5. SSW (Schwangerschafts­woche)

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (16. Januar 2017)

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Mit der 5. Schwangerschaftswoche (SSW) beginnt auch der 2. Schwangerschaftsmonat. In dieser Woche fängt das Herz des Embryos an zu schlagen. Ein Schwangerschaftstest liefert zu dieser Zeit ein zuverlässiges Ergebnis, und häufig sind im Ultraschall schon Embryo und Dottersack sichtbar.

In der 5. Schwangerschaftswoche macht sich die Schwangerschaft für die werdende Mutter deutlich bemerkbar: Die Regelblutung bleibt aus. Spätestens jetzt sollten Sie auf Dinge wie Alkohol, Zigaretten, Drogen und auch Medikamente verzichten. Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, sollten Sie das mit ihrem Frauenarzt abklären.

Vielleicht spüren Sie in der 5. SSW schon erste Schwangerschaftsanzeichen: Besonders ziehende und spannende Brüste und vermehrte Müdigkeit sind zu dieser Zeit normale Anzeichen einer Schwangerschaft. Zu sehen ist in dieser Phase der Schwangerschaft aber noch nichts.

Was passiert in der 5. SSW?

Wenn die Schwangerschaft in der 5. SSW bereits bekannt ist, erfolgt nun die erste Kontrolluntersuchung (Erstuntersuchung) beim Frauenarzt. Sobald dieser die Schwangerschaft eindeutig bestätigt hat, wird Ihnen der Mutterpass ausgehändigt. In diesem werden unter anderem alle Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen festgehalten.

Nach der Erstuntersuchung folgen die Vorsorgeuntersuchungen im Abstand von vier Wochen bis zur 32. SSW. Von der 32. SSW bis zum errechneten Geburtstermin verkürzt sich dieser Abstand auf zwei Wochen. Ist der errechnete Termin überschritten, wird bis zum 10. Tag alle zwei Tage, bis zum 14. Tag täglich kontrolliert. Außerdem sind drei große Vorsorgeuntersuchungen mit Ultraschall vorgesehen:

Was bedeutet 5. SSW?

In der 5. SSW ist der Embryo etwa drei Wochen alt – der Unterschied zwischen Lebensalter und Schwangerschaftswoche kommt daher, dass die ersten zwei Schwangerschaftswochen lediglich der Berechnung dienen. Insgesamt umfasst eine Schwangerschaft 40 Wochen oder zehn Monate. Dabei startet die Berechnung etwa zwei Wochen vor der Befruchtung – nämlich mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Diese Rechnung hat sich bewährt, da sich nicht bei jeder Frau der Termin des Eisprungs rückwirkend eindeutig bestimmen lässt.

In der 5. SSW sind Sie 4 Wochen und x Tage schwanger – die 5. SSW besteht demnach aus den Tagen:

  • 4+0 = 1. Tag der 5. SSW
  • 4+1 = 2. Tag der 5. SSW 
  • 4+2 = 3. Tag der 5. SSW
  • 4+3 = 4. Tag der 5. SSW
  • 4+4 = 5. Tag der 5. SSW
  • 4+5 = 6. Tag der 5. SSW
  • 4+6 = 7. Tag der 5. SSW

Bis zum errechneten Entbindungstermin sind es nun noch etwa 35 Wochen.

Die Mutter in der 5. SSW

Der Körper der Mutter beginnt in der 5. Schwangerschaftswoche (SSW), sich zu verändern. Die Gebärmutter wächst und verändert sich, auch wenn sich der Schwangerschaftsbauch erst in einigen Wochen zeigt. Der Frauenarzt kann aber nun bereits ertasten, dass die Gebärmutter weicher wird. Der Arzt kann außerdem feststellen, dass der Muttermund zum Schutz vor Krankheitserregern mit einem Schleimpfropf verschlossen ist. Die Vagina ist durch den Einfluss der Hormone weicher und dehnbarer, und es kann jetzt zu vermehrtem Ausfluss kommen.

Einige Frauen fühlen sich in der 5. SSW, als bekämen sie ihre Menstruation. Der Unterleib zieht und zwickt, sie fühlen sich unwohl und müde. Häufig ziehen und spannen die Brüste.

Das sollten Sie in der 5. SSW beachten!

