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UV-Strahlung (ultraviolette Strahlung): Selbstschutz der Haut

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (15. Juni 2015)

UV-Strahlung (ultraviolette Strahlung, sog. UV-Licht) kann die Haut schädigen. Die Haut hat deshalb Strategien entwickelt, die sie bis zu einem gewissen Maß vor UV-Strahlung schützen. Die beiden wichtigsten Strategien sind:

  • die Hautbräunung und
  • die Lichtschwiele.

Verschiedene Systeme in den Hautzellen versuchen zudem, die UV-Schäden wieder zu reparieren. Bis sich ein guter Eigenschutz, bestehend aus Bräunung und Lichtschwiele, richtig aufgebaut hat, vergeht einige Zeit. Bei täglich langsam ansteigender UV-Belastung dauert es durchschnittlich zwei bis drei Wochen, bis beide Schutzmaßnahmen zusammen maximal als Eigenschutz wirken können.

Hautbräunung

Auch wenn eine gebräunte Haut immer noch von vielen Menschen als gesund und schön angesehen wird: Die Bräunung der Haut ist ein Versuch des Körpers, entstehenden Schaden zu begrenzen und ein Zeichen dafür, dass die Haut bereits zu viel UV-Strahlung abbekommen hat.

Die Hautbräunung soll die tieferliegenden Hautschichten schützen – und insbesondere das UV-empfindliche Erbgut (DNA), das sich in den Zellkernen der Hautzellen befindet. Zu diesem Zweck produzieren die Hautzellen ein Farbpigment: das bräunlich-schwarze Melanin. Das Melanin legt sich um die Zellkerne der Hautzellen und schützt diese dadurch vor der UV-Strahlung. Je mehr Melanin die Haut produziert, desto dunkler wirkt die Haut.

Melaninproduktion

In der Basalzellschicht, also der untersten Schicht der Oberhaut (Epidermis), findet man spezielle Pigmentzellen, die Melanozyten. Dringt UV-Strahlung in die Haut ein, beginnen diese, Melanin zu bilden. Zu über 90 Prozent besteht die Oberhaut jedoch aus den sogenannten Keratinozyten, die ebenfalls mit Melanin versorgt werden müssen. Ein Melanozyt versorgt deshalb immer mehrere Keratinozyten mit Melanin. Dazu bildet jeder Melanozyt zweigartige Zellausläufer (sog. Dendriten), die jeweils in Kontakt mit den zu versorgenden Keratinozyten stehen. Über die Dendriten gelangt das Melanin in Form von kleinen Pigmentkörperchen (sog. Melanosomen) aus den einzelnen Melanozyten in die umliegenden Keratinozyten, wo es sich schließlich um die Zellkerne lagert.

Schematische Darstellung der Vorgänge bei der Hautbräunung

Als Reaktion auf UV-Strahlung produzieren die Melanozyten das Hautpigment Melanin und versorgen die umliegenden Keratinozyten damit.

Sofortpigmentierung: Als Sofortpigmentierung bezeichnet man eine Hautbräunung, die schnell entsteht, aber nur kurz anhält und wenig UV-Schutz bietet. Dabei wandeln sich bereits in den Hautzellen vorhandene Vorstufen von Melanin als Reaktion auf die UV-Strahlung rasch in die Endform des Melanins um. Nach kurzer Zeit kehrt sich der Prozess jedoch wieder um und die Bräunung lässt bereits nach wenigen Tagen wieder nach.

Spätpigmentierung: Zu einer sogenannten Spätpigmentierung kommt es erst nach mehreren Sonnenbädern. Hierbei bilden die Melanozyten verstärkt neues Melanin, das in die umliegenden Hautzellen transportiert wird. Dieser Prozess kann einige Tage dauern. Die so entstandene Hautbräunung hält länger an und bietet auch länger Schutz. Nach und nach wächst das Melanin jedoch im Zuge der Zellteilung mit den anderen Hautzellen raus und ist nach etwa vier Wochen schließlich wieder verschwunden.

Lichtschwiele

Als weiteren Schutz vor UV-Strahlung bildet die Haut eine sogenannte Lichtschwiele aus. Dazu verdickt sich die Oberhaut und vor allem deren oberste Schicht: die Hornschicht. Diese verdoppelt sich beinahe.

Manche Hautbereiche haben nur eine sehr dünne Oberhaut und sind deshalb besonders sonnenbrandgefährdet, wie zum Beispiel:

  • Lippen
  • Nasenrücken
  • Dekolleté
  • Fußrücken
  • Ohrmuschel

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