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Sauerstoffvergiftung

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (17. August 2007)

Allgemeines

Es mag verwunderlich erscheinen, dass der an sich lebensnotwendige und lebensspendende Sauerstoff unter bestimmten Voraussetzungen giftig werden kann. Es gibt keine absolut gültigen Grenzwerte, ab wann Sauerstoff (O2) für den Menschen toxisch wirkt, da eine derartige Wirkung auch von spezifischen Faktoren eines Menschen und von der Wirkzeit abhängt.

Der Luftdruck an Land beträgt in Meereshöhe etwa ein Bar. Der Mensch atmet an Land ein Luftgemisch ein, welches zu 21 Prozent aus Sauerstoff besteht. Somit beträgt der Partialdruck (Teildruck) von Sauerstoff in der Luft 0,21 Bar.

Der Partialdruck eines Gases steigt proportional mit dem Gesamtdruck an. Da der Gesamtdruck in der Tiefe zubnimmt, atmet ein Taucher Sauerstoff mit erhöhtem Teildruck ein. Ab einem bestimmten Wert führt dies zu einer Sauerstoffvergiftung (Oxydose).

Sauerstoff kann ab einem Partialdruck von 1,7 Bar toxisch wirken. Ein solcher Druck wird bei einer Tauchtiefe von etwa 71 Metern erreicht, wenn der Taucher mit herkömmlicher Pressluft atmet. Die giftige Wirkung tritt jedoch erst nach einer gewissen Einwirkzeit ein. Je höher die Tauchtiefe, desto schneller kann eine Sauerstoffvergiftung entstehen. So kann sie in 15 Metern Tiefe erst nach 35 Stunden, in 70 Metern nach einer Stunde, in 90 Metern Tiefe bereits nach einer halben Stunde eintreten.

Derartig lange Tauchzeiten werden in der Regel nicht von Gerätetauchern, die mit herkömmlicher Pressluft atmen, erreicht. Taucht eine Person jedoch mit Kreislaufgeräten (Rebreathern), kann unter bestimmten Bedingungen eine Sauerstoffvergiftung entstehen. Bei Kreislaufgeräten atmet der Taucher reinen Sauerstoff ein; das ausgeatmete Gas wird aufbereitet und wieder verwendet. Verwendet man einen Rebreather, kann bereits in sieben Metern Tauchtiefe nach einer Stunde Einwirkzeit eine Sauerstoffvergiftung entstehen.

Symptome

Personen mit einer Sauerstoffvergiftung (Oxydose) zeigen Symptome wie:

Durch die erhöhte Sauerstoffkonzentration aufgrund der Sauerstoffvergiftung wird das zentrale Nervensystem geschädigt, sodass das Gehirn unkontrollierte Impulse an die Muskulatur aussendet. Die anfänglichen Zuckungen entwickeln sich zu Krämpfen. Bei längerer Einwirkzeit kann es zu Bewusstlosigkeit bis hin zum Tod kommen. Darüber hinaus werden zunehmend die Lungen in Mitleidenschaft gezogen. Die Lungenbläschen (Alveolen) werden normalerweise durch eine schützende Lipidschicht auseinandergehalten; andernfalls würden sie zusammenfallen. Durch einen erhöhten Sauerstoffgehalt wird dieser Schutzfilm zerstört, sodass die Alveolen kollabieren und kein Gasaustausch mehr möglich ist.

Therapie

Bei den ersten Anzeichen einer Sauerstoffvergiftung (Oxydose) sollte der Betroffene den Tauchgang beenden und unter Einhaltung der Auftauchzeiten wieder an die Wasseroberfläche schwimmen. In der Regel bilden sich die Symptome der Sauerstoffvergiftung innerhalb von Minuten zurück, sobald sich der Taucher wieder an der Wasseroberfläche befindet.

An Land sollte dem Betroffenen Frischluft zugeführt werden. Zudem ist es zu empfehlen, ihn durch Decken vor Auskühlung zu schützen.

Bei schwer wiegenden Symptomen einer Sauerstoffvergiftung sollten unmittelbar nach dem Auftauchen Erste-Hilfe-Maßnahmen geleistet und ein Notarzt verständigt werden.

Vorbeugen

Um einer Sauerstoffvergiftung (Oxydose) vorzubeugen, sollte man in jedem Fall auf eine für das Tauchvorhaben geeignete Ausrüstung achten. Zudem ist es wichtig, ausreichend geschult zu sein, um bei Beschwerden oder ersten Anzeichen einer Sauerstoffvergiftung rechtzeitig reagieren zu können.

Personen, die mit Pressluftgeräten tauchen, müssen sich in Regel keine Gedanken machen, da eine Sauerstoffvergiftung bei einer derartigen Ausrüstung unwahrscheinlich ist.

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