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Pro & Kontra Brustvergrößerung

Interview: Pro & Kontra Brustvergrößerung

Brustvergrößerung (Mammaaugmentation)

Brustimplantate

Stand: 29. Januar 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Nackte, blonde Frau liegt auf dem Bauch

Brustimplantate gehören zu den Medizinprodukten und unterliegen deswegen dem Medizinproduktegesetz. Sie müssen besonders strenge Anforderungen an Qualität und Sicherheit erfüllen. Brustimplantate werden daher besonders intensiv und umfangreich geprüft. In jedem Fall muss das verwendete Implantat eine CE-Kennzeichnung (Conformité Européenne) tragen – sie belegt, dass das Implantat den europäischen Anforderungen an Qualität und Sicherheit standhält.

Brustimplantate gibt es in runder oder tropfenförmiger Form sowie in unterschiedlichen Größen. Sie sind meist mit einem dieser Materialien gefüllt:

  • Silikongel
  • Kochsalzlösung
  • Hydrogel

Die Hülle der Brustimplantate ist entweder glatt oder angeraut (texturiert) und besteht immer aus Silikon. Silikon ist eine gummiartige Substanz, die aus Silizium hergestellt wird. Implantate mit glattwandiger Oberfläche sind weicher und sollen "gefühlsechter" sein als solche mit angerauter Oberfläche. Eine mögliche Komplikation ist die verhärtende Kapselbildung (sog. Kapselfibrose). Sie tritt bei Brustimplantaten mit glatter Hülle häufiger auf als bei Implantaten mit rau strukturierter Hülle. Chirurgen raten daher meist zur angerauten Form.

Silikongel

Die Füllung der Brustimplantate besteht – entsprechend dem heutigen Standard in Deutschland – aus Silikongel. Hinsichtlich der Sicherheit von Silikongel kommen immer wieder Diskussionen auf. Grundsätzlich gilt: Je zähflüssiger das enthaltene Silikongel, desto größer die Sicherheit. Der Grund: Gelangt Silikon ins Gewebe, so kann das zu örtlichen Komplikationen führen. Dies gilt umso mehr für dünnflüssiges Silikongel. Neuere Implantate sind deswegen in der Regel mit hochvernetztem, sogenanntem kohäsivem Silikongel gefüllt, das dickflüssiger ist als herkömmliches Silikongel. Der Vorteil: Falls doch einmal ein Silikonimplantat platzt und das Gel ausläuft, verteilt es sich nicht so weit im umgebenden Gewebe. Prinzipiell ist bei modernen, anatomisch geformten Implantaten die Gefahr äußerst gering, dass sie auslaufen oder frühzeitig ihre Form verändern.

Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Tragen eines Silikon-Brustimplantats und anderen Erkrankungen – wie etwa Autoimmunerkrankungen oder Brustkrebs – ist bis heute nicht nachweisbar. Ebenfalls fehlen Belege dafür, dass Mütter mit Silikonimplantaten beim Stillen ihrem Kind schaden könnten.

Kochsalzlösung

Kochsalzlösung ist das ungefährlichste, körperfremde Füllmaterial für Brustimplantate. Falls doch einmal Kochsalzlösung austritt, dann nimmt das umgebende Gewebe sie problemlos auf. In den USA verwenden Chirurgen auch aus diesem Grund vorzugsweise Brustimplantate mit Kochsalzlösung. Allerdings verringert sich ihr Volumen Laufe der Zeit (sog. Deflation) und die verbleibende Flüssigkeit kann dann gluckern. Im Vergleich zu den mit Silikongel gefüllten Implantaten fühlen sich die mit Kochsalzlösung gefüllten Kissen außerdem weniger natürlich an.

Hydrogel

Bei Brustimplantaten, die mit Hydrogel gefüllt sind, zeigt sich vermehrt folgendes Phänomen: Trotz einer unversehrten Hülle tritt in geringen Mengen Füllmaterial aus. Umgekehrt kann auch Gewebeflüssigkeit in das Implantat eindringen und es vergrößern. Für Füllmaterialien aus Hydrogel liegen darüber hinaus noch keine Langzeituntersuchungen zur Verträglichkeit vor.

Weitere Methoden

Seltener kommt bei einer Brustvergrößerung eine sogenannte Dehnungsprothese oder eine Expanderprothese zum Einsatz.

Dehnungsprothesen setzt der Arzt ein, nachdem er das Brustgewebe entfernt hat. Er füllt die Prothese schrittweise mit steriler Kochsalzlösung. Dies dehnt die Haut vor und schafft Platz für das endgültige Implantat. Expanderprothesen sind Brustimplantate mit zwei Hüllen: Sie enthalten neben einem Gelkern auch ein mit Kochsalzlösung füllbares Fach. Ihr Vorteil: Der Arzt dehnt sie auf und muss sie nicht austauschen. Folglich entfällt für die so behandelte Frau eine zweite Brust-OP.

Brustimplantate dienen nicht nur rein kosmetischen Zwecken wie bei der ästhetischen Brustvergrößerung, sie kommen auch in folgenden Situationen zum Einsatz:

  • Um die Brust wieder aufzubauen, wenn Brustkrebs oder eine Verletzung zu einer Teilentfernung der Brust geführt haben (rekonstruktiver chirurgischer Eingriff).
  • Um anlagebedingt fehlendes Brustdrüsengewebe (Mamma-Aplasie) aufzubauen.

Form und Größe

Das Zusammenspiel verschiedener Faktoren bestimmt, welche Größe und Form das Brustimplantat haben sollte:

  • Körpergröße
  • Form des Brustkorbs
  • Menge des vorhandenen Brustgewebes
  • Dehnbarkeit und Beschaffenheit der Brusthaut
  • Zustand der Brustdrüsen
Schönheitschirurg zeigt einer Frau Brustimplantate

Das Volumen der Kissen reicht von etwa 80 bis circa 800 Millilitern. Häufig entscheidet sich die behandelte Frau in Absprache mit ihrem Arzt für Brustimplantate mit einer Größe zwischen 200 und 350 Millilitern. Allgemeingültige Zahlen gibt es aber nicht: Je nach Figur und Statur der Frau kann ein solches Volumen deutlich zu groß oder zu klein sein. Eine individuelle Beratung ist daher besonders wichtig.

Jede Frau, die sich die Brust mit Implantaten vergrößern lässt, erhält von dem Chirurgen einen Implantatpass mit den folgenden Informationen:

  • den Tag der Operation,
  • die Größe und Form der Implantate sowie
  • die verwendete OP-Technik.

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