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Pränataldiagnostik

Chorionzottenbiopsie

Stand: 6. Dezember 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Bei der Chorionzottenbiopsie entnimmt der Arzt Gewebe der Plazenta (Mutterkuchen), um deren Zellen genauer untersuchen zu lassen. Die Chorionzotten (Zellen der Plazenta) haben sich, wie der Fötus, aus einem Teil der befruchteten Eizelle entwickelt. Daher lassen sie eine Aussage über den Fötus zu – er wird sozusagen indirekt untersucht. Die Chorionzottenbiopsie kann zwischen der 11. und 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.

Die Chorionzottenbiopsie eignet sich für Schwangere ...

  • ab 35 Jahren.
  • die bereits Kinder mit Chromosomenstörungen haben.
  • bei denen eine familiäre Veranlagung für vorgeburtlich nachweisbare Erkrankungen besteht.
  • bei denen die routinemäßige Ultraschalluntersuchung auffällig war.

Nach der Gewebeentnahme werden die Zellen im Labor entsprechend aufbereitet und analysiert. Die ersten Ergebnisse liegen nach ein bis zwei Tagen vor. Bis zum endgültigen Ergebnis vergehen jedoch in der Regel zwei bis drei Wochen. Mit einer Chorionzottenbiopsie kann der Arzt folgende Auffälligkeiten nachweisen:

  • Chromosomenveränderungen, zum Beispiel das Down-Syndrom (Trisomie 21)
  • erbliche Stoffwechselerkrankungen

Das Risiko einer Fehlgeburt liegt bei der Chorionzottenbiopsie bei etwa zwei bis vier Prozent.

Um die für die spätere Untersuchung erforderlichen Zellen aus der Plazenta zu gewinnen, gibt es zwei Methoden der Chorionzottenbiopsie:

  • transabdominale Chorionzottenbiopsie
  • transzervikale Chorionzottenbiopsie

Transabdominale Chorionzottenbiopsie

Bei der transabdomnialen Chorionzottenbiopsie sticht der Arzt eine dünne Punktionsnadel durch die Bauchdecke der Schwangeren ein und schiebt diese bis in die Plazenta vor. Dort entnimmt er eine Gewebeprobe, die im Labor analysiert wird. Die transabdominale Chorionzottenbiopsie erfolgt unter ständiger Ultraschallkontrolle und wird in der Pränataldiagnostik häufig eingesetzt.

Transzervikale Chorionzottenbiopsie

Im Unterschied zur transabdominalen Methode sticht der Gynäkologe bei der transzervikalen Chorionzottenbiopsie keine Nadel durch den Bauch, sondern schiebt einen dünnen Katheter durch die Vagina, den Gebärmuttermund und den Gebärmutterhals (Zervix) in die Plazenta, um dort Gewebe zu entnehmen. Ärzte wenden diese Methode seltener an als die transabdominale Chorionzottenbiopsie, da bisher unklar ist, ob das Risiko einer Fehlgeburt bei der transzervikalen Chorionzottenbiopsie höher ist als bei der transabdominalen Chorionzottenbiopsie.

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