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Reisekrankheit (Kinetose)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (13. März 2014)

© Jupiterimages/Purestock

Übelkeit, Erbrechen, Schwindel – die sogenannte Reisekrankheit (Kinetose) kann das Reisevergnügen deutlich trüben – auch wenn sie keine Krankheit im eigentlichen Sinn ist. Man versteht darunter alle Symptome, die als Reaktion des Körpers auf ungewohnte Bewegungen und Beschleunigungen auftreten.

Vor allem auf Schiffen (sog. Seekrankheit), im Auto, in der Bahn oder (seltener) in Flugzeugen (sog. Flugkrankheit) kann sie bei manchen zu Beschwerden führen. Fast jeder ist in seinem Leben einmal von Reisekrankheit betroffen. In etwa 90 Prozent der Fälle verschwinden die Symptome von selbst, sobald man der ungewohnten Bewegung nicht mehr ausgesetzt ist. Meist gewöhnt man sich zudem nach einer Weile an die ungewohnte Bewegung, wodurch die Symptome in der Regel nachlassen. Um einer Kinetose vorzubeugen, reichen oft schon einfache Maßnahmen.

Seekrankheit
Von Seekrankheit sind viele Schiffsreisende betroffen. Während einige Schiffpassagiere und Seeleute nie seekrank sind, werden es manche plötzlich noch nach vielen Jahren. Andere werden praktisch bei jeder Reise erneut seekrank. Bei Beschwerden auf Seereisen setzt in der Regel spätestens nach drei bis vier Tagen eine Gewöhnung ein und die Seekrankheit bessert sich von selbst.

Nicht alle Menschen sind gleich empfindlich für Auftreten der Reisekrankheit:

  • Etwa 5 bis 10 Prozent aller Menschen sind sehr empfindlich,
  • etwa 75 Prozent gelten als "normal" anfällig und
  • 5 bis 15 Prozent als relativ unempfindlich.

Frauen sind insgesamt häufiger von der Reisekrankheit betroffen als Männer, besonders zu Beginn der Menstruation oder in der Schwangerschaft. Vermutlich spielen hier hormonelle Einflüsse eine Rolle.

Auch die Psyche hat einen Einfluss: Wer Angst vor davor hat, dass er von Kinetose betroffen sein könnte, geht mit einer gewissen Erwartungshaltung auf die Reise. Das kann mögliche Reisebeschwerden fördern.

Säuglinge sind gewöhnlich nicht von Reisekrankheit betroffen, weil bei ihnen das Gleichgewichtsorgan im Innenohr noch nicht vollständig entwickelt ist. Am häufigsten ist die Kinetose bei 2- bis 12-Jährigen zu beobachten. Ab dem 50. Lebensjahr kommt sie eher selten vor.

Pseudokinetose
Auch 3D-Kinofilme, Flugsimulatoren oder Computerspiele können Beschwerden wie bei einer Reisekrankheit auslösen. Hier spricht man jedoch von einer sogenannte Pseudokinetose ("Scheinkinetose"), da sie ausschließlich über die optische Wahrnehmung und nicht durch Bewegung ausgelöst wird.

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