt haben, ist normal. Schreiben Sie sich diese am besten vor Ihrem nächsten Vorsorgetermin auf, um nichts Wichtiges zu vergessen.

Sie brauchen sich für Ihre zahlreichen Fragen nicht zu entschuldigen, alle Fragen haben ihre Berechtigung!

Tipps fürs Gespräch beim Frauenarzt:

  • Je genauer Sie nachfragen, desto weniger Missverständnisse treten später auf.
  • Häufig werden Fragen während der gynäkologischen Untersuchung besprochen. Wenn es Ihnen angenehmer ist, das Gespräch unabhängig von der Untersuchung zu führen, sprechen Sie das an!
  • Besprechen Sie rechtzeitig, welche Untersuchungen Sie durchführen möchten und welche nicht und ob ein Teil der Untersuchungen von Ihrer Hebamme übernommen werden soll.

Sollten Sie eine Alternative zu einer Klinikgeburt wünschen, dann informieren Sie Ihren Frauenarzt darüber. Schlägt der Frauenarzt Ihnen eine Untersuchung oder einen Eingriff vor, den Sie nicht möchten, dann sagen Sie auch das deutlich.

Sollten Sie sich für eine Klinikgeburt entschieden haben, dann achten Sie besonders auf das persönliche Gespräch mit dem dort behandelnden Gynäkologen. So lernen Sie mit der Zeit das gesamte Geburtshelfer-Team kennen und erleben bei der Entbindung eine vertraute Atmosphäre. Falls Sie einen Geburtsplan erstellt haben, können Sie diesen frühzeitig dem Geburtshelfer-Team mitteilen.

Hören Sie auf Ihre innere Stimme und wechseln Sie Ihren Frauenarzt, wenn Sie sich für die Schwangerschaft nicht gut aufgehoben fühlen. Eine gute Kommunikation während der Schwangerschaft erleichtert Ihnen den Weg zu einem stressfreien Geburtserlebnis und einer guten Nachsorge im Wochenbett.

Leistungen des Frauenarztes

Wenn bei Ihnen eine Schwangerschaft festgestellt wurde, stellt Ihr Frauenarzt den Mutterpass aus. Anschließend begleitet er Sie – eventuell gemeinsam mit einer Hebamme – durch die gesamte Schwangerschaft. Das bedeutet, dass er

  • die anstehenden Vorsorgeuntersuchungen bei Ihnen vornehmen wird,
  • Sie über Themen rund um die Schwangerschaft informiert,
  • Sie berät und
  • Sie individuell untersucht und gegebenenfalls therapiert.

Zu den von den Krankenkassen gezahlten regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zählen

  • die Tastuntersuchung, um die Lage der Gebärmutter festzustellen (Fundusstand),
  • Urin- und Blutuntersuchungen sowie
  • die Ultraschalluntersuchungen, die Aufschluss über Größe, Lage und Entwicklung des Kindes geben.

Hinzu können zusätzliche Untersuchungen der Pränataldiagnostik kommen, die individuell mit dem Frauenarzt besprochen werden und nur in bestimmten Fällen von den Kassen übernommen werden. Etwa ab der 30. SSW führen viele Ärzte außerdem routingemäßig ein CTG durch.