6. SSW (Schwangerschafts­woche)

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (16. Januar 2017)

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In der 6. Schwangerschaftswoche (SSW) ist der Embryo etwa vier Millimeter lang. Spätestens in dieser Woche beginnt das Herz zu schlagen. Schwangerschaftsbeschwerden wie Müdigkeit und Morgenübelkeit können in dieser Zeit zum ersten Mal auftreten oder noch zunehmen.

Neben den körperlichen Beschwerden, die besonders im 1. Drittel der Schwangerschaft auftreten können, leiden viele Schwangere auch unter psychischen Auswirkungen der hormonellen Umstellung. Keine Sorge: Auch diese Zeit geht für gewöhnlich im Lauf der ersten drei Monate vorüber.

Lassen Sie es zu, wenn Sie in der ersten Zeit der Schwangerschaft vielleicht noch nicht die Freude empfinden, die Sie erwartet haben. Die Hormonschwankungen der ersten Monate können starke Auswirkungen auf die Psyche haben. Reden Sie mit Ihrem Partner oder der Familie und Freunden darüber. Es kann auch helfen, wenn Sie sich intensiv mit Ihrer Schwangerschaft beschäftigen und schon jetzt mit dem Ungeborenen sprechen..

Die richtige Ernährung in der Schwangerschaft ist nun besonders wichtig, da die Hormonumstellung das Immunsystem schwächt und Sie anfälliger für Infektionen macht, die sich in der Folge auch auf das Ungeborene auswirken können. Nehmen Sie außerdem besonders in den ersten Schwangerschaftswochen zusätzlich zu einer folsäurehaltigen Ernährung ein Folsäure-Präparat (aus der Apotheke) ein! Empfohlen wird eine Einnahme von 0,4 Milligramm täglich während der ersten drei Schwangerschaftsmonate. Ab dem 4. Schwangerschaftsmonat hat die ergänzende Folsäure keine Auswirkung mehr auf die kindliche Entwicklung, kann sich aber positiv auf Ihren Körper auswirken.

Sobald die Schwangerschaft bekannt ist, erfolgt die Erstuntersuchung beim Frauenarzt, bei der auch der Mutterpass ausgehändigt wird. Anschließend folgen Vorsorgeuntersuchungen im Abstand von vier Wochen bis zur 32. SSW . Von der 32. SSW bis zum errechneten Geburtstermin verkürzt sich dieser Abstand auf zwei Wochen. Ist der errechnete Termin überschritten, wird bis zum 10. Tag alle zwei Tage, bis zum 14. Tag täglich kontrolliert. Außerdem sind drei große Vorsorgeuntersuchungen mit Ultraschall vorgesehen:

Was bedeutet 6. SSW?

In der 6. SSW ist der Embryo etwa vier Wochen alt – der Unterschied zwischen Lebensalter und Schwangerschaftswoche kommt daher, dass die ersten zwei Schwangerschaftswochen lediglich der Berechnung dienen. Insgesamt umfasst eine Schwangerschaft 40 Wochen oder zehn Monate. Dabei startet die Berechnung etwa zwei Wochen vor der Befruchtung – nämlich mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Diese Rechnung hat sich bewährt, da sich nicht bei jeder Frau der Termin des Eisprungs rückwirkend eindeutig bestimmen lässt.

In der 6. SSW sind Sie 5 Wochen und x Tage schwanger – die 6. SSW besteht demnach aus den Tagen:

  • 5+0 = 1. Tag der 6. SSW
  • 5+1 = 2. Tag der 6. SSW 
  • 5+2 = 3. Tag der 6. SSW
  • 5+3 = 4. Tag der 6. SSW
  • 5+4 = 5. Tag der 6. SSW
  • 5+5 = 6. Tag der 6. SSW
  • 5+6 = 7. Tag der 6. SSW

Bis zum errechneten Entbindungstermin sind es nun noch etwa 34 Wochen.

Die Mutter in der 6. SSW

Während der Schwangerschaft wird der Körper der werdenden Mutter von vielen verschiedenen Hormonen überflutet. Das Zusammenspiel dieser interzellulären Signalstoffe ermöglicht es dem Körper, Mutter und Baby sicher zu versorgen.

