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4. SSW (Schwangerschafts­woche)

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (16. Januar 2017)

© iStock

Etwa zu Beginn der 4. Schwangerschaftswoche (SSW) nistet sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter ein. In dieser Zeit kann es zu einer leichten Blutung kommen, der sogenannten Einnistungsblutung. Viele Frauen verwechseln diese Blutung mit einer verfrühten Monatsblutung.

Bevor die Eizelle sich einnistet, schwimmt sie etwa drei Tage lang in der Gebärmutter. In einigen Fällen kann sich die Eizelle nicht einnisten und wird mit der folgenden Menstruationsblutung ausgeschwemmt. Ist die Einnistung erfolgreich, spricht man von einer erfolgreichen Empfängnis.

Ein Schwangerschaftstest ist in dieser Zeit noch sehr ungenau, da die Befruchtung erst vor wenigen Tagen in der 3. SSW stattgefunden hat und der HCG-Wert, der für den Schwangerschaftstest ausschlaggebend ist, noch nicht wesentlich erhöht ist. Es lohnt sich jetzt also noch nicht, zum Arzt zu gehen, es sei denn, Sie möchten dort die Schwangerschaft mithilfe eines Bluttests feststellen lassen. Ein Urintest lässt erst zum Ende der 4. SSW beziehungsweise im Lauf der 5. SSW sichere Ergebnisse zu. Er misst den Gehalt des Hormons HCG im Urin – dieser steigt in den ersten Wochen der Schwangerschaft stetig an.

Was passiert in der 4. SSW?

Einige Frauen spüren schon in der 4. Schwangerschaftswoche – meist ohne zu wissen, dass sie schwanger sind – hormonell bedingte Schwangerschaftsbeschwerden wie Übelkeit, Müdigkeit oder allgemeines Unwohlsein. In vielen Fällen treten die typischen Schwangerschaftsbeschwerden aber etwas später auf, etwa um die 8. SSW. Sie halten häufig die ersten drei Schwangerschaftsmonate an, lassen aber im zweiten Drittel der Schwangerschaft , also ab der 13. SSW, meist deutlich nach.

Was bedeutet 4. SSW?

In der 4. SSW ist der Embryo etwa zwei Wochen alt – der Unterschied zwischen Lebensalter und Schwangerschaftswoche kommt daher, dass die ersten zwei Schwangerschaftswochen lediglich der Berechnung dienen. Insgesamt umfasst eine Schwangerschaft 40 Wochen oder zehn Monate. Dabei startet die Berechnung etwa zwei Wochen vor der Befruchtung – nämlich mit dem 1. Tag der letzten Regelblutung. Diese Rechnung hat sich bewährt, da sich nicht bei jeder Frau der Termin des Eisprungs rückwirkend eindeutig bestimmen lässt.

In der 4. SSW sind Sie 3 Wochen und x Tage schwanger – die 4. SSW besteht demnach aus den Tagen:

  • 3+0 = 1. Tag der 4. SSW
  • 3+1 = 2. Tag der 4. SSW 
  • 3+2 = 3. Tag der 4. SSW
  • 3+3 = 4. Tag der 4. SSW
  • 3+4 = 5. Tag der 4. SSW
  • 3+5 = 6. Tag der 4. SSW
  • 3+6 = 7. Tag der 4. SSW

Bis zum errechneten Entbindungstermin sind es nun noch etwa 36 Wochen.

Die Mutter in der 4. SSW

In der 4. Schwangerschaftswoche (SSW) hat sich die Gebärmutter auf die Ankunft der befruchteten Eizelle vorbereitet. Die Gebärmutterschleimhaut ist aufgebaut und besonders dick, um optimalen Schutz und Versorgung bieten zu können. Die Eizelle kann sich einnisten.

Die Hormone, die von der Plazenta produziert werden und in den ersten Schwangerschaftswochen die starken körperlichen Veränderungen bei der Frau steuern, können in dieser Zeit die typischen Schwangerschaftsbeschwerden auslösen. Diese reichen von einer verstopften Nase über vermehrten Speichelfluss bis hin zur emotionalen Berg- und Talfahrt, auf die vor allem der Partner und das Umfeld der Schwangeren vorbereitet sein sollten.

Besonders das Gelbkörperhormon Progesteron wird nun vermehrt produziert und sorgt dafür, dass alle Vorgänge im Körper der Schwangeren langsamer ablaufen. Dies geschieht, um den Embryo zu schützen, führt aber auch dazu, dass die werdende Mutter sich häufig müde und schlapp fühlt und es zu Verstopfung kommen kann.

Außerdem bewirken die Hormone ein Wachstum von Brust und Gebärmutter. Besonders das Wachstum der Brüste wird von vielen Schwangeren schon sehr früh wahrgenommen – die Brüste können jetzt stark ziehen und spannen.

Im Lauf der 4. Schwangerschaftswoche kann es durch die Einnistung zu einer leichten Blutung kommen (Einnistungsblutung), die häufig als schwache Regelblutung wahrgenommen wird. Die Blutung entsteht dadurch, dass die Eizelle beim Einnisten kleine Blutgefäße in der Gebärmutter verletzt.

