UV-Strahlung: UV-Schutz durch Sonnenbrille und Kleidung

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (20. Juni 2017)

Der einfachste Schutz vor UV-Strahlung (ultraviolette Strahlung, sog. UV-Licht) besteht darin, diese möglichst zu meiden. Aber das ist nur begrenzt möglich, da viele Menschen sich oft im Freien aufhalten, ob nun beruflich oder in der Freizeit. Dabei ist nicht zu vergessen, dass man auch im Schatten aufgrund von Reflexionen UV-Strahlung ausgesetzt ist, vor allem am oder auf dem Wasser sowie im Schnee. Einen wirksamen Schutz kann man mit der Kombination aus Sonnenschutzmittel, richtiger Sonnenbrille und geeigneter Kleidung erreichen.

Sonnenbrille

Die Augen lassen sich durch eine Sonnenbrille vor UV-Strahlung schützen. Wichtig ist jedoch, dass die Gläser tatsächlich sowohl UVA-Strahlung als auch UVB-Strahlung rausfiltern und groß genug sind, um das Auge richtig zu schützen. Ob die Gläser der Sonnenbrille einen UV-Schutz besitzen, kann man im Laden an Kennzeichnungen wie "UV400", "100 % UV-Schutz" oder "100 % UV-protection" erkennen.

Wer sich eine Sonnenbrille mit Sehstärke zulegt, kann allerdings nicht sicher damit rechnen, dass der UV-Schutz noch gegeben ist. Da die getönten Gläser für die individuelle Sehstärke geschliffen beziehungsweise bearbeitet werden, ist es unter Umständen möglich, dass sie ihre UV-Schutz-Qualitäten ganz oder teilweise verlieren. Befragen Sie hierzu im Zweifel Ihren Optiker.

Dunkle Gläser ohne UV-Schutz schützen das Auge nicht – sie können sogar das Gegenteil bewirken: Da die Pupillen durch die dunklen Gläser geweitet sind, dringt mehr UV-Licht ein, als das ohne Sonnenbrille der Fall wäre. Das kann unter anderem die Entstehung von grauem Star fördern.

Kleidung

Während man bei Sonnenschutzmitteln vom Lichtschutzfaktor spricht, spricht man bei Kleidung vom UV-Schutzfaktor (USF) oder auch Ultraviolet protection factor (UPF). Kleidung schützt vor UV-Strahlung – allerdings nicht vollständig.

Wie "dick" ein Kleidungsstück ist oder wie viel Licht man durch es sehen kann, sagt dabei nicht unbedingt etwas über den UV-Schutzfaktor aus. Wichtiger ist, wie dicht der Stoff gewebt ist. So blockt beispielsweise Baumwolle oder Leinen UV-Strahlung nicht so gut ab, während dagegen Gewebe aus Polyester einen relativ guten Schutz bietet. Im Mittelfeld liegen Nylon, Wolle und Seide.

Textilien mit USF-Werten unter 15 bieten keinen ausreichenden Schutz vor UV-Strahlung, Werte über 40 kennzeichnen dagegen Kleidungsstücke mit einem hervorragenden UV-Schutz. Der USF-Wert gibt einen Anhaltspunkt, um wie viel länger man mit dem Kleidungsstück in der Sonne verweilen darf als ungeschützt.

Ein weißes Baumwoll-T-Shirt beispielsweise hat durchschnittlich einen UV-Schutzfaktor von 10. Ist das T-Shirt nass oder ausgeleiert, verringert sich der Schutz. Inzwischen geben einige Hersteller bei Kleidungsstücken an, wenn ein UV-Schutz von über 40 gegeben ist und kennzeichnen es mit einem speziellen Symbol. 40 ist auch der USF-Wert, den Experten für Textilien empfehlen.

Der UV-Schutzfaktor lässt sich wie folgt einteilen:

  • unter 15: UV-Schutz nicht ausreichend
  • 15 bis 24: guter UV-Schutz
  • 25 bis 39: sehr guter UV-Schutz
  • über 40: hervorragender UV-Schutz

Auch herkömmliche Sonnenschutzmaßnahmen (z.B. Sonnenhut, Sonnenschutzmittel) lassen sich mittels des UV-Schutzfaktors bewerten:

Sonnenschutzmaßnahme UV-Schutzfaktor (UVS)
Schatten durch Sonnenschirm etwa 5
Sonnenhut mit breiter Krempe etwa 10
Aufenthalt im Baumschatten etwa 5 bis 15
dünne Baumwollkleidung etwa 10
Sonnenschutzmittel, wie Sonnecreme (sofern korrekt angewendet) bis 30
dichte Baumwollkleidung etwa 20
UV-Schutzkleidung (UVS über 40) 20 bis 80

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