Ozon: Oben schützt es, unten belastet es

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (27. Juni 2017)

© Jupiterimages/iStockphoto

Wenn die Temperaturen in den Sommermonaten steigen und die Luft drückend heiß wird, ist immer wieder von der erhöhten Ozonkonzentration die Rede. Hohe Ozonwerte belasten die Gesundheit und reizen vor allem Augen, Schleimhäute und Atemwege. Auch Kopfschmerzen können infolge der Ozonbelastung auftreten.

Ozon ist ein farbloses bis blaues Gas und eines der wichtigsten Spurengase in der Atmosphäre. Es entsteht durch UV-Strahlung aus Sauerstoff. Im Wesentlichen kommt es in einer Höhe von etwa 20 bis 30 Kilometern in der sogenannten Stratosphäre vor. Ein geringerer Teil entsteht aber auch in Bodennähe.

Die natürliche Ozonschicht in der Stratosphäre ist von großer Bedeutung für das Leben auf der Erde: Denn sie bietet Schutz vor der schädlichen Ultraviolettstrahlung der Sonne.

Das bodennahe Ozon hingegen ist ein unerwünschtes Umweltgift, das zwar auch natürlich vorkommt, aber zusätzlich aus Sauerstoff und Luftverunreinigungen entsteht. Dabei fördern hohe Lufttemperaturen und starke Sonneneinstrahlung die Bildung von Ozon.

Anders als die Sauerstoffmoleküle in der Atemluft, die aus zwei Atomen bestehen (O2), setzt sich das Ozon (O3) aus drei Sauerstoffatomen zusammen und hat damit andere chemische und physikalische Eigenschaften als ein einzelnes Sauerstoffatom oder ein zweiatomiges Sauerstoffmolekül.

Erhöhte Ozonwerte können beim Menschen verschiedene Beschwerden verursachen – von brennenden Augen und Kopfschmerzen über Husten bis hin zu Atembeschwerden. Im schlimmsten Fall kommt es durch die hohe Ozonkonzentration zu Einschränkungen der Lungenfunktion und zu Lungenerkrankungen.

Das Ausmaß der Beschwerden richtet sich danach, wie lange man sich in ozonbelasteter Luft aufhält und wie empfindlich man auf Ozon reagiert. Die Beeinträchtigung durch hohe Ozonwerte ist außerdem von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Schätzungen zufolge reagieren etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung besonders empfindlich auf Ozon.

Mit hohen Ozonwerten ist vor allem in den Sommermonaten zu rechnen. Sie entstehen, wenn Vorläuferstoffe, eine intensive Sonneneinstrahlung und eine mehrere Tage anhaltende Schönwetterperiode zusammentreffen: Dann wird Ozon in den unteren Luftschichten gespeichert. Die höchsten Ozonwerte werden in der Mittagszeit erreicht und halten über die Nachmittagsstunden an, bis sie am Abend wieder sinken.


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