Das sollten Sie in der 4. SSW beachten!

Raucherinnen sollten spätestens jetzt das Rauchen vollständig einstellen. Gerade in dieser Phase ist der Embryo besonders gefährdet. Auch Alkohol und Drogen können in den ersten Schwangerschaftswochen die größten Schäden anrichten.

Jegliche Beschwerden oder Schmerzen in der Schwangerschaft sollten Sie ärztlich abklären lassen. Gehen Sie lieber einmal zu häufig zum Arzt als einmal zu wenig, auch wenn sich die meisten Beschwerden als unbedenklich herausstellen. In vielen Fällen kann es auch schon ausreichen, mit dem Arzt zu telefonieren und abzuklären, ob Sie in die Praxis kommen sollten.

Verzichten Sie darauf, in Eigenregie Medikamente oder Präparate einzunehmen – auch wenn es sich um Naturprodukte handelt. Einige Kräutertees beispielsweise können vorzeitige Wehen auslösen. Es gibt Medikamente, die auch in der Schwangerschaft eingenommen werden können – jede Behandlung sollten Sie aber mit Ihrem Arzt oder einer Hebamme absprechen.

Der Embryo in der 4. SSW

Durchschnittlich am 7. Tag nach der Befruchtung nistet sich die befruchtete Eizelle, die nun Keimblase genannt wird, in der Gebärmutter ein. Diesen Vorgang nennt man auch Nidation. In dieser Phase können äußere Einwirkungen den Embryo besonders schädigen. Gelingt es dem Embryo, die Schäden zu beheben, setzt sich die Schwangerschaft fort. Gelingt es nicht, stoppt die Entwicklung und die Schwangerschaft ist beendet (Alles-oder-Nichts-Prinzip).

Kurz bevor der Embryo sich in die Gebärmutterschleimhaut einnisten kann, muss er sich noch der ihn umgebenden Hülle entledigen, er schlüpft gewissermaßen aus. Dann bohrt er sich in die Gebärmutterschleimhaut ein, bis er ganz von ihr überzogen ist. Nur so ist der Austausch von chemischen Substanzen, Nährstoffen und Sauerstoff zwischen Mutter und Embryo gewährleistet. Zwischen den Zellen, aus denen sich der Embryo und der Mutterkuchen entwickeln sollen, bilden sich eine kleine Fruchtwasserhöhle sowie der Dottersack, der zunächst für den Nachschub an Nährstoffen zuständig ist. Um das Ei herum wächst nun der Mutterkuchen (Plazenta), der in Kürze die Nährstoffversorgung übernehmen wird.

Bis zur 4. SSW sind die Zellen des Embryos pluripotent, was bedeutet, dass sich aus jeder Zelle des Ungeborenen jedes Organ entwickeln kann. Ab der 4. Schwangerschaftswoche spezialisieren sich die Zellen jedoch: Aus den Zellen, die den Embryo bilden (Embryoblasten), entwickelt sich eine rundliche Keimscheibe, die sich zunächst aus zwei und ein wenig später aus drei sogenannten Keimblättern zusammensetzt:

  • inneres Keimblatt: Entoderm
  • mittleres Keimblatt: Mesoderm
  • äußeres Keimblatt: Ektoderm

Die Einnistung ist jetzt abgeschlossen. Keimscheibe, Fruchtwasserhöhle und Dottersack sind komplett von der Gebärmutterschleimhaut bedeckt, sodass nur bei genauer Betrachtung eine winzige Ausbuchtung erkennbar ist. Der kleine Mensch beginnt zu wachsen. Schließlich muss er am Ende der Schwangerschaft ungefähr 3.300 Gramm wiegen und etwa 52 Zentimeter groß sein, während er jetzt gerade mal einen halben Millimeter misst.

Die Plazenta

Die Plazenta (der Mutterkuchen) ist für das heranwachsende Baby ein überlebenswichtiges Organ, denn hier findet der Stoffwechselaustausch zwischen Mutter und Kind statt. Über die Plazenta erhält das Ungeborene aus dem Blut der Mutter überlebenswichtige Vitamine, Nährstoffe, Spurenelemente sowie Sauerstoff und gibt Kohlenstoffdioxid und andere Abfallprodukte ab.

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Die Plazenta ist das einzige Organ, das lediglich während der Schwangerschaft existiert. Sie entwickelt sich parallel zum heranwachsenden Baby und ist genau auf seine Bedürfnisse abgestimmt. Im schwammartigen Gewebe der Plazenta verlaufen Blutgefäße, die die Blutkreisläufe von Mutter und Kind verbinden. Diese Gefäße sind sehr verzweigt und ähneln damit der Struktur eines Baums, weswegen die Plazenta auch "Lebensbaum" genannt wird.

Der Mutterkuchen versorgt aber nicht nur das Ungeborene, sondern dient außerdem als Schutzschild, das die meisten Bakterien, Nahrungszusätze und Schadstoffe nicht passieren lässt. Alkohol und Drogen gelangen jedoch ungefiltert in das embryonale Blut und sollten deswegen tabu sein. Kurz nach der Entbindung wird die Plazenta als Nachgeburt ausgeschieden, weil sie dann keine Funktion mehr hat.

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