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Forenexperte: Dr. Norbert Scheufele
Forum Verhütung
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Stand: 15. Februar 2012Autor: Onmeda-Redaktion
Das Intrauterinsystem (IUP; Hormonspirale) enthält das Hormon Levonorgestrel. Dieses hemmt das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut. Dadurch kann sich eine möglicherweise befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter einnisten. Zusätzlich bildet sich ein Schleimpfropf im Gebärmutterhals, der für Spermien nur sehr schwer zu durchdringen ist. Da sich weniger Gebärmutterschleimhaut aufbaut, die während der Regelblutung wieder abgestoßen wird, verläuft die Menstruation schwächer und es treten seltener Schmerzen auf.
Die empfängnisverhütende Wirkung des Intrauterinsystems beruht auf Hormonen. Diese Hormone wirken aber nur örtlich begrenzt in der Gebärmutter auf die Gebärmutterschleimhaut ein – im Gegensatz zur "Pille", die denEisprung unterdrückt. Das Gestagen Levonogestrel wirkt ausschließlich lokal und beeinträchtigt nicht den normalen Zyklus – der Eisprung findet weiterhin statt.
Da das Hormon Levonogestrel bei der Hormonspirale ausschließlich auf die Gebärmutterschleimhaut einwirkt, ist die Verhütungsmethode auch in der Stillzeit geeignet. Sie beeinflusst die Zusammensetzung und Menge der Muttermilch nicht. Auch kurz nach der Geburt können Frauen bereits wieder mit der Hormonspirale verhüten – allerdings nicht zu früh nach der Entbindung, um zu vermeiden, dass das Intrauterinsystem verrutscht oder sich die Gebärmutter entzündet. Nach etwa sechs bis acht Wochen hat sich die Gebärmutter wieder soweit zurückgebildet, dass ein Frauenarzt die Hormonspirale einsetzen kann.
Der Pearl-Index ist ein Maß, mit dem die Zuverlässigkeit einer Verhütungsmethode beurteilt werden kann. Der Pearl-Index gibt an, wie viele Frauen schwanger wurden, obwohl sie verhütet haben. Der Pearl-Index des Intrauterinsystem (IUS) beträgt 0,16. Die Hormonspirale verhütet damit etwa so sicher wie die "Pille" (Pearl-Index 0,2 bis 0,5) oder eine Sterilisation (0,0004 bis 0,06). Es ist besonders für Frauen geeignet, die eine langfristige Verhütung wünschen.
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