Beckenbodentraining: Anatomie des Beckenbodens

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (26. Juli 2016)

Um das Beckenbodentraining möglichst sinnvoll einsetzen zu können ist es vorteilhaft, die Anatomie des Beckenbodens und die Funktionsweise der Beckenbodenmuskulatur zu kennen. Die Beckenbodenmuskulatur ist mit dem knöchernen Becken verbunden:

  • Steißbein,
  • Schambein und
  • die beiden Sitzbeinhöcker

bilden die äußeren, knöchernen Begrenzungen des Beckenbodens. Ohne Beckenboden hätten die Organe des Bauchraums keinen Halt.

Die Beckenbodenmuskulatur besteht aus drei muskulösen Schichten:

  • äußere Beckenbodenmuskulatur
  • mittlere Beckenbodenmuskulatur
  • innere Beckenbodenmuskulatur

Die innere Schicht spannt sich zwischen dem vorne liegenden Schambein und dem hinten liegenden Steißbein. Sie ist die stabilste und breiteste Schicht, da auf ihr der größte Druck durch die Organe lastet.

Die mittlere Schicht spannt sich quer zu der inneren Schicht wie ein Fächer zwischen den Sitzknochen auf und liegt unterhalb der Blase im vorderen Bereich des Beckens.

Die äußere Schicht umgibt die Schließmuskeln des Afters und der Harnröhre. Bei Frauen umfasst sie außerdem die Scheide, bei Männern den Penisansatz.

Auch der Damm gehört zum Beckenboden. Er befindet sich bei Männern zwischen Hodensack und After und bei Frauen zwischen Scheide und After.

Funktion des Beckenbodens

Die Beckenbodenmuskulatur muss verschiedene Funktionen erfüllen:

  • Der Beckenboden muss kräftig genug sein, um die Bauch- und Beckenorgane zu stützen, ihre Lage zu sichern und die Schließmuskulatur von Harnröhre und After zu unterstützen bzw. zu ersetzen.
  • Der Beckenboden muss sich beim Stuhlgang, beim Wasserlassen und bei der Frau beim Geschlechtsverkehr und der Geburt öffnen können. Er muss sich also nicht nur anspannen, sondern auch entspannen können.
  • Beim Husten, Niesen, Lachen sowie beim Heben schwerer Lasten und bei körperlicher Anstrengung muss der Beckenboden dem hohen Druck, der im Bauchraum entsteht, standhalten.

Sowohl die Muskeln als auch die Bänder des Beckenbodens, die die Organe im Bauchraum stabilisieren, haben Kontakt zum Steißbein und zur Wirbelsäule, sodass sich Haltungsfehler negativ auf die Spannung des Beckenbodens auswirken können.