In dieser frühen Entwicklungsphase der 5. SSW ist der Embryo sehr empfindlich. Weicht das Entwicklungsprogramm nur geringfügig ab, können fehlgebildete Organe die Folge sein. Drogen-, Zigaretten- und Alkoholkonsum der Schwangeren bedeuten daher besonders in dieser Zeit ein großes Risiko für die normale Entwicklung des Babys. Darum gilt spätestens jetzt: Hände weg!

Vorsorgeuntersuchungen

Ist die Schwangerschaft in der 5. Schwangerschaftswoche schon bekannt oder besteht der Verdacht auf eine Schwangerschaft, erfolgt nun die sogenannte Erstuntersuchung beim Frauenarzt. Dieser wird die Schwangerschaft durch einen Urintest und eine Ultraschalluntersuchung bestätigen und den Mutterpass ausstellen, in dem zunächst die Daten der Schwangeren (z.B. familiäre Krankengeschichte, Gewicht, Blutdruck, Urinwerte, Blutgruppe, …) festgehalten werden.

Im Rahmen der Erstuntersuchung wird der Frauenarzt zunächst Fragen zu Erkrankungen im familiären Umfeld der Schwangeren stellen sowie die Krankheitsgeschichte der werdenden Mutter erfragen. Wichtig ist bei der Anamnese auch, ob es im bisherigen Verlauf der Schwangerschaft (oder bei früheren Schwangerschaften) zu Problemen oder Beschwerden kam und wie soziales und Arbeitsumfeld der Schwangeren aussehen. Der Arzt bekommt so einen Überblick darüber, worauf er bei der Schwangeren individuell achten muss, ob bestimmte Zusatzuntersuchungen oder Beratungen während der Schwangerschaft nötig sind, ob die Schwangere bestimmte Medikamente einnehmen muss oder ob es sich beispielsweise um eine Risikoschwangerschaft handelt.

Wichtig bei der Erstuntersuchung sind auch Körpergewicht und Blutdruck der Schwangeren. Sie werden im Mutterpass vermerkt und dienen bei späteren Untersuchungen zum Vergleich. Der Urin wird auf Zucker, Eiweiß, Sediment und Chlamydia trachomatis untersucht. Außerdem wird der Arzt eine gynäkologische Untersuchung durchführen, um beispielsweise Größe und Lage (Fundus) der Gebärmutter festzustellen – auch dies wird im Mutterpass festgehalten.

Der Frauenarzt klärt die Schwangere bei der Erstuntersuchung über die ärztliche Begleitung während der Schwangerschaft auf sowie über die möglichen Zusatzuntersuchungen, die bei normalen Schwangerschaften von den Krankenkassen nicht übernommen werden (z.B. Nackenfaltenmessung, Toxoplasmose-Test).

Bei der Erstuntersuchung wird außerdem ein Antikörper-Suchtest durchgeführt, um eine Rhesusunverträglichkeit auszuschließen. Kommt es während der Geburt zu einem Blutkontakt zwischen Mutter und Kind, kann sich eine Unverträglichkeit zwischen den verschiedenen Blutgruppen entwickeln. Das Abwehrsystem der Mutter reagiert auf bestimmte Blutgruppenmerkmale des kindlichen Bluts (sog. Rhesusfaktoren), indem es spezielle Rhesus-Antikörper bildet. Diese wiederum können bei einer weiteren Schwangerschaft die kindlichen roten Blutkörperchen zerstören. Um das zu verhindern, wird frühzeitig der Antikörper-Suchtest durchgeführt und der werdenden Mutter bei Bedarf eine sogenannte Rhesusprophylaxe verabreicht (zwischen der 28. SSW und der 30. SSW. Wenn nötig wird diese Prophylaxe in den ersten 72 Stunden nach der Geburt wiederholt.

Wenn es sich nicht um eine Risikoschwangerschaft handelt, erfolgen die Vorsorgeuntersuchungen nun bis zur 32. SSW alle vier Wochen. Ab der 33. SSW verringert sich der Abstand auf zwei Wochen und, wenn der Geburtstermin überschritten wurde, auf alle zwei Tage.