Besonders in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft, so auch um die 6. Schwangerschaftswohe (SSW), stellt sich der Körper auf die neue Situation ein. Durch die  Progesteron-Ausschüttung wird die Gebärmuttermuskulatur entspannt, damit das Baby ungestört heranwachsen kann, die Gebärmutter wird weicher. Der Frauenarzt kann nun auch ertasten, dass der Gebärmutterhals fester und unbeweglicher wird, eines der ersten tastbaren Schwangerschaftsanzeichen.

Das Schwangerschaftshormon HCG (humanes Choriongonadotropin) unterdrückt erneute Eisprünge und verhindert die Menstruation. Etwa ab dem dritten Monat übernimmt das Plazentahormon HPL (Human-Plazenta-Laktogen) diese Aufgaben. Östrogen regt den Milchfluss an, damit das Baby nach der Geburt über die Muttermilch ernährt werden kann. Und auch für die Geburt sorgt der Körper vor, indem er das Hormon Relaxin bildet. Dieses Hormon macht das Gewebe rund um den Bereich des Beckenbodens und des Muttermunds elastischer.

Das sollten Sie in der 6. SSW beachten!

Schwangerschaftsbeschwerden wie Morgenübelkeit oder starke Müdigkeit können nun zum ersten Mal auftreten oder zunehmen. Auch vermehrter Ausfluss ist in der Frühschwangerschaft nicht selten. Wenn Sie sich damit unsicher fühlen, besprechen Sie sich mit Ihrem Frauenarzt oder einer Hebamme.

Der Embryo in der 6. SSW

In der 6. Schwangerschaftswoche (SSW) ist der Embryo etwa vier Millimeter groß. Die Befruchtung war erst vor etwa 3 bis 4 Wochen, doch im Ultraschall sieht man bereits ein kleines gekrümmtes Würmchen mit schnell schlagendem Herz. Im Unterschied zum späteren Leben wird der kleine Körper nicht über die Lunge mit Sauerstoff versorgt, sondern über den Mutterkuchen (Plazenta). Vom Bauch des Embryos aus führt die Nabelschnur, in der sich nun Blutgefäße zum Transport der Nährstoffe bilden, zur Plazenta. Im Ultraschall kann man den Puls dieser Blutgefäße beobachten.

Hals und Kopf sind in der 6. SSW bereits vorhanden – im Ultraschall sind am Kopf die Anlagen für Augen, Ohren und Gehirn zu erkennen. Jetzt entwickelt sich außerdem der Rückenstrang, der sich weiter zur Wirbelsäule ausbildet und im Vergleich zum Rest des Körpers besonders groß ist. Der Rückenstrang erstreckt sich vom Nacken bis hinunter zu der Stelle, wo die flügelartigen Anlagen für die Beine entstehen, und endet in diesem Stadium noch in einem Schwanz, einem Überbleibsel aus der Evolution, der sich später wieder zurückbildet. Der Embryo entwickelt sich von oben nach unten, so dass der Kopf im Vergleich zum restlichen Körper überdimensional groß erscheint.

Aus einem Teil des embryonalen Gewebes, dem mittleren Keimblatt, entsteht in dieser Zeit eine große Anzahl von sogenannten Skelettknospen. Aus ihnen bilden sich nach und nach 33 oder 34 Wirbel. Unterhalb der Halswirbel zeichnen sich 12 Brustwirbel ab, aus denen bogenförmig die Rippen wachsen. Auf diese Weise bildet sich der Brustkorb. Zwischen den Wirbeln entsteht ein Zwischenraum, in dem sich später Nervenbündel aus dem Rückenmark befinden.

Sowohl Größe als auch Gewicht des Babys entwickeln sich mit fortschreitender Schwangerschaft immer individueller. Die genannten Werte können daher nur Durchschnittswerte sein. Wenn die Daten Ihres Kindes von diesen Werten abweichen, ist das kein Grund zur Besorgnis.

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