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Nikotin

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (28. April 2011)

© Jupiterimages/liquidlibrary

Nikotin ist der Hauptwirkstoff in Tabak und verantwortlich für die suchterzeugende Wirkung des Rauchens. Der Nikotingehalt in Tabak schwankt abhängig davon, woher der Tabak stammt und wie er hergestellt wurde.

Nikotin gelangt beim Inhalieren des Tabakrauchs innerhalb von Sekunden ins Gehirn. Dort kann der Wirkstoff an speziellen Bindestellen andocken und bewirkt, dass das Hirn verschiedene Botenstoffe (Hormone) ausschüttet – unter anderem das Hormon Dopamin. Dopamin gehört zum körpereigenen "Belohnungssystem". Der Einfluss von Nikotin auf das Dopamin-System ist vermutlich ein wichtiger Grund, weshalb Rauchen als angenehm empfunden wird. Gleichzeitig setzt eine Konditionierung ein, wenn der Raucher sich angewöhnt, in immer denselben Situationen zu rauchen. Rauchen kann dadurch nicht nur zu einer körperlichen, sondern auch zu einer psychischen Abhängigkeit führen. So können schließlich bestimmte Situationen ein Rauchverlangen hervorrufen – manche brauchen die Zigarette dann etwa immer in stressigen Momenten, beim geselligen Zusammensein mit Freunden oder nach dem Essen.

Abhängig von der Situation entsteht durch das Nikotin beim Raucher entweder eine stimulierende oder eine entspannende Wirkung. Weitere Effekte von Nikotin sind zum Beispiel:

Ursprünglich stammt die Tabakpflanze vom amerikanischen Kontinent. Im 16. Jahrhundert gelangte sie mit heimkehrenden spanischen Eroberern nach Europa. In Spanien war die Pflanze anfangs vor allem als Zierpflanze beliebt. Im Jahr 1570 brachte der Gelehrte Jean Nicot, der zu diesem Zeitpunkt der französische Gesandte am portugiesischen Hof war, die Pflanze mit nach Frankreich und wurde so ihr Namensgeber. Der wissenschaftliche Name der Tabakpflanze, Nicotiana tabacum, und auch die Bezeichnung Nikotin für den später entdeckten Hauptwirkstoff des Tabaks gehen auf ihn zurück. Der Wirkstoff Nikotin wurde erstmals 1928 isoliert.

Den Tabakpflanzen dient das hochgiftige Nikotin vor allem als natürlicher Fraßschutz zur Abwehr von Insekten. In der Landwirtschaft wurde Nikotin noch bis in die 1970er Jahre als Insektizid eingesetzt. Auch für den Menschen ist Nikotin giftig. Das macht sich vor allem beim erstmaligen Rauchen bemerkbar: Beim Betroffenen kann es zu leichten Vergiftungserscheinungen mit Symptomen wie Übelkeit, Schwindel oder Herzrasen kommen. Bei regelmäßigem Konsum setzt schließlich eine Gewöhnung an das Gift ein und es treten die als angenehm empfundenen Wirkungen in den Vordergrund.

Bei Schwangeren gelangt Nikotin über die Plazenta in den Kreislauf des ungeborenen Kindes und in das Fruchtwasser. Dadurch kann es das Kind schädigen. Der Stoffwechsel des Fötus ist noch nicht in der Lage, Nikotin richtig abzubauen, was zu höheren Nikotinkonzentrationen in dessen Organismus führen kann. Nikotin ist auch in der Muttermilch von stillenden Raucherinnen enthalten. Der Gesundheit des Kindes zuliebe sollten schwangere Frauen deshalb während Schwangerschaft und Stillzeit auf das Rauchen verzichten – und möglichst auch danach.

Auch Nikotinersatzmittel wie Nikotinkaugummis oder -pflaster enthalten Nikotin. Da die Aufnahme von Nikotin in den Körper auf diese Weise jedoch langsamer erfolgt als beim Rauchen, ist bei korrekter Anwendung keine Abhängigkeit von solchen Präparaten zu erwarten. Nikotinersatzmittel können daher dabei helfen, Entzugssymptome bei einer Raucherentwöhnung zu minimieren.

Jemand klebt sich ein Nikotinpflaster auf den Arm. © Jupiterimages/Stockbyte

Nikotinpflaster & Co. können bei der Raucherentwöhnung helfen.

Als erfolgsversprechender Weg zur Raucherentwöhnung hat sich eine Kombination aus Nikotinersatzmitteln und einem begleitenden mehrwöchigen Entwöhnprogramm erwiesen. Sprechen Sie am besten Ihren Arzt darauf an, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören wollen. Er kann Ihnen dabei helfen, die geeignete Strategie für den Rauchausstieg zu finden und Ihnen bei der Entwöhnung zur Seite stehen. Auch wer bereits viele Jahre raucht, kann noch damit aufhören – denn zu spät zum Aufhören ist es nie.

Ich habe am folgenden Tag mit dem Rauchen aufgehört



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