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Ernährung in der Schwangerschaft

Mineralstoffe

Stand: 15. Juni 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Zu einer ausgewogenen Ernährung zählen auch Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium, Eisen, Jod, Selen und Zink. Ihr Bedarf ist in der Schwangerschaft beziehungsweise zu bestimmten Zeiten in der Schwangerschaft erhöht, kann aber für gewöhnlich relativ einfach ausgeglichen werden, wenn man gezielt darauf achtet.

Kalzium

Kalzium nimmt man hauptsächlich über Milch und Milchprodukte zu sich. Außerdem sind Hülsenfrüchte, Gemüse wie Brokkoli, Fenchel, Mangold oder Grünkohl und Samen wie Sesam kalziumreich. Zum größten Teil wird Kalzium für den Knochenaufbau benötigt. Darüber hinaus dient es als Cofaktor bei der Blutgerinnung und als Signalstoff. Für Schwangere wird ein Gramm Kalzium pro Tag empfohlen, was etwa einem Liter Milch oder Milchprodukten entspricht. Wird in der Schwangerschaft nicht ausreichend Kalzium aufgenommen, greift der Körper auf seine Vorräte zurück, was negative Auswirkungen auf Zähne und Knochen haben kann – und zwar sowohl der Schwangeren als auch des Kindes: Zunächst wird das Kind mit Kalzium versorgt. Ein Kalziummangel wird also erst einmal die Mutter betreffen und sich vermutlich mit Zahnproblemen äußern. Steht sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Baby zu wenig Kalzium zur Verfügung, sind auch der Knochenaufbau und die Zahnanlagen des Kindes gefährdet.

Eine Schwangere gießt sich ein Glas Milch ein

Schwangere, die keine Milch mögen, sollten andere Milchprodukte oder mit Kalzium angereicherte Fruchtsäfte zu sich nehmen. Wenn Sie keine tierischen Milchprodukte vertragen (etwa bei Laktoseintoleranz oder Milcheiweißallergie), können Sie auf pflanzliche Milch wie Sojamilch und Sojamilchprodukte zurückgreifen. Bei Mineralwasser empfiehlt es sich, auf den Kalziumgehalt zu achten. Für die Schwangerschaft gute Mineralwässer enthalten mindestens 200 Milligramm Kalzium pro Liter.

Kalzium wird vermehrt umd die 18. Schwangerschaftswoche sowie im 3. Trimester benötigt. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie ausreichend Kalzium aufnehmen können, besprechen Sie sich mit Ihrem Frauenarzt. Gegebenenfalls ist es nach ärztlicher Absprache auch möglich, Kalzium in Form von Nahrungsergänzungsmitteln aufzunehmen.

Magnesium

Magnesium wird im Körper zum Knochenaufbau und als Cofaktor bei vielen Enzymen des Stoffwechsels benötigt. Besonders viel Magnesium ist in grünem Gemüse vorhanden, aber auch in Nüssen, Mandeln und Samen. Ein Magnesiummangel kann neben Waden- und Bauchkrämpfen zu Fehlgeburten und frühzeitigen Wehen führen. Viele Frauenärzte (Gynäkologen) verschreiben daher vorbeugend Magnesiumpräparate.

Empfohlen werden für Schwangere 310 Milligramm Magnesium pro Tag. Der Magnesiumbedarf ist besonders um die 22. Schwangerschaftswoche erhöht. Da sich die Aufnahme von Magnesium und Eisen gegenseitig behindert, sollten Eisen- und Magnesiumpräparate mit einem zeitlichen Abstand von mindestens zwei Stunden eingenommen werden.

Aber Achtung: Nehmen Sie Nahrungsergänzungsmittel nicht in Eigenregie ein, sondern besprechen Sie sich vorher mit Ihrem Frauenarzt. Naht die Geburt, können Magnesiumpräparate beispielsweise wehenhemmend wirken.

