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Interview zum Thema Brustvergrößerung

Beratungsgespräch

Stand: 8. April 2010Autor: Onmeda-Redaktion

"Junge Frauen bringen meist ihre Mutter, manchmal auch ihren Freund mit"

Onmeda: Wenn sich nun eine Frau entschlossen hat, sich beraten zu lassen: Kommt es vor, dass sie eine Begleitperson mitbringt?

Dr. Lüerßen: Ja, vor allem bei jungen Frauen ist das häufig der Fall. In der Regel begleitet die Mutter ihre Tochter, um ihr Sicherheit zu geben. Es kommt durchaus auch vor, dass Tochter und Mutter zu zweit kommen und sich gemeinsam über eine Brustvergrößerung informieren. Was in den letzten Jahren neu ist: Junge Frauen bringen mitunter auch ihren Freund mit. Sie ziehen ihn zum Beispiel zu Rate, wenn es um die Größe der Implantate geht. Die Frauen von heute gehen damit sehr frei um. Selbstverständlich gibt es auch Frauen, die alleine beraten werden möchten und solche, die mit Schamgefühl an die Sache herantreten.

Onmeda: Wie dürfen wir uns ein solches Gespräch vorstellen? Gibt es klassische Fragen, die jede Frau stellt?

Schönheitschirurg zeigt einer Frau Brustimplantate
Eine gute Beratung basiert auf Vertrauen und Offenheit.

Dr. Lüerßen: Das hängt davon ab, wie man eine solche Beratung angeht. Meist erzählen die Frauen, warum sie mit ihren Brüsten nicht zufrieden sind. Ich zeige ihnen dann unterschiedlich große Implantate und erkläre, wie sie sich in Form und Oberfläche unterscheiden. Dann leite ich auf die Maße über und erläutere, wie ich die Brust vermesse und welche Bedeutung das für die Auswahl des passenden Implantats hat. Bei einer solchen Beratung kommen eigentlich wenig Fragen auf. Das Gespräch läuft darauf hinaus, welche Größe das Implantat haben wird, welche Schnittführung möglich ist und welche OP-Technik sich anbietet, also ob das Implantat auf oder unter dem Brustmuskel zu liegen kommt. Diese Beratung dauert etwa eine Stunde.

Onmeda: Nebenwirkungen, Schmerzen und die Haltbarkeit der Implantate sind doch sicher ebenso Aspekte, über die sich eine Frau informieren möchte.

Dr. Lüerßen: Da haben Sie recht. Frauen sprechen diese Punkt häufig an, wenn ich mich nach offenen Fragen erkundige. Viele informieren sich vorab im Internet und notieren ihre Fragen.

"Wir müssen eine brutale Aufklärung machen"

Onmeda: Wie klären Sie über Risiken der Brustvergrößerung auf?

Dr. Lüerßen: Wir müssen eine sehr brutale Aufklärung machen, weil wir alle Komplikationen nicht nur erklären, sondern auch anhand von Bildern erläutern müssen. Versäumt der Arzt das und treten Probleme auf, kann das schwere Folgen haben.

Onmeda: Ist das so streng vorgegeben, weil es sich um einen Eingriff handelt, der eigentlich medizinisch nicht notwendig ist?

Dr. Lüerßen: Ganz genau. Juristen sehen das sehr streng. Deshalb wird ein seriöser Arzt die Operation nicht verniedlichen, sondern er wird die Frau ausführlich darüber aufklären, was alles passieren kann und ihr raten, die Entscheidung sorgfältig zu überdenken. Natürlich sollte er nicht übertreiben und die Risiken überzogen darstellen. Die Aufklärung sollte realistisch sein und der Patientin das Gefühl geben, sich gut informiert entscheiden zu können. Das ist wichtig.

Onmeda: Wir gehen davon aus, dass neben möglichen Gefahren die Größe der Implantate ein Hauptthema in einer Beratung sein wird. Richtig?

Dr. Lüerßen: Ja. Vorweg der kurze Hinweis: Die reine Milliliter- oder Grammzahl ist nicht besonders aussagekräftig. Denn ein gewisses Volumen ist für die eine Frau zu wenig, während es für eine andere bereits deutlich zu viel ist. Die Menge, die wir benötigen, hängt von zwei Faktoren ab: Zum einen von der Grundfläche der Brust und zum anderen von der Vorwölbung des Busens. Das nennt man Projektion. Frauen mit einer sehr breiten Brustbasis und relativ wenig Gewebe brauchen ein recht breites und dadurch schon recht großes Implantat, selbst wenn nicht beabsichtigt ist, in der Projektion weit nach vorne zu kommen. Möchte man in einem solchen Fall etwa von einem B-Körbchen auf ein C-Körbchen kommen, wiegt das Implantat schnell 350 bis 400 Gramm. Eine solche Größe wiederum würde bei anderen Frauen zu einer Riesenbrust führen. Wir können aber anhand bestimmter Maße sehr gut abschätzen, wie das richtige Implantat beschaffen sein muss.

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