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Forenexperte: Dr. med. Bernhard Riecke
Stress, Nervosität & innere Unruhe
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Stand: 18. Oktober 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Unter Stress versteht man ganz allgemein alle Belastungen oder Anforderungen, die bei Menschen zu Stressreaktionen führen können. Hält Stress ständig an, kann sich dies nachteilig auf die Gesundheit auswirken. Lassen Sie es nicht so weit kommen!
Dass es in bestimmten Situationen zu Stressreaktionen kommt, ist dabei ganz natürlich und muss keine Besorgnis erregen. In Hinblick auf die Entwicklungsgeschichte des Menschen half die Stressreaktion den Menschen vor allem in akuten Gefahren beim Überleben. Denn sie aktiviert den Körper und stellt möglichst viel Energie bereit, um für einen Angriff oder eine Flucht gewappnet zu sein. Durch diese Reaktion war es unseren Vorfahren möglich, etwa bei der Begegnung mit einem wilden Tier rasch genug zu reagieren – entweder durch Kampf oder Davonrennen. Heutzutage mündet eine Situation, die Stress auslöst, jedoch selten in körperlicher Aktivität. Daher kann Stress, der dauerhaft anhält oder immer wiederkehrt, sich nachteilig auf die Gesundheit auswirken.
Der Begriff Stress ist eine Erfindung der Neuzeit. Ursprünglich stammt er aus der Materialwissenschaft, wo man damit Druck beziehungsweise Belastungen auf feste Körper beschrieb, die diese verformen können. In den 1940er Jahren benutzte schließlich der Arzt und Biochemiker Hans Selye den Ausdruck Stress auch in Bezug auf Menschen und zeigte mit seinen Forschungen erstmals, dass Belastungen auch für den menschlichen Körper Folgen haben können. Mittlerweile beschäftigen Stress und seine Auswirkung auf die Gesundheit viele verschiedene Forschungsbereiche und der Begriff hat Eingang in den allgemeinen Wortschatz gefunden.
Stress ist in allen Lebensbereichen möglich, egal, ob im Beruf oder in der Freizeit. Er ist auch nicht auf bestimmte Altersgruppen begrenzt und vielleicht nur Erwachsenen vorbehalten – bereits Kinder leiden unter Stress. Den meisten Stress erleben Menschen Untersuchungen zufolge in Zusammenhang mit ihrem Arbeitsplatz, vor allem Zeit- und Termindruck wirken als Stressor (Stressauslöser, Stressfaktoren) – aber auch zwischenmenschliche Probleme können zu Stress führen.
Stress ist für viele Menschen kein Ausnahmefall, sondern ein ständiger Zustand und für manche sogar ein Lifestyle-Faktor: Nur wer Stress hat, kann von Bedeutung sein und Anerkennung verdienen, meinen sie. Selbst unhöfliches oder respektloses Verhalten glauben manche, mit Stress entschuldigen zu können.
Um gesundheitliche Folgen von fortwährendem Stress zu vermeiden, ist es wichtig, auch auf Phasen der Entspannung zu achten. Beide Anteile sollten sich in der Balance befinden. Außerdem hilft es, die individuelle Stresskompetenz – also die Fähigkeit, mit Stress umzugehen – zu verbessern. Mit einem guten Stressmanagement gelingt es einem, Stressfaktoren besser zu erkennen, diese zu verringern, die körperlichen Stressreaktionen zu mildern und manche Situationen anders zu bewerten. Das bedeutet allerdings auch, dass man sich nicht nur mit den äußeren Anforderungen auseinandersetzt, sondern ebenso mit den Anforderungen und Ansprüchen an sich selbst, – also an sich und seinen individuellen Umständen zu arbeiten.
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