Blutungen in der Schwangerschaft: Komplikationen

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (08. September 2016)

Blutungen in der Schwangerschaft müssen immer ernstgenommen und ärztlich abgeklärt werden. Auch wenn die Blutungen häufig harmlos sind gilt: Lieber einmal zu viel abklären lassen als einmal zu wenig.

Denn ernste Ursachen für Blutungen in der Schwangerschaft muss der Frauenarzt überwachen und bei Bedarf behandeln. Je nach Ausmaß der Blutungen kann es nötig sein, dass die Schwangere stationär aufgenommen wird. Eventuell muss das Kind per Kaiserschnitt zur Welt kommen.

Eine Vorderwandplazenta (Placenta praevia) stellt keinen unmittelbaren Notfall dar. Sie kann sich im Verlauf der Schwangerschaft noch "verschieben" – häufig liegt in der Frühschwangerschaft die Plazenta nahe am Muttermund oder auch darüber, hat sich aber bis zur Geburt soweit verschoben, dass eine normale Geburt möglich ist.

Besteht die Vorderwandplazenta aber noch in der zweiten Schwangerschaftshälfte, können die wachsende Gebärmutter oder leichte Wehen an der Stelle ziehen, an der die Plazenta mit der Gebärmutter verbunden ist. Dadurch können Gefäße mehr oder weniger stark einreißen und es kommt zu leichten bis starken schmerzlosen Blutungen. Solche Blutungen treten besonders in den letzten Schwangerschaftswochen auf, wenn die Gebärmutter bereits sehr groß ist. Meist beginnen die Blutungen im Schlaf oder bei Belastung.

Blutungen aufgrund einer Placenta praevia oder einer Plazentaablösung können im weiteren Verlauf zu einer akuten Plazentainsuffizienz führen. Dabei handelt es sich um einen Notfall, der eine engmaschige Überwachung im Krankenhaus und gegebenenfalls einen Kaiserschnitt erfordert.

Starke oder anhaltende Blutungen können zu einem sogenannten Blutvolumenmangelschock (hämorrhagischer Schock) bei der werdenden Mutter führen. Symptome hierfür können sein:

  • schneller bis rasender Puls
  • niedriger Blutdruck
  • blasse, feuchte Haut
  • blaue Lippen
  • Unruhe und Angst
  • flache Atmung