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Sekundenschlaf (Mikroschlaf)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (22. April 2010)

Allgemeines

Unter dem umgangssprachlichen Begriff Sekundenschlaf, der fachlich als Mikroschlaf oder auch als Müdigkeitsattacke bezeichnet wird, versteht man ein ungewolltes Einnicken, das nur wenige Sekunden dauert. Im Unterschied zum richtigen Schlaf bringt Sekundenschlaf keine Erholung.

Sekundenschlaf tritt besonders im Straßenverkehr bei übermäßig langen und monotonen Fahrten, wie etwa auf Autobahnen, auf. Besonders gefährdet sind Menschen bei Nachtfahrten zwischen 2 und 5 Uhr morgens. Aber auch in anderen monotonen Situationen kann es zum Sekundenschlaf kommen. Die Länge des Sekundenschlafs scheint dabei auch davon abzuhängen, wie gravierend der Betroffene die jeweilige Situation bewertet. So dauert der Sekundenschlaf bei Autofahrern nur sehr kurz, gemessen wurden hier Zeiträume von 0,2 bis 5 Sekunden. Im Vergleich dazu fielen Zugführer durchschnittlich in bis zu 30-sekündigen Mikroschlaf, Piloten passierte dies sogar für bis zu 2 Minuten.

Während des Sekundenschlafs müssen die Augen nicht unbedingt geschlossen sein. Zum Teil kommt es auch bei offenen Augen zum ungewollten Einschlafen. Die Augen wirken während dieses Zeitraums starr und leer. Bei manchen senken sich die Augenlider beim Sekundenschlaf zwar, dennoch bleiben die Augen einen kleinen Spalt geöffnet. Außenstehenden fällt es dann schwer, den Sekundenschlaf zu erkennen.

Sekundenschlaf ist insbesondere auf Autobahnen eine Gefahr. Etwa jeder vierte Unfall mit Todesfolge ist hier auf Sekundenschlaf zurückzuführen. Dabei steigt das Risiko, in Sekundenschlaf zu fallen, mit der Länge der Fahrt: Nach vier Stunden ist es schon doppelt so hoch. Innerhalb des kurzen Zeitraums, den ein Mikroschlaf einnimmt, kann ein Auto mehrere hundert Meter zurücklegen.





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