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Forenexperte: Dr. med. Bernhard Riecke
Stress, Nervosität & innere Unruhe
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Stand: 01. März 2013Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz
Erkennen und akzeptieren Betroffene mit Burn-out-Syndrom, dass sie Hilfe brauchen und nehmen diese an, sind die Aussichten auf eine Besserung langfristig gut.
Ohne Behandlung zeichnet sich das Burn-out-Syndrom zu Beginn durch eine starke psychische Erschöpfung sowie ein deutliches Überengagement in Beruf oder Familie aus. Die anfängliche Begeisterung für die Arbeit flacht jedoch ab und wird im weiteren Verlauf immer weniger. Betroffene beginnen, sich innerlich von ihrem Job zu distanzieren – man spricht hier von einer inneren Kündigung.
Die zuvor vorhandene Motivation wandelt sich langsam in das Gefühl, versagt zu haben. Einige Burn-out-Betroffene legen plötzlich ein unerwartet aggressives Verhalten an den Tag und reagieren auf Kunden, Arbeitskollegen, Schüler oder Patienten immer gereizter. Möglicherweise äußern sie verallgemeinernde und feindselige Vorwürfe an alle in ihrer Umgebung. Negative Ansichten nehmen deutlich zu und Fehlzeiten im Job häufen sich.
Das emotionale, gesellschaftliche und geistige Leben tritt bei Burn-out-Betroffenen zunehmend in den Hintergrund. Sie verlieren immer mehr das Gefühl für die eigenen Bedürfnisse. Auf Alltag und Erlebnisse reagieren Personen mit Burn-out-Syndrom schließlich fast nur noch zynisch, ironisch oder sarkastisch. Betroffene nehmen immer weniger aktiv am gesellschaftlichen Leben teil und ziehen sich zunehmend zurück. Körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Muskelverspannungen treten nun vermehrt auf.
Burn-out-Betroffene versuchen in dieser Phase häufig, ihre Beschwerden mit Medikamenten zu bekämpfen und nehmen nicht selten Beruhigungs- oder Aufputschmittel, aber auch Schlaf- und Schmerzmittel zu sich. Ebenso greifen viele vermehrt zu Rauschmitteln wie Alkohol. Es besteht die Gefahr, abhängig zu werden.
Unbehandelt steigert sich das Burn-out-Syndrom im weiteren Verlauf schlimmstenfalls zu einem extrem starken Gefühl der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Betroffene sehen zu diesem Zeitpunkt oft keinen Sinn mehr im Leben und entwickeln möglicherweise Selbstmordgedanken. Eine frühzeitige Behandlung ist deshalb umso wichtiger.
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