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Forenexperte: Dr. med. Winfried Keuthage
Forum Raucherentwöhnung
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Stand: 10. Februar 2011Autor: Onmeda-Redaktion
Wer raucht, schadet seinen Gefäßen. Eine mögliche Folge ist umgangssprachlich als "Raucherbein" bekannt. Hierbei handelt es sich um ein fortgeschrittenes Stadium einer Durchblutungsstörung, der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK).
Eine pAVK entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sondern schleichend: Mit der Zeit verlieren die Arterien durch das Inhalieren von Tabakrauch an Elastizität und können sich verengen. Es entsteht eine chronische Durchblutungsstörung, die sich je nach Stadium durch unterschiedliche Symptome auszeichnet:

In der Regel entsteht eine pAVK nicht nur in einem, sondern in beiden Beinen, wenn auch unterschiedlich stark. Um eine pAVK zu behandeln, setzt der Arzt in der Regel blutverdünnende Medikamente ein. Ist die Gefäßverengung bereits sehr weit fortgeschritten und das Bein nicht mehr zu retten, kann eine Amputation notwendig werden. Unbehandelt verkürzt eine pAVK die Lebenserwartung des Betroffenen durchschnittlich um zehn Jahre, da sie häufig ein Vorzeichen für eine koronare Herzerkrankung (KHK) ist, die in Schlaganfall oder Herzinfarkt münden kann.
Der größte Risikofaktor für eine pAVK – und dadurch für ein im weiteren Verlauf entstehendes "Raucherbein" (Stadium IV) – ist das Rauchen:
Weitere Risikofaktoren für eine pAVK sind:
Insgesamt sind in Deutschland circa 4,2 Millionen Menschen (Raucher und Nichtraucher) von einer pAVK betroffen. Pro Jahr entwickeln etwa 100.000 Personen das Stadium III oder IV einer pAVK, also eine stark fortgeschrittene Form der Durchblutungsstörung. Bei 30.000 bis 40.000 dieser Menschen ist das Gewebe im Bein bereits so stark geschädigt, dass das Bein nicht mehr zu retten ist und eine Amputation notwendig wird.
Tabakrauch enthält mehrere Tausend verschiedene chemische Stoffe, die schädlich für die Gefäße sind. Durch das Inhalieren von Tabakrauch wandeln sich mit jedem Zug große Mengen an Sauerstoffmolekülen im Blut in freie Radikale um. In geringen Mengen werden freie Radikale zwar durchaus vom Körper benötigt und können positive Effekte haben. Beim Rauchen entstehen sie jedoch in so großen Mengen, dass sie vor allem schädlich wirken und zum Beispiel die Gefäßwände krankhaft verändern. Auf diese Weise fördert Rauchen das Entstehen von Durchblutungsstörungen wie einer pAVK.
Stellt der Arzt bei einem Raucher die Diagnose pAVK, ist deshalb ein Rauchausstieg dringend zu empfehlen. Denn durch eine Rauchentwöhnung lässt sich der Verlauf einer pAVK maßgeblich positiv beeinflussen und zu einem "Raucherbein" muss es gar nicht erst kommen.
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