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LaufschuhexperteDr. Potthast
Stand: 14. Juli 2010Autor: Onmeda-Redaktion
Wer Krafttraining betreiben möchte, benötigt zunächst einmal Kraft. Kraft ist nötig, um zu gehen, im Garten zu arbeiten, Sport zu treiben oder Möbel zu transportieren. Sogar beim Sitzen benötigen wir Kraft. Denn ohne die Muskeln des Rumpfes, die unseren Oberkörper stabilisieren, würden wir auf dem Schreibtischstuhl zusammenklappen. Ohne Kraft sind Bewegungen und Körperhaltungen außer Liegen nicht möglich. Doch was ist Kraft genau?
Fachleute definieren Kraft als die Fähigkeit, Widerstände
Ein gutes Beispiel ist das sogenannte Bankdrückentraining im Fitnessstudio: Der Widerstand besteht für den auf der Bank liegenden Sportler in der Hantelstange. Drückt er sie hoch, überwindet er mit Kraft den Widerstand, was man auch als konzentrische Arbeitsweise des Muskels bezeichnet. Hält er die Hantelstange an einer bestimmten Stelle stabil – ohne die Hantelstange zu bewegen –, arbeiten die Muskeln statisch. Senkt er die Hantelstange wieder ab, gibt er dem Widerstand nach (sog. exzentrische Arbeitsweise). Sowohl bei der konzentrischen als auch bei der exzentrischen Arbeitsweise handelt es sich um dynamische Kraftformen, weil der Widerstand – in diesem Fall die Hantelstange – bewegt wird.
Die Fähigkeit, Kraft entwickeln zu können und Krafttraining zu betreiben, verdanken wir den Muskeln und unserem Nervensystem.
Muskeln bestehen aus einzelnen Muskelfasern, die sich zusammenziehen können. Wenn wir beispielsweise den Arm beugen, dann ziehen sich die Muskelfasern des sogenannten Bizeps zusammen. Dabei funktionieren Muskelfasern nach dem An-Aus-Prinzip. Im An-Zustand ziehen sie sich zusammen (sog. Kontraktion), der Muskel verkürzt sich. Im Aus-Zustand sind sie entspannt. Welches Maß an Kraft ein Muskel aufbringt, hängt unter anderem davon ab, wie viele Muskelfasern sich kontrahieren. Beugen wir zum Beispiel den Arm, ohne ein Gewicht in der Hand zu halten, ziehen sich im Bizeps nur wenige Muskelfasern zusammen. Anders sieht es aus, wenn wir eine Hantel in der Hand halten, mit der wir den Arm gerade noch beugen können. In diesem Fall wird ein Höchstmaß der Muskelfasern beansprucht. Die Kraftsteuerung durch das Zusammenspiel der Muskelfasern innerhalb des Muskels nennt man intramuskuläre Koordination (intra = innerhalb).
Betrachtet man den Muskelapparat genauer, fällt auf, dass die Muskeln um verschiedene Gelenke angeordnet sind. Dadurch ermöglichen die Muskeln alle Bewegungen, die das Gelenk erlaubt. Das bedeutet für die Bewegung "Armbeugen": Während der Bizeps sich anspannt, entspannt sich sein Gegenspieler (Antagonist), der Trizeps. Bei Gelenken mit vielen Bewegungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel dem Schultergelenk, beteiligen sich eine Vielzahl von Muskeln an jeder Bewegung. Sie steuern dabei nicht nur die Bewegung, sondern sorgen auch für eine gewisse Balance und Stabilität der Gelenke. Die Zusammenarbeit einzelner Muskeln bezeichnen Fachleute als intermuskuläre Koordination (inter = zwischen).
Die Aktivität der Muskeln steuert unser Nervensystem. Wollen wir eine bestimmte Bewegung ausführen, sendet unser Gehirn ein Signal an die beteiligten Muskeln. Die Muskeln schicken wiederum ein Signal zurück an unser Nervensystem. Rückenmark und Gehirn bleiben so gewissermaßen auf dem Laufenden und greifen immer wieder ein, um die Bewegung zu koordinieren.
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