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Gestose (hypertensive Schwangerschafts- erkrankung)

Gestose (hypertensive Schwangerschaftserkrankung)

Stand: 26. November 2010Autor: Onmeda-RedaktionMedizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Weiland, Dr. med. Waitz

Als Gestose bezeichnen Ärzte Erkrankungen während der Schwangerschaft, die mit einem erhöhten Blutdruck einhergehen (hypertensive Schwangerschaftserkrankungen). Eine Gestose tritt frühestens in der 20. Schwangerschaftswoche auf. Meist sind Frauen im letzten Drittel (Trimenon) der Schwangerschaft betroffen.

Mediziner unterscheiden folgende Typen von Gestosen:

Schwangere Frau umfasst ihren Bauch
Eine Gestose tritt in der zweiten Schwangerschaftshälfte auf.

Der Begriff "Gestose" wird in diesem Artikel weit gefasst und steht für alle mit hohem Blutdruck einhergehenden Erkrankungen während der Schwangerschaft. Manche Experten verwenden den Begriff synonym mit "Präeklampsie".

Eine Gestose liegt vor, wenn Bluthochdruck und eine vermehrte Eiweißausscheidung über den Urin (Proteinurie) bestehen. Von Bluthochdruck sprechen Mediziner, wenn der erste Messwert mehrmals in Ruhe gemessen höher als 140 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) und / oder der zweite Wert höher als 90 mmHg ist. Eine Proteinurie definieren sie als eine Eiweißausscheidung von mehr als 300 Milligramm pro Tag, gemessen im 24-Stunden-Sammelurin. Die Gestose gehört zu den häufigsten Komplikationen einer Schwangerschaft: Sie tritt in 6 bis 8 Prozent der Fälle auf, meist handelt es sich um eine Präeklampsie.

Gestosen kann der Arzt mithilfe der Vorsorgeuntersuchungen während der Schwangerschaft (Pränataldiagnostik) meist rechtzeitig erkennen und behandeln. In einigen sehr schweren Fällen von Gestosen ist es nötig, die Geburt vorzeitig einzuleiten und das Kind zu entbinden. Dies geschieht jedoch nur selten vor der 28. Schwangerschaftswoche – ab diesem Zeitpunkt wäre das Neugeborene in der Regel bereits lebensfähig.

Es gibt einige Risikofaktoren für eine Gestose, dazu zählen unter anderem:

Die Ursachen von Gestosen sind weiterhin unbekannt. Es gibt jedoch mehrere Hypothesen, die davon ausgehen, dass der Mutterkuchen eine wichtige Rolle für die Entstehung spielt.

Die Therapie einer Gestose konzentriert sich vor allem auf die Kontrolle und ab einem gewissen Schwellenwert auch die Senkung der erhöhten Blutdruckwerte. Sie erfolgt meist stationär, also während eines Klinikaufenthaltes. Dort können die Ärzte besser den Verlauf beobachten und den Blutdruck mit Medikamenten auf die gewünschten Werte senken.

Gestosen sind auch unter dem missverständlichen Begriff der Schwangerschaftsvergiftung bekannt, es handelt sich jedoch nicht um eine Vergiftung.

Weiterlesen: Gestose (hypertensive Schwangerschaftserkrankung): Definition

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