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Raucherbein

Stand: 10. Februar 2011Autor: Onmeda-Redaktion

Allgemeines

Wer raucht, schadet seinen Gefäßen. Eine mögliche Folge ist umgangssprachlich als "Raucherbein" bekannt. Hierbei handelt es sich um ein fortgeschrittenes Stadium einer Durchblutungsstörung, der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK).

Eine pAVK entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sondern schleichend: Mit der Zeit verlieren die Arterien durch das Inhalieren von Tabakrauch an Elastizität und können sich verengen. Es entsteht eine chronische Durchblutungsstörung, die sich je nach Stadium durch unterschiedliche Symptome auszeichnet:

  • Stadium I: Die Gefäße weisen bereits Veränderungen auf und beginnen, sich zu verengen. Die Beine werden bereits schlechter durchblutet, der Betroffene hat jedoch noch keine Beschwerden bzw. bemerkt an sich noch keine Symptome.
  • Stadium II: Die Gefäßveränderungen sind weiter fortgeschritten, die ersten Symptome treten auf. Der Betroffene verspürt nun Schmerzen, wenn er die Beine belastet. So tun die Beine etwa beim Gehen weh. Sobald man stehen bleibt, lassen die Schmerzen wieder nach. Betroffene halten deshalb häufig alle paar Meter an – so als würden sie einen Schaufensterbummel machen. Daher nennt man diese Erkrankung im Volksmund auch "Schaufensterkrankheit".
  • Stadium III: Die Gefäßveränderungen stören die Durchblutung in den Beinen nun deutlich und die Symptome werden stärker. Die Schmerzen in den Beinen treten nicht mehr nur bei Belastung, sondern auch in Ruhe auf, vor allem, wenn man liegt oder die Beine hochlagert. Im Sitzen sind die Beschwerden weniger stark, da sich die Durchblutung durch die Schwerkraft etwas verbessert.
  • Stadium IV: Die fortschreitenden Durchblutungsstörungen führen nun zu Schäden im Gewebe – es kann zu einem Gefäßverschluss im Bein kommen. Erst im vierten Stadium spricht man umgangssprachlich auch vom sog. Raucherbein. Da auch Nichtraucher an einer pAVK erkranken können, ist dieser Ausdruck medizinisch gesehen jedoch nicht ganz korrekt. Allerdings haben Raucher ein höheres Risiko für ein "Raucherbein".
Eine Frau bleibt beim Einkaufsbummel vor einem Schaufenster stehen.
Wenn die Beine beim Laufen schmerzen und man immer wieder stehenbleiben muss, kann eine Durchblutungsstörung dahinterstecken.

In der Regel entsteht eine pAVK nicht nur in einem, sondern in beiden Beinen, wenn auch unterschiedlich stark. Um eine pAVK zu behandeln, setzt der Arzt in der Regel blutverdünnende Medikamente ein. Ist die Gefäßverengung bereits sehr weit fortgeschritten und das Bein nicht mehr zu retten, kann eine Amputation notwendig werden. Unbehandelt verkürzt eine pAVK die Lebenserwartung des Betroffenen durchschnittlich um zehn Jahre, da sie häufig ein Vorzeichen für eine koronare Herzerkrankung (KHK) ist, die in Schlaganfall oder Herzinfarkt münden kann.

Der größte Risikofaktor für eine pAVK – und dadurch für ein im weiteren Verlauf entstehendes "Raucherbein" (Stadium IV) – ist das Rauchen:

  • Das Risiko, an einer pAVK zu erkranken, ist für Raucher 7,5-fach höher als für Nichtraucher.
  • Beinah 50 Prozent aller pAVK-Betroffenen sind Raucher.
  • Im Vergleich zu Nichtrauchern mit einer pAVK ist zudem die Wahrscheinlichkeit, dass eine Amputation notwendig wird, bei Rauchern höher.

Weitere Risikofaktoren für eine pAVK sind:

Insgesamt sind in Deutschland circa 4,2 Millionen Menschen (Raucher und Nichtraucher) von einer pAVK betroffen. Pro Jahr entwickeln etwa 100.000 Personen das Stadium III oder IV einer pAVK, also eine stark fortgeschrittene Form der Durchblutungsstörung. Bei 30.000 bis 40.000 dieser Menschen ist das Gewebe im Bein bereits so stark geschädigt, dass das Bein nicht mehr zu retten ist und eine Amputation notwendig wird.

Tabakrauch enthält mehrere Tausend verschiedene chemische Stoffe, die schädlich für die Gefäße sind. Durch das Inhalieren von Tabakrauch wandeln sich mit jedem Zug große Mengen an Sauerstoffmolekülen im Blut in freie Radikale um. In geringen Mengen werden freie Radikale zwar durchaus vom Körper benötigt und können positive Effekte haben. Beim Rauchen entstehen sie jedoch in so großen Mengen, dass sie vor allem schädlich wirken und zum Beispiel die Gefäßwände krankhaft verändern. Auf diese Weise fördert Rauchen das Entstehen von Durchblutungsstörungen wie einer pAVK.

Stellt der Arzt bei einem Raucher die Diagnose pAVK, ist deshalb ein Rauchausstieg dringend zu empfehlen. Denn durch eine Rauchentwöhnung lässt sich der Verlauf einer pAVK maßgeblich positiv beeinflussen und zu einem "Raucherbein" muss es gar nicht erst kommen.

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