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19. Schwangerschaftswoche (SSW)

Stand: 1. November 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Allgemeines

Etwa ab der 19. Schwangerschaftswoche (SSW) wird anstelle der Scheitel-Steiß-Länge (SSL) die Scheitel-Fersen-Länge (SFL) ermittelt. Der Fötus ist nun etwa 24 Zentimeter (SFL) lang und wiegt ungefähr 200 Gramm.

Ab der 19. SSW bemerken einige werdende Mütter erste Übungswehen, mit denen sich der Körper auf die Geburt vorbereitet. Das ist in dieser Phase normal und nicht bedenklich, solange die Übungswehen nicht in Geburtswehen übergehen.

Zwischen Beginn der 19. SSW und Ende der 22. SSW ist die zweite große Vorsorgeuntersuchung inklusive Ultraschall vorgesehen. Sie umfasst die normale, vierwöchige Vorsorgeuntersuchung, bei der das mütterliche Gewicht und der Blutdruck gemessen und der Urin auf Eiweiß, Zucker und Keime untersucht wird. Außerdem wird der Hämoglobingehalt ermittelt. Zudem stellt der Frauenarzt die Lage der Gebärmutter fest, indem den Abstand von oberem Gebärmutterrand (über die Bauchdecke durch Tasten feststellbar) zum Bauchnabel misst.

Im Verlauf des Ultraschalls stellt der Arzt die Scheitel-Fersen-Länge (SFL) des Babys fest. Letztere lässt sich nicht mehr ohne Weiteres vermessen wie bisher die Scheitel-Steiß-Länge (SSL). Stattdessen werden folgende Daten zusammengetragen, die sogenannten biometrischen Daten:

  • Biparietaler Durchmesser (BPD oder BIP): Kopfdurchmesser von Schläfe zu Schläfe. Dafür wird auf dem Ultraschall der Abstand zwischen den Schläfen vermessen.
  • Fronto-okzipitaler Durchmesser (FOD): Kopfdurchmesser von der Stirn zum Hinterkopf.
    • Kopfumfang (KU): Alternativ zum FOD vermessen Frauenärzte häufig den Kopfumfang.
  • Abdomen/Thorax-quer-Durchmesser (ATD): Für den ATD wird der Abstand von der linken zur rechten Bauchseite vermessen.
  • Alternativ zum ATD werden häufig der Abdomen/Thorax-a. p.-Durchmesser (APD) oder der Abdomen/Thorax-Umfang (AU) vermessen.
    • APD: Hierfür wird der Abstand vom Nabel zum Rückgrat vermessen.
    • AU: Hierfür wird der Bauchumfang vermessen.
  • Femurlänge (FL): Femur ist der wissenschaftliche Begriff für den Oberschenkelknochen, der sich im Ultraschall gut vermessen lässt.
    • Alternativ zur FL kann auch die Humeruslänge (HL) vermessen werden, also die Länge des Oberarmknochens.

Welche Daten der Frauenarzt genau vermisst, hängt nicht zuletzt davon ab, wie das Baby gerade liegt und wie sehr es sich bewegt.

Die Femurlänge multipliziert mit dem Faktor sieben ergibt die ungefähre Scheitel-Fersen-Länge (SFL). Die restlichen Daten geben weitere wichtige Hinweise über die zeitgemäße Entwicklung des Fötus.

Auch bei dieser Ultraschalluntersuchung wird noch einmal kontrolliert, ob es sich um eine Einlings- oder Mehrlingsschwangerschaft handelt. Außerdem kontrolliert der Frauenarzt die Fruchtwassermenge, die Herzaktion, die Bewegungen des Babys und die Lage der Plazenta.

Alle ermittelten Werte werden im Mutterpass notiert.

