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Nord- und Mitteleuropa

Veröffentlicht von: Till von Bracht (01. Dezember 2006)

Impfungen

Pflichtimpfungen und allgemeine Vorschriften

  • Pflichtimpfungen bestehen für Nord- und Mitteleuropa nicht. Da die medizinischen Einreisebestimmungen in die einzelnen Länder jedoch zum Teil häufiger wechseln, sollten sich Reisende generell bei der jeweiligen Botschaft oder Landesvertretung nach den aktuellen Regelungen erkundigen.
  • Bei Aufenthalten von mehr als drei Monaten in Belarus ist gelegentlich der Nachweis eines negativen HIV-Tests erforderlich.

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sollten - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufgefrischt werden. In Belarus, Russland und der Ukraine sind immer wieder Diphtherieinfektionen zu beobachten. Ein ausreichender Impfschutz wird für alle Reisenden in diese Länder dringend empfohlen.
  • In Deutschland werden angesichts der aktuell hohen Krankheitszahlen die Anstrengungen verstärkt, möglichst alle Kinder gegen Masern zu impfen und das Masernvirus so zurückzudrängen. Reisenden aus Amerika nach Europa wird die Impfung gegen Masern derzeit ebenfalls empfohlen.
  • Für Reisende nach Belarus, Estland, Lettland, Litauen, Polen, der Russischen Föderation, der Slowakischen Republik, der Tschechischen Republik und der Ukraine wird eine Schutzimpfung gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) ausdrücklich empfohlen. Es handelt sich um eine akute Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen der Muskulatur oder gar zum Tod führen kann. Nach Angaben des Komitees zur globalen Ausrottung der Poliomyelitis der WHO (Global Polio Eradication Initiative) stieg die Anzahl der Erkrankungen in den letzten beiden Jahren massiv an. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 1.938 neue Poliofälle registriert. Im Jahr 2006 sind es bis jetzt 1.820 Fälle, die meisten davon in Nigeria und Indien (Stand: 20. Dezember 2006). Solange ein gewisses Risiko für eine Infektion besteht, sollten Reisende grundsätzlich die Schutzimpfung durchführen. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollte hierzu der behandelnde Arzt befragt werden.

Spezielle Impfempfehlungen

  • Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) in Deutschland empfiehlt dem Personenkreis mit besonderer Gefährdung (Risikogruppen), alljährlich rechtzeitig vor Beginn der alljährlichen Grippewelle (Influenza) im Herbst eine Schutzimpfung durchführen zu lassen. Dazu gehören Personen jenseits des 60. Lebensjahres, Menschen mit chronischen Erkrankungen (z.B. chronische Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber-, Nierenerkrankungen, Diabetes mellitus oder andere Stoffwechselkrankheiten), Menschen mit Erkrankungen des Immunsystems, HIV-Infizierte, Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen und alle Personen, die sich aus beruflichen oder anderweitigen Gründen häufig in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr aufhalten.
  • Für Reisende nach Belarus, Moldawien, der Russischen Föderation und der Ukraine wird eine Impfung gegen Typhus empfohlen. Die Schutzwirkung hält etwa zwei Jahre an.
  • Infektionen mit Lungentuberkulose haben in den letzten Jahren in Osteuropa, insbesondere in der Russischen Föderation und der Ukraine, bedenklich zugenommen. Sorge bereitet den Medizinern auch die steigende Resistenz der Erreger gegen herkömmliche Antibiotika. So wurden im Jahr 2000 in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen etwa 10% der Neuerkrankungen durch multiresistente Erreger verursacht, d.h. durch Erreger, die gleichzeitig gegen mehrere der eingesetzten Antibiotika widerstandsfähig sind. Für Reisende nach Osteuropa wird deshalb eine Schutzimpfung gegen Tuberkulose empfohlen.
  • Da Hepatitis A-Infektionen seit einigen Jahren in den osteuropäischen Ländern zunehmend auftreten, wird eine Immunisierung gegen die Erkrankung allgemein empfohlen.
  • Insbesondere bei einem längeren Aufenthalt in Belarus, Estland, Polen, der Russischen Föderation und der Ukraine, der mit intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung verbunden ist, empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. Bei der Immunisierung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden. Das Hepatitis-B-Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen. Für sexuellen Verkehr wird deshalb das Benutzen von Kondomen angeraten.
  • Für die durch Zeckenbisse verursachte Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) gibt es eine spezielle Impfempfehlung bei Landaufenthalten in den Risikogebieten von Belarus, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen, der Russischen Föderation, Schweden, der Slowakischen Republik, der Tschechischen Republik und der Ukraine.
  • Für Reisende in entsprechende Risikogebiete Südost-Sibiriens (Russland) wird eine Schutzimpfung gegen Japanische Enzephalitis empfohlen.
  • Das Tollwut-Virus ist innerhalb Europas mit Ausnahme von Finnland, Großbritannien, Irland, Island, Niederlande, Norwegen und Schweden bei Wildtieren, insbesondere Füchsen, und wild lebenden Haustieren nach wie vor weit verbreitet. Vor allem in Russland besteht derzeit ein hohes Risiko für Tollwutinfektionen. So hat sich in der Region Stavropol die Anzahl der Erkrankungsfälle im Jahr 2004 gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Eine Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den Speichel eines erkrankten Tieres (z.B. durch Biss). In ländlichen Regionen ist deshalb vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wildtieren Vorsicht geboten. Zum Kreis der für eine Infektion besonders gefährdeten Personen gehören Rucksackreisende, Jäger, Waldarbeiter, Tierpfleger, Tierärzte und alle Personen mit häufigem Kontakt zu Tieren. Bei normalen Reisenden werden vorbeugende Impfungen gegen Tollwut im Allgemeinen nicht durchgeführt.

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