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Barotrauma

Veröffentlicht von: Silke Wesemann (23. Juni 2010)

© Jupiterimages/Comstock Images

Der Begriff Barotrauma bedeutet übersetzt "Druckverletzung" (griech.: baros = Druck, trauma = Verletzung). Unter Barotraumen versteht man Schädigungen des Körpers, die aufgrund von nicht ausgleichbaren Druckunterschieden zwischen dem Druck in Geweben und Organen und dem Umgebungsdruck zustande kommen.

In der Regel entsteht ein Barotrauma in der Anfangsphase eines Tauchgangs – also beim Abstieg in tiefe Gewässer. Dabei kommt es durch den steigenden Umgebungsdruck zu einem Druckunterschied zu dem in den luftgefüllten Hohlräumen des Körpers vorherrschenden Druck, der ausgeglichen werden muss.

Zu den luftgefüllten Hohlräumen zählen die Lunge, die Nasennebenhöhlen oder das Ohr. Der Druckausgleich erfolgt über Verbindungen nach außen, zum Beispiel über den Nasenrachenraum. Sind nun diese Ausgänge durch eine Schwellung der Schleimhaut wie bei einem Schnupfen oder einer Allergie verschlossen, und steigt der Umgebungsdruck beim Tauchen an, ist kein Druckausgleich möglich und ein relativer Unterdruck im Inneren des Körpers entsteht.

Die häufigste Ursache für ein Barotrauma ist das Tauchen mit einem Schnupfen. Durch einen Schnupfen sind Nebenhöhlen und Eustachische Röhre verstopft und die Schleimhäute geschwollen, sodass in den Ohren, in den Nebenhöhlen und in der Tauchmaske kein (ausreichender) Druckausgleich möglich ist. Aber auch Unfälle, schlecht sitzende Taucherkleidung sowie defekte Lungenautomaten, die Verwendung von Ohrenstöpseln und fehlerhafte Zahnfüllungen können Barotraumen verursachen.

Sollte ein Druckausgleich nicht ohne großen Druck möglich sein, sollte der Tauchgang abgebrochen werden. Auf keinem Fall sollte man abschwellende Mittel verwenden, um den Tauchgang zu ermöglichen. Die Wirkung dieser Mittel lässt zwar zunächst problemloses Abtauchen zu, da aber ihre Wirkung mit der Zeit nachlässt, kann es beim Auftauchen zu schwer wiegenden Problemen kommen.

Schädelhöhlen

Die Schädelhöhlen bilden starre Hohlräume, deren Volumen sich bei fehlendem Druckausgleich nicht verkleinern kann. Kann zum Beispiel aufgrund eines bestehenden Schnupfens kein (ausreichender) Druckausgleich erfolgen, wirkt der Druckunterschied daher vorwiegend auf die Schleimhäute ein, welche die Schädelhöhle von innen auskleiden.

Bricht der Taucher den Tauchgang ab und steigt langsam auf, gleicht sich der Druck wieder aus. Taucht der Betroffene jedoch weiter ab, schwellen die Schleimhäute an, kleinste Blutgefäße (Kapillaren) können platzen und Blut und Schleim treten aus der Nase aus. Zudem kommt es zu starken Kopfschmerzen.

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