Sie befinden sich hier:

Startseite > Ratgeber > Schwangerschaft > Contergan > Das Arzneimittel Contergan und seine Folgen

Forum

Schwangerschaft & Geburt

Porträt Annette Mittmann Forenexpertin: Annette Mittmann Forum Schwangerschaft & Geburt
Foren-Login

Sie sind noch nicht registriert? Kostenlos registrieren

Contergan

Das Arzneimittel Contergan und seine Folgen

Stand: 27. Februar 2008Autor: Onmeda-Redaktion

Das Arzneimittel Contergan enthielt den Wirkstoff Thalidomid, von der chemischen Struktur ein Phthalimidoglutarimid. Thalidomid wurde 1956 von dem Chemiker Dr. Heinrich Mückler entwickelt und im Oktober 1957 durch die Firma Grünenthal in Stollberg bei Aachen in den Handel gebracht. Im November 1961 wurde Contergan, nach Bekanntwerden der schwer wiegenden Nebenwirkungen, vom Markt genommen.

Contergan galt als besonders sicher. Zu der damaligen Zeit waren viele Schlafmittel im Handel, die bei Überdosierungen ein hohes Risiko für eine Vergiftung beinhalteten. Die tödliche Dosis von Contergan ist so hoch, dass es beispielsweise praktisch unmöglich war, mit diesem Arzneimittel Selbstmord zu begehen. Dass ungeborene Kinder durch die Einnahme von Arzneimitteln in der Schwangerschaft möglicherweise geschädigt werden können, wurde zu der damaligen Zeit noch nicht ausreichend bedacht.

Contergan überschreitet die Plazentaschranke, gelangt damit in den Blutkreislauf des Embryos und führt zu Störungen in der Organentwicklung. Bei der Einnahme des Schlaf- und Beruhigungsmittels in der frühen Schwangerschaft, also etwa in der vierten bis sechsten Schwangerschaftswoche, führte Contergan zu Fehlbildungen der Gliedmaßen, zu fehlenden Ohrmuscheln und zu Schäden an den inneren Organen. Die genauen biochemischen Zusammenhänge für die Missbildungen durch Thalidomid sind bis heute nicht eindeutig geklärt.

Die Opfer der Contergan-Katastrophe sind teilweise lebenslang auf eine zeit- und personalaufwändige Pflege angewiesen. Die Betreuung der Menschen besteht vor allem darin, die degenerativen Veränderungen an den Gelenken und der Wirbelsäule zu behandeln. Außerdem ist häufig eine Schmerzbehandlung vor allem der Schulter, der Ellenbogen oder der Hüfte erforderlich.

Lesen Sie in diesem Beitrag zum Thema

Contergan

Das könnte Sie auch interessieren

Schwangerschaft

Schwangerschaft

Erfahren Sie im Ratgeber mehr über die Schwangerschaft und welche Schädigungen des Kinds auftreten können. mehr ...

Weitere Themen:

Am häufigsten gelesen

Leben mit Krebs

Leben mit Krebs

Im Themenspecial finden Betroffene und Angehörige Informationen zu modernen Therapieformen sowie zur aktuellen Krebsforschung. mehr ...

Weitere Themen:

Disclaimer:

© 2012 gofeminin.de GmbH – Das Informationsangebot rund um die persönliche Gesundheit auf www.onmeda.de dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf Onmeda zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch den Haftungsausschluss sowie unsere Hinweise zu den Bildrechten.