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Forenexpertin: Annette Mittmann
Forum Schwangerschaft & Geburt
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Stand: 19. Juli 2011Autor: Onmeda-Redaktion
Der Begriff Abtreibung ist die umgangssprachliche Bezeichnung für einen Schwangerschaftsabbruch, das heißt, die Schwangerschaft wird absichtlich vorzeitig beendet. Eine Abtreibung ist eine Notfallmaßnahme und keinesfalls als eine Verhütungsmethode anzusehen!
Ein Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland rechtswidrig, unter bestimmten Voraussetzungen aber straffrei: Wenn die betroffene Frau durch eine Schwangerschaft in einen schwerwiegenden Konflikt gerät, kann sie nach vorangehender Schwangerschaftskonfliktberatung bis zur 14. Schwangerschaftswoche (nach der 40-Wochen-Berechnung) eine Abtreibung vornehmen lassen, ohne dass sie oder die Beteiligten strafrechtlich verfolgt werden.
Liegen bestimmte medizinische Gründe (Indikationen) vor, etwa große gesundheitliche Gefahr für die Mutter, wenn sie die Schwangerschaft fortsetzt, oder ist die Schwangerschaft Resultat eines Sexualdelikts (kriminologische Indikation), dann ist eine Abtreibung nicht rechtswidrig. Unter ganz bestimmten medizinischen Voraussetzungen ist auch ein Schwangerschaftsabbruch nach der 14. Schwangerschaftswoche möglich.
Gibt es keine medizinischen oder kriminologischen Hintergründe für eine Abtreibung, dann muss die Schwangere eine Schwangerschaftskonfliktberatung aufsuchen und sich die Beratung schriftlich mit einem Beratungsschein bestätigen lassen, bevor die Schwangerschaft abgebrochen werden darf. Die Schwangerschaftskonfliktberatung ist kostenlos und kann (und sollte) auch nach einer Abtreibung noch in Anspruch genommen werden. Wenn die Frau sich am Ende gegen einen Schwangerschaftsabbruch entscheidet, findet sie in der Beratungsstelle Unterstützung für alle weiteren Fragen.
Die Entscheidung für oder gegen eine Abtreibung bis zur 14. SSW liegt letzten Endes immer bei der Frau. Niemand kann oder darf ihr diese Entscheidung abnehmen. Trotzdem ist häufig der potenzielle Vater direkt involviert und sollte bei der Entscheidung nicht außen vor bleiben. Die kostenlose Schwangerschaftskonfliktberatung gibt es darum auch für Männer, unabhängig davon, ob sie dorthin alleine oder gemeinsam mit der Schwangeren gehen möchten.
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