Schlafstörungen: Therapie von Schlafstörungen

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (22. Mai 2014)

Personen mit anhaltenden Schlafstörungen sollten grundsätzlich einen Arzt aufsuchen, der sie untersucht und gegebenenfalls behandelt.

Auch wenn die Schlafstörungen zunächst subjektiv nicht als solche empfunden werden – was beispielsweise bei übermäßigem Schnarchen oder übermäßiger Müdigkeit häufig der Fall ist – sollten sie dennoch abgeklärt und wenn nötig eine Therapie erfolgen. Die Schlafstörungen können sich sonst mit der Zeit verselbstständigen und schwere Probleme mit sich bringen, die sich auf Beruf, soziales Umfeld und allgemeines Wohlbefinden auswirken können.

Schlafmittel und andere Medikamente können nur die akuten Beschwerden von Schlafstörungen lindern, sind aber keine Lösung für längere Zeit (Schlafmittel sollten höchstens einige Wochen angewendet werden).

Wichtiger für die Therapie von Schlafstörungen ist es herauszufinden, woher die Schlafstörungen kommen und ihre Ursache zu beseitigen. Das ist nicht immer einfach: Eine viel befahrene Straße vor dem Schlafzimmerfenster kann man nicht einfach verlegen. Bestehen in einem solchen Fall die Schlafstörungen fort, kann langfristig nur ein Umzug helfen.

Atemmaske bei Schnarchen oder Schlafapnoe
Sind therapeutische Maßnahmen gegen schlafbedingte Atmungsstörungen (wie Schnarchen oder Schlafapnoe) dauerhaft erfolglos, kann während des Schlafs ein Atemtherapiegerät in Kombination mit einer Atemmaske hilfreich sein.

Dabei werden über eine Nasenmaske oder eine Vollgesichtmaske mittels Überdruck die Atemwege während des Schlafs offen gehalten. So kann man Atemaussetzer und Schnarchen vermeiden beziehungsweise reduzieren. Atemmasken werden im Schlaflabor individuell angepasst.

In den meisten Fällen helfen schon einfache Maßnahmen wie der Verzicht auf Kaffee, Nikotin oder Alkohol, regelmäßige Schlafzeiten und das Schlafen in Seitenlage sowie bei übergewichtigen Patienten eine Gewichtsreduzierung, um Schlafstörungen zu beheben.

Entspannungstechniken, wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung, können helfen, länger zu schlafen und schneller einzuschlafen. Sie verbessern aber den Schlaf nicht, tragen also nicht zur Erholungswirkung des Schlafs bei. Andererseits können Verhaltenstherapien den Schlaf verbessern, aber nicht verlängern. Eine Kombination aus Entspannungstechnik und Verhaltenstherapie ist daher bei einigen Schlafstörungen die geeignete Therapie.

Typische Schlafstörungen bei Kindern wie der Nachtschreck (Pavor nocturnus) oder die Schlaftrunkenheit zählen zu den vorübergehenden Schlafstörungen und müssen nicht behandelt werden. Sie beschränken sich in der Regel auf einen klar begrenzten Zeitraum in der Kindheit und haben keinen Einfluss auf die Erholung im Schlaf. Gerade im Säuglings- und Kleinkindalter müssen Kinder außerdem noch ihren individuellen Schlaf-Wach-Rhythmus finden. Besonders in dieser Zeit kann der Rhythmus noch häufig durch Wachstums- und Entwicklungsschübe, neue Eindrücke und andere Einflüsse durcheinandergebracht werden. Schlafstörungen bei Kindern sind daher äußerst selten behandlungsbedürftig.

Schlafhygiene

In einigen Fällen besteht die Therapie von Schlafstörungen darin, Ernährungs- und Lebensgewohnheiten umzustellen und eine gesunde Schlafhygiene zu entwickeln:

  • Ein gutes Bett und eine gute Matratze sind Voraussetzung für einen erholsamen Schlaf.
  • Essen Sie nicht zu spät, zu scharf und zu reichhaltig. Auch schwer verdauliches Essen während des Tags kann den Nachtschlaf stören.
  • Gehen Sie grundsätzlich erst dann schlafen, wenn Sie sich auch müde fühlen.
  • Halten Sie möglichst regelmäßige Schlafzeiten ein.
  • Halten Sie sich außerhalb der Schlafenszeiten nicht zu lange im Bett auf.
  • Nehmen Sie vier bis sechs Stunden vor dem Schlafengehen keine koffeinhaltigen Getränke, wie Kaffee, schwarzen Tee oder Cola bzw. koffeinhaltige Medikamente zu sich.
  • Rauchen Sie grundsätzlich nicht vor dem Schlafengehen oder während der Nacht.
  • Sorgen Sie für ausreichend Ruhe und Dunkelheit im Schlafzimmer. Lüften Sie Ihr Schlafzimmer ausreichend. Die Raumtemperatur sollte 18 Grad Celsius nicht überschreiten.
  • Treiben Sie unmittelbar vor dem Schlafengehen keinen körperlich anstrengenden Sport, da sonst der Kreislauf zu sehr angeregt wird.
  • Trinken Sie vor dem Schlafengehen keine alkoholischen Getränke. Ein Glas Wein oder Bier kann zwar eine zunächst einschläfernde Wirkung haben, der tägliche Schlummertrunk führt wie auch übermäßiger Alkoholkonsum jedoch im weiteren Verlauf der Nacht zu Durchschlafstörungen.
  • Verzichten Sie auf ausgedehnten Tagesschlaf. Ein Mittagsschlaf sollte 15 Minuten nicht überschreiten.
  • Wenn Sie absolut nicht einschlafen können, hilft es nicht, sich übermäßig lange mit dem Gedanken herumzuquälen: Stehen Sie stattdessen auf und beschäftigen Sie sich noch eine Weile. Kochen Sie sich einen Tee oder lenken Sie sich mit einer leichten Lektüre ab, bis Sie wieder müde sind.

Entspannt schlafen

Um entspannt schlafen zu können, reichen oft schon ein paar Entspannungstipps:

  • Entspannen Sie Ihren Körper mit einem warmen Bad (34 bis 36 Grad Celsius). Verschiedene Badezusätze wirken zusätzlich beruhigend.
  • Versuchen Sie sich geistig zu entspannen. Gerade schwerwiegende Probleme oder Sorgen sollten nicht vor dem Einschlafen diskutiert werden.
  • Trinken Sie ein Glas warme Milch mit Honig.
  • Wenden Sie eine Entspannungstechnik an, wie autogenes Training, Yoga oder progressive Muskelentspannung nach Jacobson.