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Hormonimplantat

Stand: 18. Mai 2009Autor: Onmeda-Redaktion

Ein Hormonimplantat ist ein dünnes, circa vier Zentimeter langes Kunststoffstäbchen, in dem der Wirkstoff Etonogestrel, ein Gelbkörperhormon (Gestagen), eingebracht ist. Gestagene werden seit langem auch in der Pille eingesetzt.

Nach der Implantation des Kunststoffstäbchens unter die Haut an der Innenseite des Oberarms wird der Wirkstoff in sehr geringen Dosen in den Organismus freigesetzt. Die Wirkung des Präparats besteht in:

  • einer Verhinderung des Eisprungs sowie
  • einer Veränderung des Gebärmutterhalsschleims, wodurch die Wanderung der Spermien behindert wird.

Das Einsetzen des Kunststoffstäbchens erfolgt in einem kleinen kurzen Eingriff unter örtlicher Betäubung. Um die Bildung eines Ödems zu verhindern, wird über das Wundpflaster ein Druckverband angelegt, der nach etwa einem Tag entfernt werden kann. Das Hormonimplantat kann jederzeit mithilfe eines genau so kleinen Eingriffs wie beim Einsetzen entfernt werden.

Damit die hohe Sicherheit der Empfängnisverhütung mit dem Hormonimplantat von Anfang an gegeben ist, ist der korrekte Einlagezeitpunkt sehr wichtig. Wenn zuvor keine hormonelle Verhütung angewendet wurde, wird das Implantat zwischen dem ersten und dem fünften Tag der Monatsblutung (bei Spontanzyklus) eingelegt. Dies gilt auch, wenn zuvor eine Kupferspirale getragen wurde. Wenn zuvor die Pille verwendet wurde, erfolgt die Einlage am besten unmittelbar am Tag nach Einnahme der letzten Pille einer Packung.

Wird das Stäbchen zum korrekten Zeitpunkt eingesetzt, bietet es bereits vom ersten Tag an eine sehr hohe Sicherheit bei der Empfängnisverhütung, die bis zu drei Jahre lang bestehen bleibt. Bei Übergewichtigen ist die Wirkdauer in der Regel kürzer als bei Normalgewichtigen. Nach den drei Jahren hört das Hormonimplantat nicht plötzlich auf zu wirken, die Sicherheit nimmt jedoch allmählich ab. Deshalb sollte das Stäbchen spätestens nach drei Jahren entfernt und durch ein neues ersetzt oder eine andere Verhütungsmethode gewählt werden.

Nebenwirkungen

Die möglichen Nebenwirkungen entsprechen im Wesentlichen denen der normalen Pille. Es kann zu Blutungsanomalien bis zum Ausbleiben der Periode und/oder Schmierblutungen kommen. Bei einigen Frauen wurden Gewichtszunahmen beobachtet, die sich aber im Rahmen der bei den sonstigen Pillen beobachteten hielten. Eine erhöhte Thrombosegefahr wurde nicht festgestellt.

Einige Tage nach dem Entfernen des Implantats ist die Fähigkeit, schwanger zu werden in keiner Weise beeinträchtigt.

Sicherheit

Der Pearl-Index des Hormonimplantats liegt bei 0 bis 0,08.

Diese Art der Verhütung ist daher als ganz besonders sicher anzusehen. Eine absolute Sicherheit gibt es jedoch nie.

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