Risikoschwanger­schaft: Beschäftigungsverbot bei Risikoschwangerschaft

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (01. April 2015)

Während einer Schwangerschaft gibt es verschiedene Schutzfristen (Beschäftigungsverbote), die über das Mutterschutzgesetz geregelt sind und je nach Ausgangslage auf die werdende Mutter angewendet werden können. Die Schutzfristen umfassen

  • das allgemeine Beschäftigungsverbot,
  • das generelle Beschäftigungsverbot und
  • das individuelle Beschäftigungsverbot.

Das allgemeine Beschäftigungsverbot gilt für alle Schwangeren und umfasst bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft folgende Zeiträume:

  • 6 Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin
  • 8 Wochen nach der Geburt (bzw. 12 Wochen bei Mehrlingen)

Kommt das Baby früher zur Welt, werden die "verpassten" Tage an die Zeit nach der Geburt angehängt.

Das generelle Beschäftungsverbot gilt für Schwangere, die einer Beschäftigung nachgehen, welche die Schwangerschaft gefährden kann. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Fließbandarbeit
  • Nachtarbeit
  • Sonntagsarbeit

Das individuelle Beschäftigungsverbot kann auf ärztliches Attest hin ausgesprochen werden, zum Beispiel wenn im Rahmen einer Risikoschwangerschaft Gefahr für Leben oder Gesundheit von Mutter und Kind besteht.

Darf ich arbeiten?

Eine Risikoschwangerschaft bedeutet nicht gleichzeitig, dass Sie nicht mehr arbeiten dürfen oder sollten. Je nachdem, warum Sie als Risikoschwangere eingestuft wurden, dient das lediglich dazu, die Schwangerschaft engmaschiger zu überwachen. Sind sogenannte praktische Risiken (z.B. eine schwere Vorerkrankung) Grundlage für die Einstufung, kann Ihr Arzt Ihnen aber ein Attest für ein Beschäftigungsverbot ausstellen.

Beschäftigungsverbot – wer zahlt?

Das Mutterschutzgesetz regelt die Finanzen von angestellten Schwangeren während der verschiedenen Schutzfristen. So kann die werdende Mutter je nach Schutzfrist folgende Zuschüsse geltend machen:

  • Mutterschaftsgeld
  • Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld
  • Arbeitsentgelt bei Beschäftigungsverboten außerhalb der Mutterschutzfristen (Mutterschutzlohn)