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Stand: 15. Juni 2011Autor: Onmeda-Redaktion
Wichtige Vitamine in der Schwangerschaft sind vor allem Folsäure, Vitamin C, Vitamin D und die Vitamine B1 (Thiamin), B2 und B6. Auch wenn die nötigen Mengen gering wirken, so kann ein Mangel an diesen Vitaminen Folgen in der Entwicklung des ungeborenen Kindes nach sich ziehen.
Folsäure sollten Sie bei einem bestehenden Kinderwunsch schon vor der Schwangerschaft zu sich nehmen. Ein Mangel an Folsäure kann zu Neuralrohrdefekten (Spina bifida), Fehlbildungen oder zu einer Fehlgeburt führen.
Folsäure ist in Kartoffeln, Tomaten, Kohl, Fleisch, Milchprodukten und Fisch enthalten. Da Folsäure sehr hitzeempfindlich ist, wird sie durch Kochen zerstört, ebenso wie durch lange Lagerung. Verzehren Sie daher möglichst viel frisches Gemüse. Zusätzlich empfiehlt es sich, vor und während der Schwangerschaft Folsäuretabletten mit 0,4 bis 0,8 Milligramm pro Tag einzunehmen. Folsäuretabletten erhalten Sie in jeder Apotheke.
Aber Achtung: Viele Folsäurepräparate enthalten zusätzlich Jod. Falls Sie an einer Schilddrüsenfehlfunktion leiden, besprechen Sie sich vor deren Einnahme mit Ihrem Arzt oder verwenden Sie ein Folsäurepräparat ohne Jodzusatz.
Vitamine des Vitamin B-Komplexes kommen vor allem in Vollkornbrot, Getreide, Kartoffeln und Milch vor. Sie werden im Stoffwechsel als sogenannte Coenzyme benötigt, welche Bestandteile vieler Enzyme sind. Ein Mangel an Vitamin B1 kann eine Herzinsuffizienz sowohl der Mutter als auch des Neugeborenen zur Folge haben. Da in westlichen Ländern ein Mangel aber nur sehr selten vorkommt, ist eine zusätzliche Aufnahme des Vitamins meist nicht nötig. Ein Vitamin B6-Mangel spielt möglicherweise eine Rolle bei der Entstehung der Morgenübelkeit. Vitamin B12 muss nur bei strengen Vegetariern zusätzlich aufgenommen werden.
Vitamin D kann als einziges Vitamin vom Körper selbst in der Haut unter Einwirkung von UV-Licht aus Cholesterol hergestellt werden. Vitamin D reguliert den Kalzium-Haushalt des Körpers. Enthalten ist Vitamin D vor allem in Lebertran, Milch und Eigelb. Wenn die Haut nicht genügend UV-Licht erhält und Vitamin D nicht ausreichend mit der Nahrung aufgenommen wird, kommt es zu Störungen im Kalzium-Stoffwechsel. Folgen können eine mangelhafte Mineralisierung und nachfolgende Deformierung der Knochen sein. Diese Krankheit (Rachitis) wurde früher auch englische Krankheit genannt, da sie während der Industriellen Revolution besonders bei Kindern verbreitet war, die in den englischen Bergwerken arbeiteten und nur selten die Sonne sahen.
Allerdings reichen bereits etwa zehn Minuten Tageslicht aus, um ausreichend Vitamin D herzustellen. Wenn Sie also regelmäßig spazieren gehen – was besonders in der Schwangerschaft ohnehin sinnvoll ist – und Milchprodukte zu Ihrer täglichen Ernährung gehören, sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind kräftige Knochen und gesunde Zähne bekommt.
Vitamin C kommt vor allem in frischem Obst und Gemüse vor. Neben seiner Wirkung als Coenzym bei der Produktion von Bestandteilen des Bindegewebes und der Gallensäure schützt es in seiner Hauptfunktion Biomoleküle davor, durch Oxidation zerstört zu werden (antioxidative Wirkung). Ein Mangel an Vitamin C kann eine Präeklampsie sowie einen frühzeitigen Sprung der Fruchtblase zur Folge haben.
Es ist allerdings nicht weiter schwer, im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung über frisches Obst und Gemüse ausreichend Vitamin C aufzunehmen.
Vitamin A kommt in tierischer Nahrung wie Leber, Milch oder Eigelb vor, als Provitamin (Vorstufe eines Vitamins) Betacarotin auch in Früchten und Gemüse (z.B. Mohrrüben). Abkömmlinge des Vitamin A spielen für biochemische Abläufe beim Sehen sowie bei der Entwicklung und Ausbildung von Zellen eine wichtige Rolle.
Ein Mangel an Vitamin A, der in westlichen Ländern praktisch nicht vorkommt, führt zu Nachtblindheit und Wachstumsstörungen.
Von größerer Bedeutung ist aber ein Überschuss an Vitamin A in der Schwangerschaft. Dieser kann erhebliche Nebenwirkungen wie Hornhautablösungen, Hautveränderungen oder Leberschäden zur Folge haben und zu Missbildungen beim Ungeborenen führen.
Schwangere sollten daher kein zusätzliches Vitamin A in Form von Tabletten aufnehmen und auf den Verzehr von Leber verzichten, die erhebliche Mengen an Vitamin A enthält. Vorsicht ist auch bei Multivitaminpräparaten geboten.
Auch das Provitamin Betacarotin kann überdosiert werden, was aber nicht zu Schädigungen des Ungeborenen führt.
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