Anzeige

Anzeige

Ausfluss in der Schwangerschaft

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (17. November 2016)

© Jupiterimages/iStockphoto

Hormonelle Veränderungen führen häufig dazu, dass der Ausfluss in der Schwangerschaft zunimmt. Jede zweite Frau hat daher in der Schwangerschaft stärkeren Ausfluss als gewöhnlich.

Zu den normalen weiblichen Körperfunktionen gehört unter anderem der tägliche Ausfluss aus der Vagina. Er besteht aus Schleimhautzellen und Flüssigkeit, die vom Gebärmutterhals abgesondert wird. Der Ausfluss enthält Milchsäurebakterien, die ihm ein saures Milieu verleihen, in dem sich Krankheitserreger nicht vermehren können – das heißt, Ausfluss schützt die Genitalregion vor Infektionen. Normaler Ausfluss ist klar bis weißlich und geruchslos. Die tägliche Menge ist individuell verschieden.

In der Schwangerschaft sorgen Hormone dafür, dass der Genitalbereich stärker durchblutet und entspannter ist. Das kann unter anderem verstärkten Ausfluss zur Folge haben.

Vermehrter Ausfluss in der Schwangerschaft ist normal, solange er farblos bis weiß ist und Sie keine Beschwerden (wie Juckreiz oder Schmerzen) haben.

Besonders in der Frühschwangerschaft, wenn der Körper sich auf die hormonellen Veränderungen einstellen muss, hat jede zweite Frau vermehrten Ausfluss.

Was kann ich tun?

Ausfluss in der Schwangerschaft können Sie nicht vorbeugen. Die tägliche Menge ist von Frau zu Frau unterschiedlich und stellt kein Risiko für Sie oder Ihr Kind dar. Im Gegenteil: Ein klarer bis weißlicher, geruchsloser Ausfluss weist  auf eine gesunde Scheidenflora hin.

Sie können aber darauf achten, dass die Scheidenflora nicht beeinträchtigt wird. Das ist besonders in der Schwangerschaft wichtig, da Infektionen in die Gebärmutter aufsteigen und auf das Kind übertragen werden können.

Achten Sie daher auf folgende Punkte:

  • Übertreiben Sie es nicht mit der Intimhygiene!
  • Verwenden Sie im Intimbereich nur Wasser zum Waschen, verzichten Sie auf Seifen.
  • Bevorzugen Sie Baumwollunterwäsche.
  • Verzichten Sie auf Slipeinlagen mit Plastikfolien.

Wann zum Arzt?

Vermehrter Ausfluss in der Schwangerschaft kann auch auf eine Infektion hinweisen. Scheidenentzündungen sind in der Schwangerschaft nicht selten und stellen durch aufsteigende Infektionen ein Risiko für das ungeborene Kind dar.

Sehr flüssiger Ausfluss, der direkt nach dem Aufstehen vorkommt, kann auch ein Hinweis auf einen vorzeitigen Blasensprung sein.

Auch eine Harninkontinenz kann – besonders beim Husten oder Niesen – dazu führen, dass vermehrt Flüssigkeit austritt, die oft als stärkerer Ausfluss wahrgenommen wird.

Suchen Sie daher Ihren Frauenarzt auf, wenn der Ausfluss

  • plötzlich zunimmt,
  • blutig ist,
  • unangenehm riecht,
  • sehr flüssig ist,
  • nur nach dem Aufstehen auftritt,
  • grünlich aussieht oder
  • grobkörnig wirkt.

Anzeige

Auch Schmerzen und starker Juckreiz können auf eine Infektion hinweisen.

Ihr Frauenarzt wird den Ausfluss auf Erreger untersuchen und bei Bedarf ein Medikament (meist in Form eines Scheidenzäpfchens) verschreiben, das auch in der Schwangerschaft verwendet werden kann.

Anzeige


Anzeige