38. SSW (Schwangerschafts­woche)

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (07. April 2017)

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In der 38. Schwangerschaftswoche (SSW) ist das Baby etwa 49 Zentimeter groß und wiegt ungefähr 3.100 Gramm. Es ist bereit für die Geburt, auch wenn jeder weitere Tag im Mutterleib gut für seine Entwicklung ist.

Bei den Untersuchungen wird der Frauenarzt jetzt vermehrt darauf achten, ob die Plazenta ihre Aufgabe noch erfüllen kann und ob dem Baby ausreichend Fruchtwasser zur Verfügung steht. Gibt es Auffälligkeiten, ist es möglich, die Geburt frühzeitig einzuleiten, um Komplikationen für Mutter und Kind zu vermeiden.

In der 38. Schwangerschaftswoche ist das Baby außerdem kein Frühchen mehr, sollte es jetzt zur Welt kommen.

Was bedeutet 38. SSW?

In der 38. SSW ist der Fötus etwa 35 Wochen alt – der Unterschied zwischen Lebensalter und Schwangerschaftswoche kommt daher, dass die ersten zwei Schwangerschaftswochen lediglich der Berechnung dienen. Insgesamt umfasst eine Schwangerschaft 40 Wochen oder zehn Monate. Dabei startet die Berechnung etwa zwei Wochen vor der Befruchtung – nämlich mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Diese Rechnung hat sich bewährt, da sich nicht bei jeder Frau der Termin des Eisprungs rückwirkend eindeutig bestimmen lässt.

In der 38. SSW sind Sie 37 Wochen und x Tage schwanger – die 38. SSW besteht demnach aus den Tagen:

  • 37+0 = 1. Tag der 38. SSW
  • 37+1 = 2. Tag der 38. SSW 
  • 37+2 = 3. Tag der 38. SSW
  • 37+3 = 4. Tag der 38. SSW
  • 37+4 = 5. Tag der 38. SSW
  • 37+5 = 6. Tag der 38. SSW
  • 37+6 = 7. Tag der 38. SSW

Bis zum errechneten Geburtstermin sind es nun noch etwa 2 Wochen.

Die Mutter in der 38. SSW

"Woran merke ich, dass es losgeht?" Diese Frage beschäftigt viele Erstgebärende spätestens um die 38. Schwangerschaftswoche (SSW). In diesem Zeitraum treten außer den tatsächlichen Geburtswehen die sogenannten Senkwehen und Übungswehen auf:

  • Senkwehen ereignen sich bei Erstgebärenden etwa zwei bis vier Wochen vor der Geburt. Dabei rutscht das Kind merklich tiefer.
  • Übungswehen sind unregelmäßige, schmerzhafte oder schmerzfreie kurzzeitige Verhärtungen der Gebärmutter, die sich wieder lösen.

Die Geburtswehen unterscheiden sich von den Senk- und Übungswehen dadurch, dass sie immer stärker werden und in immer kürzeren Abständen auftreten. Durch Aktivität der werdenden Mutter verstärken sie sich, ebenso durch ein warmes Bad (Übungswehen hingegen lassen durch ein warmes Bad nach). Auch ein Verlagern der Position ändert nichts an ihnen, im Gegensatz zu den Übungswehen, die sich meist durch einen Positionswechsel bessern.

Das sollten Sie in der 38. SSW beachten!

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie Übungswehen oder Geburtswehen haben, nehmen Sie ein warmes Bad:

  • Wenn die Kontraktionen nach kurzer Zeit nachlassen, handelte es sich vermutlich um Übungswehen.
  • Werden die Kontraktionen stärker und treten häufiger auf, handelt es sich vermutlich um Geburtswehen.

Es gibt eine weitere Vorzeichen für eine kurz bevorstehende Geburt:

  • Viele Schwangere sind plötzlich innerlich sehr unruhig, ungeduldig und unkonzentriert.
  • Manche werdende Mütter bekommen leichten Durchfall.
  • Die ansonsten kontinuierliche Gewichtszunahme stoppt meist eine Woche vor der Geburt, manche Frauen nehmen sogar leicht ab.
Einige Tage bis Wochen vor der Geburt tritt das sogenannte Zeichnen auf: Der Schleimpfropf, der bisher den Muttermund fest verschlossen hat, löst sich. Ist der Ausfluss leicht blutig oder pink, ist meist alles in Ordnung. Ein stark hellroter Ausfluss sollte Anlass zu einer sofortigen Untersuchung geben, weil es sich um ein selten vorkommendes frühzeitiges Ablösen der Plazenta handeln könnte. Das Zeichnen kann (muss aber nicht) ein Zeichen für die bevorstehende Geburt sein.

Das Baby in der 38. SSW

In der 38. Schwangerschaftswoche (SSW) misst das Baby etwa 49 Zentimeter bei einem Gewicht von rund 3,1 Kilogramm. Gerade bei Frauen, die bereits Kinder haben, kann es sein, dass das Baby noch immer nicht in der Geburtsposition liegt. Diese kann es noch bis kurz vor der Geburt einnehmen – einige Kinder drehen sich sogar unter der Geburt noch selbstständig. Allerdings können Arzt und Hebamme schon vorher die Drehung unterstützen.

Geburtspositionen

Neben der Schädellage (Kopf nach unten) ist es für eine normale Geburt auch wichtig, in welche Richtung das Baby schaut:

  • Um eine möglichst unkomplizierte, einfache Geburt zu erleben, blickt das Baby nach hinten, zum Rücken der Mutter, und hat den Kopf zur Brust geneigt, Rücken und Hinterkopf zeigen nach vorne (vordere Hinterhauptslage).
  • Bei der hinteren Hinterhauptslage zeigen Rücken und Hinterkopf nach hinten, also zum Rücken der Mutter. In dieser Lage dauern Geburten häufig länger oder kommen zum Stillstand, da das Kind viel Zeit benötigt, um sich während der Geburt nach vorne zu drehen.
  • Dreht es sich gar nicht, kommt es mit dem Gesicht nach oben zur Welt und schaut den Geburtshelfer direkt an (sog. Sternengucker). Dabei ist oft die Unterstützung von Saugglocke oder Geburtszange nötig.
  • Manchmal liegen Babys auch in der sogenannten Vorderhauptslage. Dabei haben sie den Kopf nicht auf die Brust geneigt, sondern leicht in den Nacken gelegt. Hier ist es ebenfalls möglich, dass sich das Baby unter der Geburt noch richtig positioniert. Auch diese Geburt dauert in der Regel länger und benötigt oft Unterstützung durch Zange oder Saugglocke.

Ab der 38. SSW werden Babys, die nun zur Welt kommen, nicht mehr als Frühchen bezeichnet.

Sowohl Größe als auch Gewicht des Babys entwickeln sich mit fortschreitender Schwangerschaft immer individueller. Die genannten Werte können daher nur Durchschnittswerte sein. Wenn die Daten Ihres Kindes von diesen Werten abweichen, ist das kein Grund zur Besorgnis.

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