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LaufschuhexperteDr. Potthast
Stand: 08. Juni 2012Autor: Onmeda-Redaktion
Fast jeder Fußballer leidet im Laufe seiner Karriere einmal – in der Regel sogar mehrmals – an einer schmerzhaften Prellung der Muskulatur.
Dabei kommt es infolge einer stumpfen Gewalteinwirkung, etwa durch einen Schlag oder einen Tritt, zu einer Einblutung in den betroffenen Muskel. Durch die Ansammlung von Blut schwillt das Muskelgewebe an und die betroffenen Körperteile lassen sich nur noch unter Schmerzen bewegen. Wenige Zeit später färbt sich die Haut an der betroffenen Stelle blau. Die leichteste Form einer Prellung ist der sogenannte "blaue Fleck", bei dem kleinste Blutgefäße durch eine Schlag oder Stoß platzen und Blut in das umliegende Gewebe einsickert.
Generell kann jede Körperregion von einer Kontusion betroffen sein, besonders häufig sind sie allerdings am Oberarm, am Oberschenkel oder an der Wade zu finden. Dass eine solche Prellung der Muskulatur eine äußerst schmerzhafte und unter Umständen langwierige Angelegenheit ist, bekam Michael Ballack vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 am eigenen Leib zu spüren. Die als "Wade der Nation" bekannte Prellung der Unterschenkelmuskulatur wurde intensiv von Mannschaftsarzt Dr. Müller-Wohlfahrt behandelt und gefährdete lange Zeit die WM-Teilnahme des damaligen Kapitäns der deutschen Nationalmannschaft.
Die Ursache einer Kontusion liegt immer in einer äußeren Gewalteinwirkung, etwa durch einen Sturz, einen Schlag oder einen Tritt. Der sogenannte "Pferdekuss" gehört zu der bekanntesten Prellung im Sport und entsteht immer dann, wenn ein Sportler dem Gegenspieler sein Knie in den Oberschenkel rammt. Deshalb tritt eine Prellung vor allem in Mannschaftssportarten mit Gegnerkontakt auf, beispielweise Fußball, Hockey oder Handball.
Bei einer schweren Prellung – etwa durch einen besonders harten Schlag oder Sturz – kann die Einblutung in den Muskel zu einer länger anhaltenden Drucksteigerung der betroffenen Körperregion führen. Da Muskeln von einer wenig dehnbaren Muskelhülle (Faszie) umschlossen sind, entsteht ein erhöhter Druck auf die Muskelfasern, der Blutgefäße und Nerven zusammendrückt und infolge dessen zu einer Durchblutungsstörung der Muskeln (Kompartmentsyndrom) führt.
Die Therapie einer Kontusion beginnt mit einer zügigen Erst-Behandlung nach dem sogenannten PECH-Schema: Pause, Eis, Compression, Hochlagern.
P wie Pause: Um weitere Schäden zu vermeiden, ist es wichtig, dass Sie bei einer Prellung die sportliche Betätigung sofort einstellen und Arme oder Beine ruhig stellen.
E wie Eis: Kühlen Sie den betroffenen Muskel sofort nach dem Unfall mit Eisbeuteln, Umschlägen, Kältekompressen oder Kältespray. Diese Kühlung sorgt dafür, dass die verletzte Stelle weniger durchblutet ist und mindert das Ausmaß einer Schwellung.
C wie Compression: Eine weitere sehr wirksame Maßnahme – zusätzlich zur Kühlung – besteht darin, mit einem elastischen, breitflächigen Kompressionsverband einen dosierten Druck auf die betroffene Region auszuüben. Dies verhindert, dass Blut in das Gewebe fließt und eine weitere Schwellung entsteht.
H wie Hochlagerung: Eine weitere Schwellung und Einblutung in das Gewebe können Sie auch dadurch unterbinden, dass Sie das von der Prellung betroffene Körperteil hoch lagern. Dadurch fließt weniger Blut in die Weichteile um die verletzte Region – dafür strömt umso mehr Blut zum Herzen zurück.
Die Schwellungen nach einer Prellung bilden sich meist ohne Folgen nach mehreren Tagen wieder zurück. Physiotherapeutische Maßnahmen, wie etwa Massagen, können den Heilungsverlauf allerdings verlangsamen und sollten nicht angewendet werden!
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