8. SSW (Schwangerschafts­woche)

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (17. Januar 2017)

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In der 8. Schwangerschaftswoche (SSW) ist der Embryo etwa 15 Millimeter groß (Scheitel-Steiß-Länge = SSL). Der Kopf hebt sich nun und der Körper streckt sich, der Embryo sieht immer mehr wie ein Baby aus.

Im Lauf der 8. SSW ist bereits ein kleines Gesicht mit Mund, Nase und Augen zu erkennen. Mit der 8. Schwangerschaftswoche endet der 2. Schwangerschaftsmonat. In dieser Zeit können Schwangere sogenannte Frühschwangerschaftskurse (z.B. bei Hebammen) besuchen, in denen wichtige Fragen zur Frühschwangerschaft (z.B. bezüglich Ernährung in der Schwangerschaft und Verhalten in dieser Zeit) erläutert werden.

Sobald die Schwangerschaft bekannt ist, erfolgt die Erstuntersuchung beim Frauenarzt, bei der auch der Mutterpass ausgehändigt wird. Anschließend folgen Vorsorgeuntersuchungen im Abstand von vier Wochen bis zur 32. SSW . Von der 32. SSW bis zum errechneten Geburtstermin verkürzt sich dieser Abstand auf zwei Wochen. Ist der errechnete Termin überschritten, wird bis zum 10. Tag alle zwei Tage, bis zum 14. Tag täglich kontrolliert. Außerdem sind drei große Vorsorgeuntersuchungen mit Ultraschall vorgesehen:

Was bedeutet 8. SSW?

In der 8. SSW ist der Embryo etwa sechs Wochen alt – der Unterschied zwischen Lebensalter und Schwangerschaftswoche kommt daher, dass die ersten zwei Schwangerschaftswochen lediglich der Berechnung dienen. Insgesamt umfasst eine Schwangerschaft 40 Wochen oder zehn Monate. Dabei startet die Berechnung etwa zwei Wochen vor der Befruchtung – nämlich mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Diese Rechnung hat sich bewährt, da sich nicht bei jeder Frau der Termin des Eisprungs rückwirkend eindeutig bestimmen lässt.

In der 8. SSW sind Sie 7 Wochen und x Tage schwanger – die 8. SSW besteht demnach aus den Tagen:

  • 7+0 = 1. Tag der 8. SSW
  • 7+1 = 2. Tag der 8. SSW 
  • 7+2 = 3. Tag der 8. SSW
  • 7+3 = 4. Tag der 8. SSW
  • 7+4 = 5. Tag der 8. SSW
  • 7+5 = 6. Tag der 8. SSW
  • 7+6 = 7. Tag der 8. SSW

Bis zum errechneten Entbindungstermin sind es nun noch etwa 32 Wochen.

Die Mutter in der 8. SSW

In der 8. Schwangerschaftswoche (SSW) ist die Gebärmutter etwa so groß wie ein Gänseei und kann bereits derart auf die Blase drücken, dass die werdende Mutter häufiger zur Toilette muss (häufiger Harndrang). Die Bänder, an denen die Gebärmutter aufgehängt ist (Mutterbänder) dehnen sich weiter, was die Schwangere häufig als unangenehmes Ziehen im Unterleib spürt. Die Brüste  können jetzt bereits wachsen und Brustwarze sowie Warzenhof werden dunkler. Im 1. Schwangerschaftsdrittel ist von der Schwangerschaft aber noch nicht viel zu sehen. Die werdende Mutter nimmt weder besonders viel zu noch zeigt sich der Babybauch.

Wenn Ihnen jetzt trotzdem ihre gewohnten Hosen nicht mehr passen und der Bauch sich unangenehm aufgebläht anfühlt, kann das daran liegen, dass Ihre Verdauung durch die hormonelle Umstellung träger geworden ist. Folge können Verstopfung und Blähungen sein – das kleine Bäuchlein, was viele Schwangere in dieser Zeit an sich beobachten, ist darum ein Blähbauch, durch den die gewohnte Kleidung unangenehm spannt und drückt. Wem es jetzt noch zu früh ist für Schwangeschaftskleidung, der kann sich durch einfache Tricks behelfen und dem aufgeblähten Bauch Platz schaffen:

  • Lassen Sie den obersten Knopf der Hose einfach auf.
  • Wenn Ihnen das zu unbequem ist: Ziehen Sie ein Haargummi durch das Knopfloch und befestigen Sie die Enden am Knopf. So wird die Hose etwas lockerer.
  • Wer es lieber professionell halten möchte, kann sich im Fachgeschäft spezielle Erweiterungen für den Hosenbund besorgen.