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In der 19. SSW ist der Fötus etwa 17 Wochen alt – der Unterschied zwischen Lebensalter und Schwangerschaftswoche kommt daher, dass die ersten zwei Schwangerschaftswochen lediglich der Berechnung dienen. Insgesamt umfasst eine Schwangerschaft 40 Wochen oder zehn Monate. Dabei startet die Berechnung etwa zwei Wochen vor der Befruchtung – nämlich mit dem ersten Tag der letzten Regelblutung. Diese Rechnung hat sich bewährt, da sich nicht bei jeder Frau der Termin des Eisprungs rückwirkend eindeutig bestimmen lässt.

Die Mutter

In der 19. Schwangerschaftswoche (SSW) ist der Schwangerschaftsbauch schon als kleine Kugel gut zu erkennen.

In dieser Zeit bemerken viele werdende Mütter Veränderungen an Haut und Haaren. Häufig wirken die Haare dicker und glänzender, die Nägel fester. Hierfür ist der hohe Östrogenspiegel zuständig, der dafür sorgt, dass zum Beispiel weniger Haare ausfallen und die Haare daher dichter aussehen.

Eine der häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden um die 19. SSW ist eine verstopfte Nase. Die Ursache hierfür ist selten eine Erkältung. Vielmehr kann durch das erhöhte Blutvolumen und die vergrößerten Gefäße die Nasenschleimhaut anschwellen. Meistens hilft ein Nasenspray auf Meersalzbasis – auf andere Nasensprays oder Medikamente sollte die werdende Mutter verzichten oder deren Gebrauch vorher mit dem Frauenarzt besprechen.

Etwa ab der 19. SSW können Schwangere hin und wieder Übungswehen haben. Diese sind nicht mit den Geburtswehen zu vergleichen und in der Regel harmlos. Der Körper übt lediglich für die Geburt. Übungswehen dauern höchstens 45 Sekunden lang an und treten nicht öfter als dreimal in einer Stunde auf. Der Bauch zieht sich in unregelmäßigen Abständen zusammen und bereitet der Schwangeren Unwohlsein und Bauchschmerzen. Dauert dieser Zustand jedoch länger an, zieht sich der Bauch in regelmäßigen Abständen zusammen und wird hart oder kommt es zu Blutungen, sollte umgehend der Frauenarzt oder eine Klinik aufgesucht werden – dabei kann es sich um Geburtswehen handeln, die in dieser Zeit mit Wehenhemmern unterdrückt werden müssen.

Der Fötus

In der 19. Schwangerschaftswoche (SSW) ist der Fötus etwa 24 Zentimeter (SFL = Scheitel-Fersen-Länge) lang und 200 Gramm schwer.

Etwa in dieser Woche werden die Zahnleisten angelegt und es können sich erste Kopfhaare zeigen. Der Körper des Babys ist nun vollständig mit flaumigen Haaren bedeckt, der sogenannten Lanugo-Behaarung. Die Haut bildet weitere Schichten und wird daher immer weniger durchsichtig. In dieser Zeit nehmen außerdem Leber und Milz ihre Arbeit auf und stellen weiße Blutkörperchen her. Das Fruchtwasser wird nun vom Fötus selber produziert.

Der Magen-Darm-Trakt des Fötus ist schon funktionsfähig. Im Darm lagern sich bereits jetzt erste Stoffwechselprodukte ab. Nach der Geburt werden diese mit dem sogenannten Kindspech ausgeschieden, dem ersten Stuhlgang des Babys.

Auch wenn das Geschlecht des Babys schon vorher erkennbar ist, wird es meistens um die 19. SSW herum ermittelt, da hier die zweite große Ultraschalluntersuchung ansteht. Wer sich bei der Geburt überraschen lassen möchte, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, sollte das vor dem Ultraschall dem Frauenarzt mitteilen.

Sowohl Größe als auch Gewicht des Babys entwickeln sich mit fortschreitender Schwangerschaft immer individueller. Die genannten Werte können daher nur Durchschnittswerte sein. Wenn die Daten Ihres Kindes von diesen Werten abweichen, ist das kein Grund zur Besorgnis.

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19. SSW (Schwangerschaftswoche)

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