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Sterilisation

Stand: 21. September 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Sterilisation des Manns (Vasektomie)

Allgemeines

Die Sterilisation beim Mann (Vasektomie) ist eine dauerhaft wirksame Form der Empfängnisverhütung. In einem chirurgischen Eingriff durchtrennt der Arzt die Samenleiter und führt so eine gewünschte Unfruchtbarkeit des Mannes herbei.

Die Sterilisation lässt sich beim Mann gewöhnlich ambulant durchführen; dabei erfolgt der Eingriff unter Lokalanästhesie.

Die Zeugungsfähigkeit bleibt aber noch etwa drei Monate nach der Sterilisation beim Mann bestehen, da sich etliche befruchtungsfähige Samenfäden noch in dem Gangsystem und in der Samenblase halten können. In dieser Zeit muss unbedingt weiterhin normal verhütet werden. Mit einer späteren Nachuntersuchung stellt der Arzt fest, ob noch Spermien austreten – erst bei negativem Befund gilt der Mann nach der Vasektomie als unfruchtbar.

Folgen

Eine Sterilisation beim Mann hat Folgen für die Zusammensetzung des Spermas. Zwar findet sich im Sperma kein Samen mehr, es erfolgt beim Orgasmus dennoch eine Ejakulation. Das Ejakulat besteht dann aus der in der Prostata (Vorsteherdrüse) gebildeten Flüssigkeit. Insofern beeinträchtigt eine Sterilisation beim Mann die Qualität der Sexualität nicht und hat auch keine Auswirkungen auf den Hormonhaushalt.

Im Gegensatz zur Sterilisation der Frau ist die Möglichkeit einfacher, die Samenleiter nach der Vasektomie mikrochirurgisch irgendwann wieder zu vereinigen. Allerdings sinkt die Erfolgsaussicht dieser sogenannten Refertilisation ("Wiederfruchtbarmachung"), je länger die Sterilisation beim Mann (Vasektomie) zurückliegt. Dies liegt vor allem daran, dass der Körper zunehmend Autoantikörper gegen Samenzellen (Spermien) bildet – sie lassen sich bei einem Großteil der sterilisierten Männer nachweisen. Autoantikörper richten sich gegen körpereigene Strukturen, in diesem Fall Spermien. Normalerweise sind Sperma und Blutkreislauf streng getrennt (Blut-Hoden-Schranke). Auf diese Weise sind die empfindlichen Keimzellen vor dem Abwehrsystem des Körpers (Immunsystem) geschützt. Gelangen jedoch nach einer Verletzung der Blut-Hoden-Schranke (z.B. bei der Sterilisation, aber auch nach Infektionen des Genitaltrakts, bei Hodenverletzungen oder Gefäßfehlbildungen) Spermabestandteile in den Blutkreislauf, kann dieses die Bildung von Autoantikörpern veranlassen. Je nach Art der Antikörper können diese entweder die Spermien direkt zerstören oder sie unbeweglich oder funktionsunfähig machen. Je länger die Sterilisation zurückliegt, umso höher ist der Antikörperspiegel, also die Menge an Abwehrstoffen im Blut, und umso fraglicher der Erfolg einer Refertilisation nach Durchtrennung der Samenleiter (Vasektomie).

Für wen kommt eine Sterilisation infrage?

Die Frage, für wen die Sterilisation infrage kommt, lässt sich nur individuell beantworten. Da die Sterilisation beim Mann (Vasektomie) in der Regel endgültig ist, geht dem Eingriff zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt Voraus. Bei Männern, die unter 30 Jahre alt sind und noch keine Kinder haben, rät der Arzt in der Regel von der Vasektomie ab, da sich der Kinderwunsch im Lauf des Lebens noch stark verändern kann.

Sicherheit

Die Sterilisation beim Mann weist eine relativ hohe Sicherheit in der Empfängnisverhütung auf. Der Pearl-Index der Vasektomie beträgt 0,1 bis 0,3. Die Methode ist als Verhütungsmethode daher als sehr sicher einzustufen.

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