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Raucherlunge

Stand: 14. Februar 2010Autor: Onmeda-Redaktion

Allgemeines

Der umgangssprachliche Begriff Raucherlunge steht in der Regel für eine bestimmte Atemwegserkrankung: die chronisch obstruktive Lungenerkrankung – kurz COPD.

Eine Ärztin hört einen Patienten mit einem Stethoskop ab.
Raucherlunge? Lassen Sie Atemwegsbeschwerden ärztlich abklären!

Mit dem langjährigen Einatmen von Tabakrauch gelangen Substanzen in die Atemwege, die entzündliche Prozesse in deren Schleimhäuten auslösen können. Daneben atmet ein Raucher auch Partikel aus der Zigarette ein (u.a. Teer), die bewirken, dass die kleinen Flimmerhärchen in der Lunge nicht mehr richtig arbeiten können. Die Flimmerhärchen dienen normalerweise dazu, kleinere Partikel wieder aus der Lunge hinauszubefördern. Gelingt dies nicht, sammeln sich immer mehr Partikel und auch Schleim an – auf Dauer färbt sich die Lunge schwarz (sog. Teerlunge). Beim Betroffenen macht sich das vor allem durch Symptome wie einen chronischen Husten, Auswurf und schließlich auch Atemnot bemerkbar. Raucher äußern dann mitunter die Sorge, sie könnten eine Raucherlunge haben.

Eine COPD beginnt häufig mit einer chronischen Bronchitis (sog. Raucherhusten), bei der sich nach einiger Zeit die Bronchien immer mehr verengen (chronisch obstruktive Bronchitis) und schließlich zu Atemnot führen. Bei einer stark fortgeschrittenen COPD beziehungsweise Raucherlunge haben sich die Atemwege unumkehrbar verengt.

Etwa 80 bis 90 Prozent aller COPD-Fälle in den Industrieländern sind auf das Rauchen zurückzuführen. Laien ist die Erkrankung eher als Raucherlunge bekannt. Und tatsächlich ist das Rauchen der Hauptrisikofaktor für eine COPD beziehungsweise Raucherlunge: Durch das Rauchen von Tabak steigt das Erkrankungsrisiko auf das 13-Fache an; von den älteren Rauchern ist gut die Hälfte von einer COPD betroffen. Allein in Europa sterben jährlich 200.000 bis 400.000 Menschen an den Folgen der Erkrankung.

Passivrauchen erhöht ebenfalls das Risiko, an einer COPD zu erkranken, wenn auch nur um das 1,4-Fache. Pro Jahr sterben in Deutschland über 900 Menschen an einer COPD, die durch Passivrauchen entstanden ist. Nur in seltenen Fällen entsteht die Lungenerkrankung durch andere Umweltbelastungen oder erbliche Einflüsse.

Viele Raucher sind sich gar nicht bewusst, dass sie möglicherweise an einer Raucherlunge leiden, da nicht alle Betroffene mit Atemwegsbeschwerden diese auch von einem Arzt abklären lassen. So wird bislang in Europa nur durchschnittlich jeder fünfte COPD-Fall auch ärztlich diagnostiziert.

Ob sich die Atemwege bei einer COPD wieder erholen, hängt davon ab,

  • wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist,
  • ob ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird und
  • ob der Betroffene das Rauchen aufgibt.

Ab einem gewissen Stadium kann sich die Lunge bei einer COPD nicht mehr vollständig regenerieren. Mit der richtigen Behandlung lassen sich allerdings die Beschwerden lindern und ein weiteres Fortschreiten der COPD aufhalten. Dadurch verbessern sich sowohl die Lebensqualität als auch die Lebenserwartung der Betroffenen. Die Behandlung muss jedoch in der Regel lebenslang fortgeführt werden. Unbehandelt verkürzt eine Raucherlunge die Lebenserwartung um durchschnittlich 5 bis 7 Jahre. Die COPD nimmt weltweit gesehen Platz 5 der häufigsten Todesursachen ein.

Rauchern mit COPD ist eine Raucherentwöhnung dringend zu empfehlen. Liegt nur eine leichte bis mittelschwere COPD vor, kann ein Rauchstopp verhindern, dass die Erkrankung zu einer schweren COPD fortschreitet. Zudem wirkt sich eine Raucherentwöhnung insgesamt positiver auf die Lungenfunktion aus, als es eine alleinige Therapie mit Medikamenten vermag, zum Beispiel mit atemwegserweiternden Inhalationssprays.

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