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Stand: 1. Januar 2009Autor: Onmeda-Redaktion
Als Einnistung wird der Vorgang bezeichnet, bei dem sich eine befruchtete Eizelle in der aufgebauten Gebärmutterschleimhaut festsetzt. Mit der Einnistung beginnt die tatsächliche Schwangerschaft, die nun auch hormonell festgestellt werden kann.
Einmal im Monat macht sich bei einer Frau eine Eizelle auf den Weg Richtung Gebärmutter. Vom Eierstock wandert sie zum Eileiter. Triff sie hier auf Spermien, so kann eine Befruchtung (auch Fertilisation oder Konzeption genannt) stattfinden. Die Begegnung von Eizelle und Spermium findet in der Regel im Eileiter statt.
Die Eizelle reift im Eierstock (Ovar) heran und wird durch den Eisprung freigesetzt. Dabei platzt das bläschenförmige Gebilde (Follikel), das die Eizelle mit Flüssigkeit umgibt. Beim hormonell ausgelösten Platzen dieses Bläschens wird die Eizelle zusammen mit der Flüssigkeit in den trichterförmig ausgeweiteten Eileiter entlassen und macht sich auf den Weg in die Gebärmutter und somit zur Einnistung. Die Bläschenhülle bleibt im Eierstock zurück. Sie entwickelt sich in der zweiten Zyklushälfte zum sogenannten Gelbkörper. Die Hormone, die dort gebildet werden, schaffen die Voraussetzung für die Aufnahme des befruchteten Eis und den Erhalt der Schwangerschaft in den ersten Wochen.
Nach der Befruchtung wird der Keimling (so wird die befruchtete Eizelle nun genannt) aktiv durch den Eileiter mit wellenförmigen Kontraktionen und Bewegungen durch kleine Flimmerfäden zur Gebärmutterhöhle transportiert, damit dort die Einnistung erfolgen kann. Die umgebende Follikelflüssigkeit erleichtert diesen Transport.
Noch am Tag der Verschmelzung der Zellkerne und auf dem Weg zur Einnistung beginnt die neue Zelle sich zu teilen. Aus einer Zelle entstehen durch die erste Teilung zwei Zellen. Diese aus der ersten Zelle entstandenen zwei Zellen teilen sich erneut. Es entstehen vier, nach erneuter Teilung acht Zellen, und dieser Prozess läuft nun immer weiter. Die Zellen, werden zunächst nach jeder Teilung immer kleiner, da kein neues Zellmaterial hinzukommt. In ihren Kernen enthalten aber alle Zellen völlig identische Erbanlagen, und jede dieser Zellen hätte die Fähigkeit, einen vollständigen Menschen zu bilden. Das ist die oft besprochene Omni- oder Totipotenz (Alleskönnerschaft) dieser Zellen in den ersten Entwicklungstagen und hat auch zur Bezeichnung Stammzellen geführt.
Ungefähr am vierten Tag nach der Befruchtung besteht der Keimling aus 32 bis 64 Zellen und wird Blastozyste genannt. Die Zellen beginnen, sich zu spezialisieren. In diesem Stadium gelangt die Blastozyste in die Gebärmutterhöhle und heftet sich einen Tag später der hoch aufgebauten Gebärmutterschleimhaut an. Sie dringt in die Schleimhaut ein und ist bereits einige Tage später ganz in der Schleimhaut eingebettet. Sie hat sich jetzt in 100 Zellen geteilt. Den gesamten Vorgang vom Anheften bis zur vollständigen Einbettung in der Schleimhaut bezeichnet man als Einnistung.
Vom Zeitpunkt der Einnistung an lassen sich erste hormonelle Signale aus dieser Keimanlage mit empfindlichen Methoden im mütterlichen Blut oder Urin messen. Die eigentliche Schwangerschaft hat begonnen. Von allem, was bis jetzt passiert ist, haben Sie als werdende Mutter meist nichts oder nur wenig bemerkt, denn Sie sind jetzt erst ungefähr am 22. bis 23. Tag in Ihrem Zyklus, und es dauert noch fünf bis sechs Tage, bis Sie das Ausbleiben der Periodenblutung feststellen. Einige Frauen bemerken aber eine leichte Blutung zum Zeitpunkt der Einnistung, die sogenannte Einnistungsblutung. Sie kann entstehen, wenn mikroskopisch kleine Gefäße verletzt werden, wenn die Eizelle sich in die Gebährmutterschleimhaut einbohrt.

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