Bei jeder Vorsorgeuntersuchung wird die Schwangere gewogen, der Blutdruck wird gemessen und der Urin wird auf Eiweiß- und Zuckergehalt sowie auf Bakterien untersucht. Außerdem wird der Hämoglobingehalt im Blut ermittelt, um einen möglichen Eisenmangel festzustellen. Der Arzt tastet die Gebärmutter ab, um Größe und Lage festzustellen – im Verlauf der Schwangerschaft wächst die Gebärmutter und sitzt mit ihrem oberen Rand (Fundus) zur Geburt hin nahe den unteren Rippen.

Im späteren Verlauf der Schwangerschaft kann im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen auch ein CTG durchgeführt werden, um die Herztöne des Kindes und eine mögliche vorzeitige Wehentätigkeit zu kontrollieren. Das kann nötig sein, wenn die Gefahr einer Frühgeburt besteht, die Herztöne des Kindes auf dem Ultraschall unregelmäßig erscheinen oder der Verdacht auf vorzeitige Wehentätigkeit besteht.

Ab der zweiten Schwangerschaftshälfte ermittelt der Arzt zusätzlich die Lage des Babys.

Außerdem sind (unabhängig von der Erstuntersuchung) drei Ultraschalluntersuchungen vorgesehen:

Mithilfe des Ultraschalls kann der Arzt überwachen, ob sich das Baby entsprechend der Schwangerschaftswoche entwickelt beziehungsweise ob die Schwangerschaftswoche angepasst werden muss. Außerdem kann er so folgende Punkte überprüfen:

Auch zur Geburt hin kann der Frauenarzt weitere Ultraschalluntersuchungen vornehmen, um beispielsweise die Fruchtwassermenge zu überprüfen.

Extras wie einen 3-D- oder Organultraschall müssen die werdenden Eltern in der Regel selber tragen.

Der Embryo in der 5. SSW

Die noch recht unförmige Ansammlung von Zellen formt sich in der 5. Schwangerschaftswoche (SSW) zu einem länglichen, wurmartigen Gebilde von etwa zwei Millimetern Länge. Das äußere Keimblatt des Embryos ist schon zu erahnen. Aus ihm bilden sich im Verlauf weniger Tage zwei Längsfalten. Die Furche zwischen diesen Falten wird sich bald zum sogenannten Neuralrohr zusammenschließen, an dessen Ende bereits einige Zellen eine Vorstufe des Gehirns bilden.

Etwa um den 15. Lebenstag wachsen die ersten Nervenstränge von Gehirnstamm und Rückenmark heran. Diese noch primitiven Nervenzellen steuern später die Körperfunktionen und schaffen die Voraussetzungen für das Bewusstsein. Daher wird dieser Zeitpunkt oftmals mit dem Beginn eines neuen Lebens in Verbindung gebracht.

Was ist in der 5. SSW auf dem Ultraschall zu sehen?

Etwa am 22. Lebenstag des Embryos ziehen sich die frisch gebildeten Herzzellen zusammen und das Herz beginnt zu schlagen. Diese Herztätigkeit ist auf dem Ultraschall, der bei der Erstuntersuchung durchgeführt wird, oft schon deutlich zu sehen.

Für die weitere Entwicklung des Embryos ist die Herztätigkeit von herausragender Bedeutung, versorgt sie doch die im Wachstum befindlichen Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen. Das Herz ist bereits in diesem frühen Stadium zweigeteilt und wirkt überdimensional groß, sodass optisch der Eindruck entsteht, es befände sich außerhalb des kleinen Körpers. Die rechte Kammer empfängt das Blut aus den Organen, die linke leitet das mit Sauerstoff angereicherte Blut an die übrigen Körperteile weiter. Im Unterschied zum späteren Leben erfolgt der Sauerstoffaustausch zwischen den Herzkammern nicht über die Lunge, sondern über die Plazenta. Das Herz des Embryos schlägt ungefähr doppelt so schnell wie das der Mutter. Der Herzrhythmus zählt zu den wichtigsten Kriterien für das Wohlbefinden des Ungeborenen.

Sowohl Größe als auch Gewicht des Babys entwickeln sich mit fortschreitender Schwangerschaft immer individueller. Die genannten Werte können daher nur Durchschnittswerte sein. Wenn die Daten Ihres Kindes von diesen Werten abweichen, ist das kein Grund zur Besorgnis.

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