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2. SSW (Schwangerschafts­woche)

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (12. Januar 2017)

© iStock

In der 2. Schwangerschaftswoche (SSW) besteht noch keine tatsächliche Schwangerschaft. Diese Zeit wird jedoch, ebenso wie die 1. SSW, zur Vereinfachung der Berechnung zur Schwangerschaft hinzugezählt. Wenn der Frauenarzt das mögliche Geburtsdatum errechnen will, nimmt er als Ausgangspunkt den 1. Tag der letzten Regelblutung und zählt 40 Wochen hinzu.

Die 1. und 2. SSW dienen nur der Berechnung – die Befruchtung findet erst in der 3. SSW statt!

Wenn Sie in dieser Zeit sogenannte "typische Schwangerschaftsbeschwerden" bemerken, wie Brustziehen, vermehrte Müdigkeit, Ziehen im Unterleib oder Ähnliches, so können diese Symptome daher nicht auf eine mögliche Schwangerschaft zurückzuführen sein, sondern müssen eine andere Ursache haben.

Im Laufe der 2. SSW geht die Regelblutung vorbei und die Frau wird wieder fruchtbar: In den Eierstöcken reifen die Eizellen heran und die Gebärmutterschleimhaut wird nach und nach aufgebaut. Etwa gegen Ende der 2. Schwangerschaftswoche erfolgt auch der Eisprung (bei einem durchschnittlichen Zyklus von 28 Tagen etwa am 14. Zyklustag). Kommt es um diesen Zeitpunkt herum zum Geschlechtsverkehr, kann die Eizelle befruchtet werden.

Die Mutter in der 2. SSW

Ungefähr in der Mitte des weiblichen Zyklus, also rund 14 Tage nach Beginn der letzten Monatsblutung (zum Ende der 2. SSW), platzt im Eierstock ein Eizellbläschen und es schießt eine reife Eizelle in den sogenannten Eileitertrichter. Dieser Vorgang wird als Eisprung bezeichnet. Nach dem Eisprung wandert die Eizelle durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter. Auf diesem Weg kann die Eizelle innerhalb eines Zeitraums von etwa 12 bis 24 Stunden durch eine männliche Samenzelle (Spermium) befruchtet werden.

Der Embryo in der 2. SSW

In der 2. Schwangerschaftswoche (SSW) besteht noch keine tatsächliche Schwangerschaft. Ebenso wie in der 1. SSW bereitet sich der weibliche Körper in dieser Zeit lediglich auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Eine Befruchtung ist erst gegen Ende dieser Woche beziehungsweise zu Beginn der folgenden 3. SSW bei einem durchschnittlichen Zyklus von 28 Tagen möglich.

Die männliche Samenzelle kann die weibliche Eizelle nur wenige Tage um den Eisprung herum befruchten. Das Eizellbläschen im Eierstock – es hat zur Zyklusmitte eine Größe von rund zwei Zentimetern erreicht – platzt und "schießt" die reife Eizelle in den Eileitertrichter, von wo sie mithilfe zahlreicher Flimmerhärchen durch den Eileiter wandert. Bei dieser Wanderung kann die Eizelle durch eine Samenzelle befruchtet werden.

Der männliche Orgasmus ist gewissermaßen der Startschuss zu einem Wettschwimmen der Spermien, bei dem nicht nur der schnellste der rund 500 Millionen Teilnehmer gewinnt, sondern auch derjenige, der den kürzesten Weg durch die Windungen der Schleimkanäle der Scheide sowie des Gebärmutterhalses findet. Auch der anschließende Weg durch den Eileiter ist für die Spermien äußerst anstrengend, zumal sie gegen den Strom der Flimmerhärchen-Bewegungen schwimmen müssen. Rekordschwimmer können die Distanz von 15 bis 18 Zentimetern in einer halben Stunde zurücklegen, für andere kann diese beschwerliche Reise auch mehrere Tage dauern. Viele kommen gar nicht ans Ziel.

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Hat das in Führung liegende Spermium die im Vergleich zu seiner Größe mächtig wirkende Eizelle erreicht, muss es sich durch die Hülle des Eis hindurchkämpfen und somit den eigentlichen Befruchtungsvorgang vollziehen. Wie ein Bohrer dreht das Spermium seinen Kopf mithilfe von kräftigen Bewegungen des Schwanzes in die widerstandsfähige Eizellhülle. Das Durchbohren der Hülle gelingt mehreren Samenzellen, allerdings schafft es am Ende nur eine, auch die dahinter liegende Membran zu passieren und damit ins Innere der Eizelle einzudringen – welches Spermium hier den Vorzug erhält, wird von über chemische Botschaften von der Eizelle geregelt. Ist die innere Membran durchbrochen, verändert die Eizelle ihre chemische Zusammensetzung, wodurch sich die elektrische Spannung über der Zellmembran verändert: Dadurch sperrt sie gewissermaßen alle übrigen Spermien aus.

Im Inneren der Eizelle befinden sich nun zwei Zellkerne: Der eine ist der Kopf des Spermiums mit den männlichen Erbanlagen, der andere ist der Kern der Eizelle mit den weiblichen Erbinformationen. Mit dem Verschmelzen der beiden Zellkerne entsteht ein neuer genetischer Code eines neuen, einzigartigen Menschen. Bald wird sich diese Ursprungszelle zum ersten Mal teilen, sodass im Laufe der Schwangerschaft Milliarden von weiteren Zellen entstehen können.

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