Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

Anzeige

E-Zigarette

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (25. April 2012)

Allgemeines

Die E-Zigarette (elektrische oder elektronische Zigarette) soll eine rauchfreie Alternative zum herkömmlichen Rauchen sein und ein "gesünderes" Rauchen ermöglichen. Ob die elektrische Zigarette tatsächlich gesundheitlich unbedenklich ist, muss jedoch erst noch festgestellt werden. Aktuelle Erkenntnisse weisen darauf hin, dass ein gesundheitliches Risiko nicht ausgeschlossen werden kann.

Die elektrische Zigarette ist ein batteriebetriebenes, röhrchenförmiges Gerät, das meist etwas länger und schwerer ist als eine normale Zigarette. Sie besteht außerdem aus einer elektrischen Verdampfereinheit und einer Vorrichtung, die ein kleines Flüssigkeitsdepot aufnehmen kann. Dieses Depot der E-Zigarette enthält das sogenannten Liquid. In der Flüssigkeit finden sich das Nikotin und je nach Variante auch Aromastoffe – von fruchtig über schokoladig bis hin zu Tabakaroma.

Das nachfüllbare Liquid gibt es mit unterschiedlichen Nikotinkonzentrationen oder auch ohne Nikotin, sodass der Raucher mit der E-Zigarette selbst entscheiden kann, wie viel Nikotin er aufnehmen möchte. Die elektrische Zigarette und dazugehörige Liquids sind vor allem im Internet erhältlich.

Zieht der Raucher an der E-Zigarette, verdampft das Liquid und er kann es inhalieren. Sofern man nicht die nikotinfreie Depot-Variante wählt, nimmt man als Verbraucher dementsprechend wie beim Rauchen einer herkömmlichen Zigarette Nikotin auf.

Viele Anwender glauben, der Dampf der E-Zigarette enthalte außer dem Nikotin und möglichen Aromastoffen nur Wasserdampf. Die Liquids enthalten jedoch außerdem auch Ethanol, Glyzerin und Propylenglykol, die mit in den Dampf geraten.

Das Bild zeigt Zubehör einer E-Zigarette.

Wie unbedenklich ist die E-Zigarette?

Propylenglykol ist eine Substanz, die die Atemwege und auch die Augen reizen kann – der eingeatmete Dampf besteht bis zu 90 Prozent daraus. Inwieweit sich das regelmäßige Inhalieren von Propylenglykol möglicherweise schädlich auf die Gesundheit auswirkt, ist unbekannt. Unklar ist auch, ob der Dampf, den die elektrische Zigarette abgibt, unbedenklich für umstehende Menschen ist.

Eine US-amerikanische Behörde (Food and Drug Administration, FDA) stellte zudem fest, dass einige E-Zigaretten neben den bekannten Inhaltsstoffen auch krebserregende Nitrosamine enthielten. Inwieweit diese ein Gesundheitsrisiko darstellen, ist bislang nicht geklärt.

Als Mittel zur Raucherentwöhnung ist die elektronische Zigarette laut Experten eher ungeeignet, da mit dieser Methode die für einen Rauchstopp nötige Verhaltensänderung wahrscheinlich nicht zu erreichen ist.

Rechtliches

Wie ist die E-Zigarette rechtlich zu sehen? Hier ist man sich bislang nicht einer Meinung. Diskutiert wird, ob die elektrische Zigarette – oder genauer gesagt die dazugehörigen Liquids – durch ihre Nikotinmengen nicht eigentlich unter das Arzneimittelgesetz (AMG) fallen. In diesem Fall wäre für einen Verkauf eine arzneimittelrechtliche Prüfung und Zulassung erforderlich.

Zu bedenken ist auch, dass durch die Beimischung von Aromen wie Erdbeere, Vanille oder Schokolade eine potenzieller Anreiz und dadurch eine Gesundheitsgefahr für Kinder und Jugendliche besteht.

Aufgrund der unklaren Datenlage hat Nordrhein-Westfalen Ende des Jahres 2011 als erstes Bundesland den Verkauf von E-Zigaretten sowie der dazugehörigen nikotinhaltigen Liquids vorläufig untersagt.

Die Bundesregierung hat im März 2012 Position bezogen und sich zu dem Thema wie folgt geäußert:

  • Nikotin-Tanks oder -Liquids fallen unter das Arzneimittelgesetz, weil das Nikotin eine pharmakologische Wirkung habe. Zwar enthalten Tabakprodukte auch Nikotin und müssten demnach theoretisch ebenfalls unter das Arzneimittelgesetz fallen – aber es gibt extra für sie eine Ausnahmeregelung für Tabakprodukte (§2 Abs. 2 Nr. 3 AMG). Da Nikotin-Tanks und -Liquids wiederum keine Tabakprodukte sind, lässt sich die Ausnahmeregelung jedoch nicht auf sie anwenden.
  • E-Zigaretten ohne flüssiges Nikotin fallen dagegen nicht unter das Arzneimittelgesetz, sondern sind als Medizinprodukte einzustufen und fallen demnach unter das Medizinproduktegesetz (MPG), inklusive Ladegerät und Vernebler.
    • Eine Ausnahme sind E-Zigaretten, die ein fest integriertes Nikotin-Depot haben: Sie sind als "einheitliches Arzneimittel" anzusehen und demnach kein Medizinprodukt (§2 Abs. 3 MPG), sondern ein Fall für das Arzneimittelgesetz.
  • Der reine Gebrauch von E-Zigaretten verstößt nicht gegen das Arzneimittelgesetz.
  • E-Zigaretten-Raucher müssen genauso wie Tabakraucher das Bundesnichtraucherschutzgesetz beachten. Denn im Gesetz ist nur das Rauchverbot festgelegt, nicht aber, was genau geraucht wird. E-Zigaretten dürfen also genau wie Tabakwaren in öffentlichen Gebäuden oder Verkehrsmitteln nicht geraucht werden.
  • Beim Verkauf von nikotinhaltigen E-Zigaretten – egal ob im Laden oder über das Internet – sind das Arzneimittelgesetz und das Medizinproduktegesetz zu beachten. Verkäufer benötigen daher eine entsprechende Zulassung. Demnach müssten E-Zigaretten über Apotheken oder Medizinhandel vertrieben werden.
  • Eine Steuer für E-Zigaretten ist voraussichtlich unwahrscheinlich.

Das sind jedoch bislang reine Meinungsäußerungen – eine offizielle Regierungserklärung, die rechtlich fassbar wäre, gibt es noch nicht.

Gegenwind erhält die Position der Bundesregierung jedoch seit Ende April 2012: Denn das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster untersagt dem Land Nordrhein-Westfalen inzwischen per einstweiliger Anordnung, vor E-Zigaretten zu warnen. Laut dem OVG fallen E-Zigaretten weder unter das Arzneimittelgesetz noch unter das Medizinproduktegesetz, da die nikotinhaltigen Liquids der E-Zigaretten die gesetzlichen Voraussetzungen für ein Arzneimittel nicht erfüllen würden. Das OVG ist der Ansicht, dass E-Zigaretten nicht dazu dienen, eine Nikotinabhängigkeit zu lindern oder beim Entwöhnen zu helfen – demnach hätten diese auch keinen therapeutischen oder vorbeugenden Zweck, wie es ein Arzneimittel normalerweise hat.

Ich habe am folgenden Tag mit dem Rauchen aufgehört

z.B. 2.3.2006 oder 02.03.2006





Anzeige