Eisen

Eisen ist besonders wichtig für alle Sauerstoff transportierenden und umwandelnden Strukturen in den Körperzellen, so auch für das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen. Eisenmangel führt deshalb zu einer Blutarmut (Eisenmangelanämie). Der tägliche Bedarf an Eisen bei schwangeren Frauen liegt bei 30 Milligramm pro Tag.

Das ungeborene Kind benötigt Eisen für die Blutversorgung und den Aufbau der inneren Organe. Da während einer Schwangerschaft das Blutvolumen der Schwangeren um etwa einen Liter ansteigt und ein leichter Eisenmangel normal ist, beobachtet der Arzt in den Blutuntersuchungen während der Schwangerschaft Ihre Eisenwerte. Bei eindeutig schlechten Werten wird er Ihnen ein Eisenpräparat verschreiben. Besonders in der Spätschwangerschaft kommt es häufig zu Eisenmangel.

Zitronenscheibe

Eisen kann in Kombination mit Vitamin C leichter vom Körper aufgenommen werden. Würzen Sie deshalb viel mit Zitronensaft. Da sich die Aufnahme von Magnesium und Eisen gegenseitig behindert, sollten Eisen- und Magnesiumpräparate mit einem zeitlichen Abstand von mindestens zwei Stunden eingenommen werden.

Aber Achtung: Auch für Eisenpräparate gilt, wie für alle anderen Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft, dass Sie sich mit Ihrem Frauenarzt absprechen und nichts in Eigenregie einnehmen sollten.

Jod

Jodid ist in Salzwasserfischen, jodiertem Speisesalz und zum Teil auch im Trinkwasser enthalten. Es wird benötigt, um Schilddrüsenhormone aufzubauen. Bei Menschen, die eine genetische Veranlagung dazu besitzen, kann sich durch die geringe Konzentration von Jodid in der Nahrung in vielen Gegenden Europas die Schilddrüse vergrößern (Kropf).

Schwangere brauchen größere Mengen an Jod. Ab der 12. Schwangerschaftswoche benötigt das ungeborene Kind Jod für die eigene Schilddrüse und für die Entwicklung des Gehirns. Um einem Jodmangel in der Schwangerschaft vorzubeugen, verwenden Sie daher beim Kochen jodiertes Speisesalz. Für Schwangere werden 230 Mikrogramm Jod pro Tag empfohlen, die auch in Form von Tabletten eingenommen werden können (Jod ist z.B. in vielen Folsäurepräparaten enthalten).

Aber Achtung: Wie für andere Nahrungsergänzungsmittel gilt auch für Jodpräparate, dass sie nur nach Absprache mit dem Frauenarzt eingenommen werden dürfen. Das ist bei Jod besonders wichtig, da es bei Schwangeren mit Schilddrüsenfehlfunktionen zu Komplikationen kommen kann, wenn das Jodpräparat in Wechselwirkung mit den Schilddrüsenpräparaten gerät.

Zink

Zink ist vor allem als Cofaktor für viele Enzyme wichtig und hilft unter anderem dabei, den Körper zu entgiften. Zink ist reichlich in Fleisch, Fisch, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten sowie in Eiern und Käse enthalten. In der Spätschwangerschaft kommt es relativ häufig zu einem Zinkmangel (vor allem bei Mehrlingsschwangerschaften, Raucherinnen und Vegetarierinnen), den man mit entsprechenden Präparaten ausgleichen sollte, weil er zu einem erhöhten Risiko für Fehlbildungen führen kann. Der tägliche Bedarf an Zink liegt bei Schwangeren bei zehn Milligramm. Da Zink überdosiert werden kann, sollten Sie auch hier vor der Einnahme von Zinkpräparaten mit Ihrem Frauenarzt sprechen.

Selen

Selen ist wichtig, um den Körper vor einer Vergiftung durch Schwermetalle zu schützen. Es ist in Fleisch, Fisch und Eiern enthalten. Bei einer ausgewogenen Ernährung wird, auch in der Schwangerschaft, ausreichend Selen aufgenommen. In der Schwangerschaft liegt der tägliche Selenbedarf bei 0,1 bis 0,2 Milligramm.

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