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Sekundenschlaf

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (17. Oktober 2014)

Gefahr im Autoverkehr

Unter Sekundenschlaf (Mikroschlaf) versteht man ein ungewolltes Einnicken, das nur wenige Sekunden dauert. Im Unterschied zu richtigem Schlaf bringt Sekundenschlaf keine Erholung und wird vom Betroffenen auch oft nicht wahrgenommen.

Sekundenschlaf tritt vor allem im Straßenverkehr bei langen und monotonen Fahrten auf, zum Beispiel auf Autobahnen. Besonders gefährdet sind Menschen auf Nachtfahrten zwischen 2 und 5 Uhr morgens, denn dann befindet sich der Körper vom Biorhythmus her im Tief. Aber auch in anderen monotonen Situationen kann es zu Sekundenschlaf kommen.

Wie lang jemand in Sekundenschlaf fällt, scheint auch davon abzuhängen, für wie unfallträchtig er die jeweilige Situation grundsätzlich einschätzt. So dauert der Sekundenschlaf bei Autofahrern im Durchschnitt etwa 0,2 bis 5 Sekunden. Im Vergleich dazu dauert er bei Zugführern etwas länger (bis zu 30 Sekunden), Piloten fallen sogar für bis zu 2 Minuten in Sekundenschlaf.

Beim Sekundenschlaf müssen die Augen nicht unbedingt geschlossen sein. Zum Teil kommt es auch bei offenen Augen zum ungewollten Einschlafen. Die Augen wirken während dieses Zeitraums starr und leer. Bei manchen senken sich die Augenlider beim Sekundenschlaf zwar, dennoch bleiben die Augen einen kleinen Spalt geöffnet. Außenstehenden fällt es dann schwer, den Sekundenschlaf zu erkennen.

Sekundenschlaf kann insbesondere im Straßenverkehr schwerwiegende Folgen haben. Nickt ein Auto-, LKW- oder Busfahrer nur eine halbe Sekunde ein, kann er die Kontrolle über das Fahrzeug verlieren und schwere Unfälle verursachen. Dabei steigt das Risiko, in Sekundenschlaf zu fallen, mit der Länge der Fahrt: Nach vier Stunden ist es bereits doppelt so hoch. Innerhalb der kurzen Zeitspanne, den Sekundenschlaf einnimmt, kann ein Auto mehrere hundert Meter zurücklegen. Die Folgen sind hohe Sachschäden, Verletzte und oft auch Tote. Zahlreiche Unfälle, bei denen etwa LKWs oder Busse ungebremst in eine stehende Autokolonne hineinrasen, hängen mit Sekundenschlaf zusammen.

In Deutschland ist rund jeder vierte tödliche Verkehrsunfall auf Autobahnen auf Sekundenschlaf zurückzuführen. Schläfrigkeit am Steuer ist damit genauso ernst zu nehmen wie Autofahren unter Alkoholeinwirkung.

Tatsächlich hat Müdigkeit auf die Fahrtauglichkeit ähnliche Auswirkungen wie Alkohol. Denn ähnlich wie alkoholisierte Fahrer haben übermüdete Fahrer

  • Probleme, sich zu konzentrieren,
  • reagieren langsamer und
  • überschätzen ihre Fahrfähigkeiten.

Untersuchungen zufolge haben:

  • 17 Stunden ohne Schlaf vergleichbare Auswirkungen wie 0,5 Promille.
  • 24 Stunden ohne Schlaf vergleichbare Auswirkungen wie 1,0 Promille.




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