Etwa ab der 8. SSW bemerken viele Schwangere schon bei leichter Anstrengung vermehrte Erschöpfung und Atemnot. Ein Teil des eingeatmeten Sauerstoffs wird nun für den Embryo abgezweigt und das Blutvolumen der werdenden Mutter erhöht sich nach und nach, um das Ungeborene mit dem nötigen Sauerstoff zu versorgen. Für den Embryo wird immer ausreichend Sauerstoff zur Verfügung gestellt, sodass die Schwangere, sobald sie sich etwas anstrengt und selber mehr Sauerstoff benötigt, einen leichten Sauerstoffmangel bemerkt, der sich durch Erschöpfung und Atemnot äußert. Viel Bewegung an der frischen Luft und Atemübungen können dem entgegenwirken.

Die Vielfalt der Hormone kann Körper und Psyche gerade im 1. Schwangerschaftsdrittel belasten und vielfältige Schwangerschaftsbeschwerden mit sich bringen. Neben der bekannten Morgenübelkeit, vermehrter Müdigkeit und eventuell Ausfluss haben viele Schwangere jetzt starke Gefühlsschwankungen. Auch das ist normal und lässt gewöhnlich um den 4. Schwangerschaftsmonat nach.

Das sollten Sie in der 8. SSW beachten!

Gefühlsschwankungen begegnen Sie am besten, indem Sie sie zulassen und über Ihre Ängste und Sorgen sprechen. Hilfreich ist jetzt ein verständnisvolles Umfeld – aber auch Frauenarzt oder Hebamme sind geeignete Ansprechpartner. Nehmen Schlafstörungen und depressive Phasen jedoch zu, sollten Sie das vom Arzt abklären lassen, um negative Auswirkungen auf sich und Ihr Kind zu vermeiden. Es ist keine Schande, wenn eine Schwangerschaft psychotherapeutisch begleitet wird.

Der Embryo in der 8. SSW

Bereits ab der 8. Schwangerschaftswoche (SSW) – der Embryo ist jetzt etwa sechs Wochen alt – können Sie im Ultraschall erste Ansätze von Fingern und Zehen sehen. In der 8. SSW erreicht der Embryo eine Größe von etwa 15 Millimetern.

Rein äußerlich ist ein Embryo bis zur 8. Schwangerschaftswoche kaum von den Embryos anderer Säugetiere zu unterscheiden. Ab jetzt ändert sich das aber nach und nach: Der kleine Körper nimmt eindeutig menschliche Züge an und ist als Baby erkennbar.

Bisher hatte der Embryo seinen Kopf immer nach vorne gebeugt – jetzt hebt er ihn an und streckt dadurch seinen Körper. Sein Schädel besteht aus dünnem Knorpel, durch den die Anlage des Gehirns hindurchschimmert. Hinter der Stirn entwickeln sich große Blasen, aus denen das Großhirn entstehen wird. Die dahinter liegenden kleineren Blasen sind die Vorläufer der anderen wichtigen Teile des Gehirns. Die Augen sind nun von einer feinen Haut überzogen, aus der sich die Augenlider entwickeln.

Viele der Organe des Embryos funktionieren bereits: Die Nieren produzieren Urin und der Magen die Magensäure. In den folgenden vier Wochen werden sich auch die restlichen Organe vollständig entwickeln.

Auf dem Ultraschallbild können Sie die schnellen Schläge des Herzens gut zu sehen. Schon bald werden sich die langsam Form annehmenden Arme und Beine, deren Ellbogen und Knie sich gerade ausbilden, bewegen. Etwa in der 8. Schwangerschaftswoche beginnen außerdem die Knochen zu verknorpeln.

Sowohl Größe als auch Gewicht des Babys entwickeln sich mit fortschreitender Schwangerschaft immer individueller. Die genannten Werte können daher nur Durchschnittswerte sein. Wenn die Daten Ihres Kindes von diesen Werten abweichen, ist das kein Grund zur Besorgnis.

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