Können nur Raucher ein Raucherbein bekommen?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion

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"Wenn du so weitermachst, kriegst du ein Raucherbein!" – ein Satz, den viele Raucher kennen. Doch auch ein strikter Nichtraucher kann ein sogenanntes Raucherbein bekommen. Warum das passiert, was hinter dem Begriff steckt und wie die "Schaufensterkrankheit" mit dem Raucherbein zusammenhängt, klären wir in dieser Ausgabe von "Wüssten Sie's?".

Das Wort "Raucherbein" beschreibt umgangssprachlich eine Gefäßerkrankung der Beine: die sogenannte periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Sie betrifft in der Regel die Arterien der Beine, also jene Gefäße, die das Gewebe mit frischem Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Ursache einer pAVK ist meist eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose): Sie führt zu krankhaften Veränderungen der Gefäßwände, die zunehmend den Blutfluss in den Adern behindern. Wenn nicht mehr genug Sauerstoff und Nährstoffe ins Gewebe gelangen, schmerzen bei Belastung zum Beispiel die Muskeln. Dies zwingt die Betroffenen dazu, beim Gehen immer wieder Ruhepausen einzulegen; da dieses Verhalten an einen Schaufensterbummel erinnert, heißt die arterielle Verschlusskrankheit auch "Schaufensterkrankheit". Typisch für nicht allzu weit fortgeschrittene Formen einer pAVK ist also, dass der Schmerz bei Belastung auftritt und in Ruhe meist nachlässt. Wo es schmerzt, hängt davon ab, auf welcher Höhe des Beckens oder Beines die Arterien erkrankt sind.

Im fortgeschrittenen Stadium kann die Erkrankung auch die Haut betreffen – etwa an den Zehen: Dort ändert sie ihre Farbe, Temperatur und Beschaffenheit, in schweren Fällen stirbt Gewebe ab, es entstehen sogenannte Nekrosen. Mit diesem unschönen Bild ist das Schlagwort "Raucherbein" eng verknüpft. Allerdings handelt es sich bei einer solchen Zerstörung von Gewebe bereits um das letzte Stadium der arteriellen Verschlusskrankheit.

Haben tatsächlich nur Raucher ein erhöhtes Risiko für eine pAVK? Prinzipiell gilt: Mit steigendem Alter und Zunahme der Risikofaktoren für eine pAVK nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass eine Gefäßerkrankung vorliegt. Hauptrisikofaktor für eine pAVK ist in der Tat das Rauchen – zudem begünstigen Diabetes mellitus, Bluthochdruck und erhöhte Blutfette, dass sich die Gefäßwände krankhaft umbauen. Die meisten Menschen mit einer arteriellen Verschlusskrankheit sind über 60 Jahre alt, Männer sind etwa viermal häufiger betroffen als Frauen. Es können auch Nichtraucher an einem "Raucherbein" erkranken: Entscheidend ist, welche Risikofaktoren und wie lange diese vorliegen.

Wer in Ruhe oder bei Belastung Schmerzen in den Beinen verspürt, sollte dies ärztlich abklären lassen. Da meist nicht nur die Arterien der Beine, sondern auch die des Herzens und des Halses beziehungsweise Gehirns betroffen sind, handelt es sich bei der pAVK um einen ernstzunehmenden Zustand. Unser Tipp: Verzichten Sie auf das Rauchen und lassen Sie Diabetes, Bluthochdruck und Blutfette gut einstellen – so beugen Sie Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vor.

Dr. med. Fabian Weiland (ehem. Chefredakteur)

(ehem. Chefredakteur)


Ich habe am folgenden Tag mit dem Rauchen aufgehört