Schlaflosigkeit (Insomnie)

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (20. November 2013)

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Es ist tiefste Nacht und alles um Sie herum schläft – nur Sie wälzen sich von einer Seite auf die andere und finden einfach keinen Schlaf. Oder sind Sie vielleicht problemlos eingeschlafen, wachen aber immer wieder auf und es gelingt Ihnen nicht, einige Stunden durchzuschlafen?

Mit dem Problem der Schlaflosigkeit sind Sie nicht allein – 15 bis 35 Prozent der Bevölkerung berichten von leichten Formen der sogenannten Insomnie, 4 Prozent leiden unter einer schweren Form, die auch Tagesablauf und Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt.

Schlaflosigkeit gilt als eine Untergruppe der Schlafstörung, die sich dadurch auszeichnet, dass

  • über einen längeren Zeitraum (mindestens 1 Monat) Einschlaf- oder Durchschlafstörungen auftreten,
  • die Schlafdauer ungenügend ist oder
  • der Betroffene den Schlaf nicht als erholsam empfindet.

Darüber hinaus wirkt sich der fehlende Schlaf negativ auf das seelische Wohlbefinden des Schlaflosen aus: Wer nachts zu wenig schläft, den holt die Müdigkeit tagsüber ein, sodass es zu Leistungs- und Konzentrationsschwächen kommt.

Wenn Ein- und Durchschlafschwierigkeiten nur wenige Tage anhalten (akute Insomnie), sind oft Stress oder Aufregung dafür verantwortlich, so zum Beispiel im Zusammenhang mit einer bevorstehenden Prüfung. Auch wenn man Sorgen mit ins Bett nimmt, wälzt man sich mitunter hin und her und findet keinen Schlaf. Wenn die Belastung überstanden ist und Stress oder Sorgen nachlassen, normalisiert sich in der Regel auch der Schlafrhythmus wieder.

Manchmal sind ungünstige Arbeitszeiten (wie z.B. Schichtarbeit) oder häufiges Reisen der Grund für Schlaflosigkeit. Auch im Alter nimmt das Schlafbedürfnis ab.

Wenn die Schlaflosigkeit jedoch über längere Zeit anhält, sodass möglicherweise medizinisch bedingte Probleme zugrunde liegen, sollten Sie den Ursachen nachgehen, am besten mithilfe eines schlafmedizinischen Experten.

Formen von Schlaflosigkeit

In der Medizin unterscheidet man zwei Formen von Schlaflosigkeit:

  • Schlaflosigkeit, bei der organische und psychiatrische Krankheitsursachen ausgeschlossen werden konnten (primäre Insomnie)
  • Schlaflosigkeit, bei der organische oder psychiatrische Krankheitsursachen nachgewiesen werden konnten (sekundäre Insomnie)

Wenn keine organische oder psychiatrische Ursache für Schlaflosigkeit vorliegt, können körperliche Anspannung oder bestimmte Verhaltensweisen, die den Schlaf verhindern, zugrunde liegen (psychophysiologische Insomnie).

Zu diesen Verhaltensweisen gehört zum Beispiel die übertriebene Anstrengung, einzuschlafen. Sie zeigen sich außerdem in einem erhöhten Erregungsniveau, insbesondere vor dem Schlafengehen und daran, dass jemand in einer fremden Schlafumgebung besser schläft als in der gewohnten.

Man sieht eine junge Frau, die mit offenen Augen im Bett liegt. © Jupiterimages/Wavebreak Media

Körperliche Anspannung oder kreisende Gedanken können das Einschlafen verhindern.

Darüber hinaus gibt es auch Menschen, die ihren Schlaf als gestört empfinden, obwohl ein objektiver Nachweis einer Schlafstörung fehlt (paradoxe Insomnie, Pseudoinsomnie). Im Gegensatz zu anderen Formen von Schlaflosigkeit sind bei der Pseudoinsomnie Leistungsfähigkeit und Tagesmüdigkeit kaum beeinträchtigt.

Bei wenigen Menschen besteht ein lebenslanges Unvermögen, ausreichend zu schlafen (idiopathische Insomnie). Man vermutet, dass hierbei eine neurologisch bedingte Störung der schlaf-wach-regulierenden Systeme vorliegt oder erlerntes Verhalten eine Rolle spielt.

Schlaflosigkeit, die mit einer nachweisbaren Erkrankung einhergeht, bezeichnet man als sekundäre Insomnie. Zu diesen ursächlichen Krankheitsbildern gehören zum Beispiel:

Schlaflosigkeit kann auch infolge eines Missbrauchs bestimmter Substanzen wie zum Beispiel Amphetamine, Ecstasy oder Alkohol auftreten.

Um Ausmaß und Ursachen von Schlaflosigkeit zu ermitteln, können verschiedene Maßnahmen hilfreich sein. Schlaffragebögen und sogenannte Schlaftagebücher können dem behandelnden Arzt dabei helfen, Ihre Schlafgeschichte nachzuvollziehen und Schlafstörungen genau zu identifizieren.

In diesen vorgefertigten Bögen und Tagebüchern können Betroffene Informationen über Schlafrhythmus, nächtliche Beschwerden, Erholsamkeit des Schlafs, Schlafdauer und so weiter festhalten. All diese Informationen helfen dem Arzt, ein genaues Bild über Ihre Schlafprobleme zu bekommen.