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Frauenarzt oder Hebamme?

Frauenarzt

Stand: 28. April 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Da Ihr Frauenarzt (Gynäkologe) Sie durch die gesamte Schwangerschaft begleitet, sollten Sie bewusst auswählen, welchem Frauenarzt Sie sich und Ihr Kind anvertrauen möchten.

Stellen Sie sich in erster Linie darauf ein, dass ein Arzt Sie als Patientin behandeln wird. Vor allem Frauen, die durch eine künstliche Befruchtung schwanger geworden sind, nehmen sich selbst häufig nicht als gesunde, schwangere Frau wahr. Dieses Gefühl ist aber wichtig, um das Selbstvertrauen zu entwickeln, das Frauen während der Geburt und als Mutter brauchen.

Dass Sie während der Schwangerschaft besonders viele Fragen an Ihren Frauenarzt haben, ist normal. Schreiben Sie sich diese am besten vor Ihrem nächsten Vorsorgetermin auf, um nichts Wichtiges zu vergessen. Sollte das Wartezimmer überfüllt sein und Ihr Frauenarzt nur Zeit für die körperliche Untersuchung haben, dann vereinbaren Sie einen separaten Gesprächstermin. Sie brauchen sich für Ihre zahlreichen Fragen nicht zu entschuldigen, alle Fragen haben ihre Berechtigung!

Tipps fürs Gespräch beim Frauenarzt:

  • Stellen Sie Ihre Fragen klar und deutlich.
  • Vermeiden Sie vor allem einen aggressiven Tonfall, um nicht als schwierige Patienten abgetan zu werden.
  • Je genauer Sie nachfragen, desto weniger Missverständnisse treten später auf.
  • Manche Frauenärzte glauben, dass ein kurzes Gespräch, bei dem Sie halb nackt auf dem Untersuchungsstuhl liegen, ausreicht. Scheuen Sie sich nicht davor, ihn darauf hinzuweisen, dass Sie das Gespräch lieber angezogen und an einem Tisch fortsetzen möchten.
  • Besprechen Sie rechtzeitig, welche Untersuchungen Sie durchführen möchten und welche nicht und ob ein Teil der Untersuchungen von Ihrer Hebamme übernommen werden soll.

Sollten Sie eine Alternative zu einer Klinikgeburt wünschen, dann informieren Sie Ihren Frauenarzt darüber. Schlägt der Frauenarzt Ihnen eine Untersuchung oder einen Eingriff vor, den Sie nicht möchten, dann sagen Sie das auch deutlich. Wenn Sie Unterstützung von vertrauten Personen benötigen, nehmen Sie am besten Ihren Partner oder eine gute Freundin zu den Gesprächen mit dem Frauenarzt mit und sprechen Sie vorher Ihre Wünsche und Fragen mit diesen durch. Es kann helfen, wenn Sie die möglichen Einwände des Frauenarztes vorher durchspielen und sich eine Gesprächsstrategie zurechtlegen. Gehen Sie jedoch niemals davon aus, dass Ihr Frauenarzt grundsätzlich gegen Sie ist.

Sollten Sie sich für eine Klinikgeburt entschieden haben, dann achten Sie besonders auf das persönliche Gespräch mit dem dort behandelnden Gynäkologen. So lernen Sie mit der Zeit das gesamte Geburtshelfer-Team kennen und erleben bei der Entbindung eine vertraute Atmosphäre.

Tipp: Hören Sie auf Ihre innere Stimme und wechseln Sie Ihren Frauenarzt, wenn dieser nicht auf Ihre Fragen eingeht oder Ihre Wünsche nicht respektiert. Eine gute Kommunikation während der Schwangerschaft erleichtert Ihnen den Weg zu einem stressfreien Geburtserlebnis und einer guten Nachsorge im Wochenbett.

Leistungen des Frauenarztes

Wenn bei Ihnen eine Schwangerschaft festgestellt wurde, stellt Ihr Frauenarzt den Mutterpass aus. Anschließend begleitet er Sie – eventuell gemeinsam mit der Hebamme – durch die gesamte Schwangerschaft. Das bedeutet, dass er die anstehenden Vorsorgeuntersuchungen bei Ihnen vornehmen wird, Sie über Themen rund um die Schwangerschaft informiert, Sie berät und Sie individuell untersucht und gegebenenfalls therapiert.

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Zu den von den Krankenkassen gezahlten regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen zählt die Tastuntersuchung, um die Lage der Gebärmutter festzustellen, das CTG zur Kontrolle der kindlichen Herztöne, Urin- und Blutuntersuchungen sowie die Ultraschalluntersuchung, die Aufschluss über Größe, Lage und Entwicklung des Kindes gibt.

Hinzu können zusätzliche Untersuchungen der Pränataldiagnostik kommen, die individuell mit dem Arzt besprochen werden und nur in bestimmten Fällen von den Kassen übernommen werden.

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